Hallo Sanne,
bei Bonsaiprojekten müssen öfter mal Kompromisse gemacht werden, die vorübergehend den Augen nicht gefallen. So ist es auch bei der jetzt gewählten Schale mit ihrem für die Efeu-auf-Stein-Komposition viel zu hohen Rand. 2 Jahre verbrachte der kleine Efeu in winzigen Felsnischen und -mulden ohne Kontakt zum Boden (Ishizuki). Ich verfolge jetzt die Idee, dass der kleine Efeu aus diesen winzigen Substratmulden Wurzeln durch Spalten im Fels nach unten in das Substrat wachsen lässt. Das kann aber nur klappen, wenn der Schalenrand hoch ist und damit Substratbrücken zum Boden möglich sind (Sekijoju).
Ich hatte versucht, diese Idee in meinem Beitrag zu beschreiben:
bonsaiheiner hat geschrieben: ↑19.02.2019, 19:11
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fast 2 Jahre hat der kleine Efeu auf dem Felsen (Ishizuki) mit minimalem Pflanzraum überlebt.
Als Sekijoju, bei dem Wurzeln am Boden in normalem Substrat wurzeln, wird er es viel leichter haben.
Dazu muß der Topfrand erst mal so hoch sein, dass die Wurzeln durch Spalten im Fels dorthin finden.
Später wird die Schale natürlich viel feiner und flacher werden, wenn die Wurzeln in ausreichender Anzahl dort angekommen sind.
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Ich hätte diesen Schritt in meiner Dokumentation natürlich auch weglassen und nach 2-5 Jahren ein "fertiges " Ergebnis mit Schale (nicht Suiban, denn ein Sekijoju verlangt nach Löchern im Schalenboden!) präsentieren können.
Warum Sekijoju und nicht Ishizuki?
Letzterer ist die bei weitem anspruchsvollere Gestaltungsform, aber in dem porösen Stein werden sich Efeuwurzeln mit der Zeit so sehr festkrallen, dass ein Lösen bei einem etwaigen Umtopfen unmöglich werden würde, ohne die Pflanze massiv zu schädigen.
Grüße,
Heiner