Acer Palmatum Hokidachi

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Arboramicus
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Acer Palmatum Hokidachi

Beitrag von Arboramicus » 13.07.2018, 15:43

Hallo liebe Bonsaifreunde,

mein Name ist Benjamin. Seit November vergangenen Jahres beschäftige ich mich mit den kleinen Bäumen im Topf.
Ich habe das Hobby mit einigen Pflanzen begonnen, von denen ich hier fürs Erste einen Fächerahorn vorstellen möchte. Den Baum bekam ich von einem guten Freund geschenkt, welcher ihn lange Zeit in einem Topf mit Gartenerde stehen hatte. Als die Pflanze kränkelte (ich vermute Monilia Spitzendürre) und infolge viele Triebe abstarben, riet ich ihm diese zu entfernen und Umzutopfen. So kam es, dass er ihn kurzerhand in meine pflegenden Hände gab.
Für mich ein klarer Fall, daraus möchte ich einen Bonsai machen. Ich schnitt alle vertrockneten Äste ab und bearbeitete verbliebene Schnittstellen.
Er steht nun in einer Mischung aus Trockenschüttung/Kokosfaser/Erde. Gedüngt wurde bisher mit Biogold und etwas Brennesseljauche.
Mein Ziel ist die Gestaltung zur Besenform. Das Nebari möchte ich durch Abmoosen verbessern. Ich vermute die spitz in den Boden verlaufenden Wurzeln lassen sich auf die Verpflanzung in der Baumschule zurück führen (?)
Meine Fragen:
1) Soll ich ihn nächstes Jahr umtopfen oder lieber noch eine Saison im Topf belassen?
2) Welche Intensität des Rückschnittes empfiehlt ihr mir? Wann würdet ihr damit frühestens beginnen?
3) Großer Ast abschneiden oder dran lassen und durch Blattschnitt übernächstes Jahr versuchen den Zuwachs zu bremsen?
4) Gibt es Möglichkeiten außer den Rückschnitt um den Austrieb schlafender Knospen am Scheitelpunkt zu fördern?

Nun seht selbst, ich freue mich über jeden Ratschlag

Liebe Grüße,
Benny

Fächerahorn.jpg
Fächerahorn Stamm 1.jpg
Fächerahorn Stamm 2.jpg

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mydear
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Re: Acer Palmatum Hokidachi

Beitrag von mydear » 14.07.2018, 00:15

Arboramicus hat geschrieben:
13.07.2018, 15:43
1) Soll ich ihn nächstes Jahr umtopfen oder lieber noch eine Saison im Topf belassen?
2) Welche Intensität des Rückschnittes empfiehlt ihr mir? Wann würdet ihr damit frühestens beginnen?
3) Großer Ast abschneiden oder dran lassen und durch Blattschnitt übernächstes Jahr versuchen den Zuwachs zu bremsen?
4) Gibt es Möglichkeiten außer den Rückschnitt um den Austrieb schlafender Knospen am Scheitelpunkt zu fördern?
Hallo Benny,

1. Ich würde den Ahorn nicht Umpflanzen, sondern erst einmal wieder zu Kräften kommen lassen.
2. Dafür das unpassende Totholz sorgfältig herausschneiden und mit Wundverschluss abdecken. Die stärkste Zeit der Überwallung ist zwar schon vorbei, doch bis Mitte August könnte die Überwallung noch einsetzen.
3. Kein Blattschnitt, sondern voll durchtreiben lassen. Ein Rückschnitt Ende Mai dürfte Neuaustrieb aus den Ästen, wenn du Glück hast sogar aus dem Stamm hervorbringen.
4. klappt wenn kräftige, gedüngte Pflanzen Mitte Mai kräftig zurückgeschnitten werden.

Grüße
Rainer

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Arboramicus
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Re: Acer Palmatum Hokidachi

Beitrag von Arboramicus » 14.07.2018, 12:25

Grüß dich Rainer,

vielen Dank für deine hilfreichen Tipps.
Ich werde ihn nächstes Jahr also noch nicht umtopfen.

Wie weit würdest du den großen Ast zurück schneiden?
Kann ich die beiden neuen Triebe nächstes Jahr als Opfertriebe belassen um damit den Stammzuwachs zu fördern, oder wird sich der Zuwachs dann nur auf den oberen Teil konzentrieren? Sprich in wieweit wirkt sich die Stelle eines Opferastes auf den gesamten Stammzuwachs aus?

Denkst du eineAbmoosung an einer Stelle im Wurzelbereich wäre bereits nächstes Frühjahr zu kräftezehrend?

Über jede andere Vorschläge und Empfehlungen wäre ich froh,


Liebe Grüße,
Benny

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mydear
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Re: Acer Palmatum Hokidachi

Beitrag von mydear » 14.07.2018, 20:44

Arboramicus hat geschrieben:
14.07.2018, 12:25

Wie weit würdest du den großen Ast zurück schneiden?
Kann ich die beiden neuen Triebe nächstes Jahr als Opfertriebe belassen um damit den Stammzuwachs zu fördern, oder wird sich der Zuwachs dann nur auf den oberen Teil konzentrieren? Sprich in wieweit wirkt sich die Stelle eines Opferastes auf den gesamten Stammzuwachs aus?

Denkst du eineAbmoosung an einer Stelle im Wurzelbereich wäre bereits nächstes Frühjahr zu kräftezehrend?
Hallo Benny,

wenn überhaupt frühestens im Mai nächsten Jahres zurückschneiden. Auf sichtbare schlafende Knospen achten oder wenn schon Knospen angelegt sind so auf ca 5-7 cm einkürzen.

Opferäste für Stammzuwachs machen aktuell keinen Sinn. Wichtig ist den abgestorbenen Stumpf herauszuschneiden und mit Kallus überwallen zu lassen. Da brauchst du auf jeden Fall 2 Jahre. So eine Schnittstelle geht gar nicht beim Fächerahorn.

Und bitte nicht in Aktionismus verfallen. Schritt für Schritt vorgehen. Eine Abmoosung schwächt den Baum und verlangsamt die Überwallung/ Wundheilung. Statt dessen kann Welkepilz oder ähnliches dem geschwächten Ahorn den Garaus bereiten. Ich würde den Ahorn im nächsten Jahr komplett durchtreiben lassen, mindestens 50 cm lange Triebe stehen lassen. Dann siehst du ob er kräftig und erholt ist für die weitere Gestaltung.

Grüße
Rainer

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