ich möchte Euch eine meiner Yamadori-Mugos vorstellen. Ich habe Sie im Juli 2011 auf ca. 2000 m geborgen. Ausgraben musste ich sie nicht, habe sie einfach vom Felsen abgehoben. Der Durchmesser der Krone betrug ca. 2 m, sie lag flach auf einem Felsen. Der Wurzelballen war sehr flach, staubtrocken und die Mugo federleicht ( Solche Mugos leben wahrscheinlich vom Temperaturunterschied von Tag und Nacht durch den Tau, der sich auf der Pflanze niederschlägt). Ich konnte sie ungefähr 3 Kilometer locker in einer Hand tragen. Die längsten Äste habe ich vor Ort entfernt.
Daheim mal eine große flache Kiste gebaut, den Wurzelballen wenig angerührt, definitiv nicht ausgekämmt. Da stand sie nun auf dem Bonsairegal - und ich dachte mir, "was hast du denn da in dem Baum gesehen??". Vielleicht war es die Höhenluft, die mich da Sachen sehen ließ, die gar nicht vorhanden waren. Seht selbst.
Grüße
Robert
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Mugo#6-1-31.07.2011.jpg (211.43 KiB) 1765 mal betrachtet
Mugo#6-3-06.11.2011.jpg (171.08 KiB) 1765 mal betrachtet
Im rot markierten Feld dann der Bereich, den ich "gesehen habe". Das Grün näher an den noch nicht vorhandenen Stamm zu bekommen, wird sicher nicht einfach. Mal sehen.
Liebe Grüße
Robert
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Mugo#6-2-31.07.2011.jpg (189.73 KiB) 1764 mal betrachtet
Auf diesen Bereich wollte ich mich konzentrieren. Außer viel düngen, gießen und die Abwehr von Borkenkäfern (da gibt es in Nürnberg immer wieder eine Plage ) hatte ich nicht viel zu tun. Die Mugo reagierte mit guter Rückknospung auf die Pflege, sodass ich immer wieder auf einen näher am Stamm liegenden Austrieb zurück schneiden konnte. Nur mit den im Herbst immer wieder gelb/braun werdenden Nadelspitzen habe ich nach wie vor zu kämpfen.
2013 konnte ich dann schon in eine kleinere Kiste umtopfen, nur Teilbereiche der alten Erde wurden vorsichtig ausgekämmt und mit neuem Substrat aufgefüllt.
Wie geht das eigentlich, dass man ein Foto einfügt und dann mit dem Text darunter weitermacht?
Langsam kann man erkennen, was "übrig bleiben" soll. Foto aus 2014.
Da ich Josef Maierhofer in Wattens und Hallein bei den Ausstellungen beim Töpfern zugesehen habe, dachte ich mir, das fängst du auch mal an. Die Schale wurde unansehnlich, passte also zum Baum. Foto von 2015.
2016 habe ich kein Foto gemacht, ist auch nichts besonderes passiert. 2017 im März habe ich die restliche alte Erde entfernt, den Wurzelballen verkleinert und in eine neue Schale umgetopft. Der Baum wurde bisher nicht gestaltet, nur der ein oder andere Ast über die Zeit im Winkel des Astansatzes korrigiert. Foto 2017.
2018 möchte ich dann mit der Gestaltung beginnen. Der hochlaufende Stamm könnte fallen, eventuell wird die Gestaltung eher geduckt. Jetzt will ich ihn aber noch nicht entfernen, da ein bischen Dickenwachstum dem ganzen Baum nicht schaden wird. Am Foto ist die sehr gute Rückknospung nicht zu erkennen, ebenso wie die, für die kurze Zeit der Pflege, gute Verzweigung.
Für Vorschläge bin ich dankbar, auch für Kritik. Fotos werden zukünftig besser.
Liebe Grüße
Robert
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2014
Mugo#6-6-13.04.2014.JPG (218.44 KiB) 1754 mal betrachtet
weder noch. Geschichten vom Berg sind immer interessant, deine Dokumentation ist toll und die Bilder gehen auch in Ordnung.
Die erste Frage, die sich mir aufgetan hat war bei der Ausgangslage von 2013. Auf den Bildern ist es immer schwierig zu sehen, aber wäre eine Gestaltung mit mehreren Stämmen denn ganz und gar unmöglich gewesen?
viele Grüße
Benny
PS: bei den Dateianhängen kannst du "im Beitrag anzeigen" auswählen. nun sollte der code ( in der art [attachment]mugo[attachment] )beim Entwurf zu sehen sein und du kannst ihn einsetzen, wo du willst, danach weiter schreiben etc.
ich denke, dass es nicht möglich gewesen wäre. Der Durchmesser am Berg war ca. 2 m, die weggehenden Stämme ohne jegliche Verjüngung und auch mit fast keiner Bewegung, das Grün nur im den äußersten Bereich. Nur das jetzt Übriggebliebene machte wirklich Sinn. Ich habe auch andere Meinungen dazu eingeholt, bzw. gab es eine Baumbesprechung im Bonsaiverein, bevor ich die Stämme dann endgültig entfernt habe.
Ich war gerade davor gestanden - live vor einem machte er, obwohl er bisher noch nicht gestatet wurde echt was her. Auf den Fotos habe ich das Gefühl, das ist ein ganz anderer Baum. Ich kann ja dann bald bessere Fotos machen, vielleicht gelingt es mir dann das Potenzial besser einzufangen.
Schöne Grüße
Robert
Hallo,
in 2013 hat mir die Form des Baumes gut gefallen. Die linke Seite hätte ich gerne komplett erhalten und als Totholz gestaltet gesehen, das hätte man vielleicht durch Biegen noch etwas kompakter bekommen.
Aber ok, er war zu breit.
Das jetzige Totholz in 2017 sieht ja auch gut aus.
Der "frei aufrechte" Mittelteil passt jetzt m.M.n. nicht wirklich gut zum Ausleger, der widerum für mich momentan das Interessanteste ist. Kann man den gesamten aufrechten Mittelteil nicht noch einmal heftig nach rechts biegen und flach über den rechten Ausleger bekommen ?
im Endeffekt ist alles noch soweit biegbar wie man es möchte. Der oberste Teil kann auch fallen und mit dem darunterliegenden, sich auf den Ausläufer zubewegenden Ast die Krone gestaltet werden.
Mit den, jetzt nicht mehr vorhanden Stämmen, wurde einiges versucht, es ergab aber nie ein schlüssiges Konzept. In wilden Windungen/Schlangen gelegte Äste, nur um das Grün näher an den Stamm zu bekommen gefallen mir nicht. Propfen kann ich nicht, und der Bericht vom Herbert Aigner über das Ablaktieren kam etwas zu spät bzw. ich habe ihn zu spät gelesen. Schlussendlich wurden sie entfernt, mit dem bisherigen Ergebnis bin ich eigentlich sehr zufrieden, wenn man bedenkt wie das Ausgangsmaterial mal ausgesehen hat.
Danke für deine Erläuterungen, Robert. Das lässt sich alles nachvollziehen.
Vielleicht helfen ein paar (Detail-)Fotos in der Tat, die Qualität besser zu zeigen. Das gut bearbeitete Totholz, die Bewegung am Ansatz und die alte Borke lassen sich ja nur erahnen.
Und Gratulation zur erfolgreichen Pflege nach dem bergen. Das geht oftmals unter in den Gestaltungsgedanken...
sei nicht enttäuscht über die mangelnden Reaktionen. Viele kennen solch Ausgangsmaterial nicht selbst oder haben auch keine Erfahrung mit solchen Pflanzen. Ja und dann gibt es noch Leute wie mich, die haben zwar jeden Forumsbeitrag gelesen, schreiben aber nur wenig. Und an der Fotoqualität liegt es ganz bestimmt auch nicht.
Doch zu Deiner Kiefer. Gratulation zur erfolgreichen Bergung und aufbauenden Pflege bisher!
Deine Ausführung über die "Unbrauchbarkeit" der anderen Stämme kann ich gut nachvollziehen, denn es entspricht auch meiner Philosophie. Nur weil etwas technisch machbar ist ergibt es nicht automatisch ein gutes Ergebnis bzw. ist auch nur irgendwie sinnvoll um einen ansprechenden Bonsai zu erreichen.
Der Vergleich mit der verlinkten Kiefer von >abcd< hinkt zwar etwas in meinen Augen, doch ich verstehe durchaus wo Du noch hin willst. Ich denke Du solltest versuchen die vorhandenen Äste weniger zu "biegen" als ihnen etwas "zackigere" Kurven zu verpassen. Und der von Frank angesprochenen Mittelteil erhebt sich derzeit fast wie ein Tannenbaum in die Senkrechte, was ihn zum Fremdkörper macht. Auch hier würde ich nicht einkürzen sondern durch ebenso drastische scharfe Knicke ihn mehr in die Horizontale bringen und dadurch die Gesamtaussage des Baums völlig neu definieren.
Insgesamt bist Du auf einem guten Weg und ich wünsche Dir: Mach weiter so.
Grüße aus dem sonnigen Baden Gary
Arbeitskreis Karlsruhe
AK-Treffen jeden 1. Samstag im Monat
vielen Dank. Die Kiefer von >abcd< ist schon der Hammer. ich meinete auch nicht, dass ich diese Kiefer kopieren möchte, eher in Anlehnung an... Das da meine Mugo nicht mithalten kann was Größe, Reife, Dynymik etc. angeht ist schon klar. Man braucht halt so seine Vorbilder, einen Ansporn so etwas auch hinzukriegen. Wer weiss, so in 15 bis 20 Jahren...
Ich werde mal Detailfotos machen und eines von oben, da kann man dann sicher mehr erkennen.
LG
Robert