ich habe vor einem Jahr eine P. sylvestris gesammelt, die einmal einen Literaten darstellen soll. Mittlerweile habe ich die Krone in Form gedrahtet und warte auf die Rückknospung zur Feingestaltung. Der Stamm ist ca. 80 cm lang, 3-2 cm im Durchmesser und leicht gewunden aber m.E. nach noch viel zu brav. Die Rinde ist schon sehr schön borkig, was trotz der geringen Stammstärke auf ein gewisses Alter (> 20) schliessen läßt.
Nun meine Frage: Ich möchte dem Stamm noch mehr Bewegung verleihen und ihn dazu mehrfach biegen. Wie sollte ich technisch vorgehen, wann ist der optimale Zeitpunkt und wie stark kann mann so einen dünnen Stamm überhaupt biegen ohne ihn zu brechen (ich weiß: so lange bis er bricht )???
Nun ich würde solche Biegearbeiten in der Vegetationszeit machen, da ist die Kiefer biegsamer als in der kalten Jahreszeit. Zuerst den Stamm kräftig befeuchten, dann mit Bast oder Gummischlauch umwickeln und anschließend biegen, aber mit Gefühl. So würd ich es machen. Aber was weiß ich schon.
Walter hat das an einer Kiefer auf seinem Spätsommertreffen eindrucksvoll demonstriert. Ich erinnere mich aber weder an Wasser noch an Bast oder dergleichen.
Mit einfühlsamer Gewalt wird der Ast gebogen, bis feine kackende Geräusche zu vernehmen sind. Das Brechen des Astes kündigt sich vorher durch eben diese Geräusche an. Nun ist der Zeitpunkt aufzuhören. Über einen Spanndraht wird fixiert. Wenn die Krümmung noch nicht reicht, dann wird in der folgenden Vegetationsperiode weiter gebogen.
Ulf, bei Walters Stammstärken würde ein durchweichter Stamm auch nichts ädern. Aber bei 2-3 cm ist ein durchweichter Ast oder Stamm besser zu biegen. Kannst mir glauben, oder auch nicht, ich habe auch schon 1-2 dicke Stämme und Äste gebogen. Dann kommt noch Walters Erfahrung dazu.
Karl, ich glaube dir (fast) alles. Deine Gestaltungen, dein seherischer Blick bei deinen Virtuals und nicht zuletzt dein praktisches wie theoretisches Wissen entlarven dich nun mal als Vollprofi. Ich dagegen bin doch nur ein dahergelaufener Biologe der überwiegend mit Iiih-iiih-indoors rum macht.
Die Kiefer, an der Walter gearbeitet hat, hatte auch nicht mehr als 2-3 cm Stammstärke. Der Eine so, der Andere so. Alle Wege führen nach Rom.
Zur Sicherheit werde ich Bast und Wasser verwenden. Aber einig seid Ihr Euch darüber, dass es besser ist, so etwas in der Vegetationsperiode zu machen und nicht im Winter, oder?