Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

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Michael 86
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Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von Michael 86 » 16.09.2018, 12:21

Hall Zusammen


EDIT
Titel geändert, weil gekauft.
Ziel soll erst einmal ein Bonsai sein. Es würde mich freuen wenn ihr mit mir den Weg zum Bonsai wagen würdet.
Schlägt alles fehl ->Garten.
EDIT



In einer alten Gärtnerei habe ich eine Fichte gefunden. Ich konnte leider noch keinen Preis einholen. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp, was so etwas kosten darf.

Es scheint eine kleinnadelige Fichte zu sein. Wuchs kompakt und eher niedrig. Sonst keine Ahnung. Ich tippe auf Kissenfichte?
Die unteren Äste sind eher unbrauchbar. Weiter oben allerdings kann man sie schön weit nach unten ziehen und somit eine alte Gebirgsfichte gestalten. Etwas Zukunftsmusik muss man zugeben, aber der Stamm ist interessant und alt. Spaltet sich recht weit unten.

Ist diese ernsthaft zur Gestaltung geeignet? Wie sieht es mit Rückknospung aus an den Ästen? Kann da jemand was schreiben dazu? Ebenfalls wichtig wären Infos zum Wurzeleingriff. Es scheint zwar, als wäre sie schon ewig im Topf, aber eben nicht unbedingt in einer flachen Schale.
2.jpg
Gesamtbild etwa 80-100cm breit
2.jpg (199.96 KiB) 874 mal betrachtet
1.jpg
Detail Nadeln
3.jpg
ins Innere fotografiert
4.jpg
innere aus anderer Perspektive
4.jpg (202.74 KiB) 874 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Michael 86 am 20.09.2018, 12:29, insgesamt 2-mal geändert.
Grüße Michael :)

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Barbara
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Re: Welche Fichte? Bonsaitauglich?

Beitrag von Barbara » 16.09.2018, 18:28

Hallo Michael,

Ich habe vor 10 Jahren solch eine Fichte aus einem Balkonkasten, in welchem er wohl sein ganzes bisheriges Leben verbracht hatte, bekommen. Was es für eine Sorte ist, weiß ich allerdings auch nicht sicher. Ich tippe aber auf Nestfichte.
Innerhalb der nunmehr 10 Jahre hat sich einiges getan. Die Rückknospung braucht halt ihre Zeit, aber sie findet statt. :wink:
Ansonsten ist das Bäumchen total pflegeleicht, sehr wuchsfreudig und macht mir viel Spaß.
Ich zeige Dir mal ein Anfangsbild und mache gleich eine eigene Entwicklungsdoku in "Gestaltung" auf. Dann kannst Du Dir selbst ein Bild von der Bonsaitauglichkeit machen.
viewtopic.php?f=9&t=47781&p=532999#p532999

Liebe Grüße,
Barbara
Dateianhänge
Fichte Balkonkasten_2008_06_b.JPG
Juni 2008, noch im Eternit-Balkonkasten
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE

Michael 86
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Re: Welche Fichte? Bonsaitauglich?

Beitrag von Michael 86 » 17.09.2018, 08:41

Danke Barbara
Grüße Michael :)

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Re: Welche Fichte? Bonsaitauglich?

Beitrag von Michael 86 » 17.09.2018, 09:02

Ich ergänze mal den Link für Mitleser und für mich zum nachschlagen und schreibe hier weiter, um deine Doku nicht zu stören.

Vielen Dank für deine Mühe. Auf dem Foto mit dem entwickelten Neuaustrieb erscheint es mir, als hättest du eine großnadelige Fichte. Nestfichte könnte passen. Ich denke es handelt sich nicht um die gleiche. Kissenfichte würde eher zu meiner passen. Aber ich vermute es wird da keinen Unterschied geben.
Trotzdem würden einige Äste entfernt werden müssen. Da könnte ich einfach nur noch restliche Fetzen stehen lassen.

Danke nochmal, für deine Doku. Trifft jetzt nicht unbedingt das, was ich für mich im Kopf hatte, aber zeigt ein weiteres Beispiel, was man draus machen könnte.
Bleibt nur eine Sache zu klären. Was wollen sie dafür und was ist sie mir wert....
Grüße Michael :)

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Re: Welche Fichte? Bonsaitauglich?

Beitrag von Michael 86 » 17.09.2018, 10:55

Hm... der Preis ist okay.

Allerdings sind die oberen Äste nach oben gerichtet. Schwer zu sagen, wie ich die mit Ansatz nach unten bekomme. Für einen Literat wären allerdings zu viele untere Äste, die fallen müssten. Passt nicht so recht zu einem Literatenstamm
Grüße Michael :)

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Re: Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von Michael 86 » 20.09.2018, 12:38

Sooooo

Startbeitrag editiert


Ich habe die Fichte gekauft. Sie gefällt mir einfach zu gut, um es nicht zu wagen. Habe heute alle toten Zweige und Äste bis auf evtl. verwertbares Material für Totholz entfernt. Dabei kam schon einiges zusammen. Gute drei Kehrbleche voll.
Jetzt wollte ich was für die Wasseraufnahme der alten Erde tun und habe das oberflächige Moos abgekratzt. Die Oberfläche ist immer noch sehr fest und schwer saugfähig. Sogar schon von vielen Wurzeln durchzogen. Einen dichten Wurzelfilz, der sich unterm Topf gebildet hat, habe ich auch weg geschnitten. Eigentlich war der Plan,, den Ballen nicht mehr groß zu bearbeiten. Vielleicht ein bisschen außen und unten ankratzen und mit einer leichten Drainageschicht versehen, den Rand mit Split auffüllen. Doch ich habe es nicht einmal geschafft, die Fichte aus dem Topf zu bekommen. Ich befürchte, dass der Topf komplett bis ins innerste ein reiner Wurzelklumpen ist. Gibt es überhaupt Chancen so etwas zu korrigieren? Fürs erste scheint es, als wäre es nötig, den Topf zu zerstören um die Fichte da raus zu bekommen. Vielleicht gelange ich von unten ins innere des Ballens, wie es schon bei vielen Pflanzen der Fall war. Innen scheinen die Wurzeln keine Chance zu haben und versuchen sich außen und unten endlos zu drehen. Das ist jedenfalls meine Hoffnung, den Klumpen so über die Jahre aufzulösen.
Grüße Michael :)

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Re: Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von Sanne » 20.09.2018, 16:02

Hallo Michael,

mit einem scharfen Messer kannst Du bestimmt am Rand entlang des Topfes die Fichte raus schneiden und den verdichteten Wurzelballen mit einem Wurzelhaken oder -Kralle auflockern. Dann die alte Erde mit Hilfe des Gartenschlauches ausspülen. Aber das wird sicherlich ein Kraftakt bei der Größe und Breite des Baumes. *schwitz*

Bin auf die weitere Entwicklung sehr gespannt.

Grüße, Sanne

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Re: Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von Michael 86 » 20.09.2018, 16:12

Hallo Sanne

Wäre jetzt noch ein guter Zeitpunkt für einen solchen Eingriff? Natürlich würde ich nicht den ganzen ballen bearbeiten...
Das wäre eigentlich das Vorgehen, welches ich normal versuchen würde. Aber an der Oberfläche löst sich nichts mehr bis auf die moos Schicht.
Grüße Michael :)

Sanne
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Re: Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von Sanne » 20.09.2018, 16:44

Michael 86 hat geschrieben:
20.09.2018, 16:12
Wäre jetzt noch ein guter Zeitpunkt für einen solchen Eingriff?
Hallo Michael,

laut meinem schlauen Bonsaibuch wird der Umtopfzeitpunkt zwischen September und März empfohlen.

Du hast ja auch die Möglichkeit, die Fichte frostfrei zu überwintern.? Vielleicht wäre es auch möglich, die Fichte nach der Wurzelbearbeitung in den Garten auszupflanzen und im nächsten Jahr wieder in eine Schale oder Holzkiste umzusetzen.

Grüße, Sanne

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Re: Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von Michael 86 » 20.09.2018, 23:20

Hallo Sanne

Frostfrei überwintern wird bei Immergrünen schwer. Kommt eben drauf an, welcher Teil frostfrei bleiben soll. Den Wurzelklumpen könnte ich tatsächlich im Garten versenken. Ein großes Loch und den topf rein, das wäre schon machbar. Aber die ganze Fichte frostfrei stellen wird nicht wirklich funktionieren.

Ich habe mir schon überlegt, wie es wäre, wenn ich den Wurzelklumpen von außen mit einem 2cm Holzbohrer schrittweise einbohren und mit Kiryu auffüllen würde, bis es eben ausreicht, ihn aufzulockern. Von unten könnte ich immer mal ein paar cm absägen.
Grüße Michael :)

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Re: Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von hwolf » 21.09.2018, 07:41

Moin,

ich würde Dir empfehlen, den Wurzelballen mit einer Säge zu bearbeiten, indem du nachdem der Topf ab ist ganz dünne Scheiben vom äußeren Rand des Wurzelballens abschneidest. Das erscheint mir das schonendste bei ganz und gar verfestigten Ballen. Eine Baobachtung von mir ist auch, dass es tatsächlich dann ein,zwei Jahre später leichter geht, weiter ins Innere vorzudringen, wenn man um den verfestigten Ballen nur grobes mineralisches Substrat aufgefüllt hatte. Ich glaube, der innere Ballen lockert sich durch das Wachstum der Wurzeln so von selbst. Habe ich hier auch schonmal irgendwo gelesen. Bei meiner Feige hat das über die letzten 3 Jahre sehr gut funktioniert.

Viel Glück -
Heinrich
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Re: Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von Michael 86 » 21.09.2018, 08:21

Hallo Heinrich

Danke für deine Antwort.
So etwas habe ich mir auch schon überlegt. Allerdings habe ich das für zu rabiat gehalten für einen Nadelbaum und wieder verworfen. Die meisten Wurzeln werden außen sein. Ich habe die Befürchtung, dabei zu viel Wurzelmasse zu entfernen. Andererseits hast du recht. Bei alten verfestigten Bonsai macht man das nicht anders und meine kleine Mädchenkiefer hat das auch gut weg gesteckt. Da wurden (nicht von mir) ebenfalls die unteren paar cm vom Boden weg geschnitten und am Rand etwas gekratzt und aufgefüllt. Beim nächsten Umtopfen hat der Bonsai diese Stelle schön verwurzelt und der restliche Teil wird bearbeitet.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Bäume wenn sie denn endlich gutes Substrat zur "Auswahl" haben, ihre inneren Wurzeln verkümmern lassen, weil die äußeren einfach wirtschaftlicher sind.
Ein neuer größerer Topf muss eh her. Ich denke eine Möglichkeit könnte es sein, wenn ich das in Etappen um den Ballen herum mache. In den großen Topf stelle ich den kleinen Topf und schneide immer ein Stück raus an der abgesägten Stelle. Die Zwischenräume fülle ich mit lockerem Substrat. So wachsen die neuen Wurzeln kontrolliert nach außen und der alte Ballen bleibt unbehandelt und getrennt. Wenn ich das jährlich erweitere, sollte das eine schonende Mischung aus allem sein.

Ich schau mal, dass ich heute einen neuen Topf finde, der größer ist. Wenn ich den hab, kann ich ohne schlechtes Gewissen den aktuellen Topf an der Seite einschneiden und zur not je nach Vorgehen immer noch weiter benutzen. Erst dann habe ich einen richtigen Überblick, wie es tatsächlich aussieht. Evtl. sind weiter unten ja überhaupt keine Wurzeln mehr, wegen Dauernässe und Luftmangel.

Ich bin nur unsicher ob es jetzt noch schlau wäre oder besser im Frühjahr. Da werde ich mal noch schauen, was ich so finde.
Grüße Michael :)

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Re: Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von Sanne » 21.09.2018, 17:02

Hallo Michael,

es genügt, wenn der Wurzelbereich bei der Überwinterung geschützt wird, z.B. in einem schattigen Bereich des Gartens den Baum einzusenken. Ohne Schale oder Topf soll es sogar besser sein, wenn der Wurzelballen direkt Kontakt mit der Gartenerde bekommt. Äste und Stamm halten mehr Kälte aus.

Grüße, Sanne

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Re: Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von Erwin » 21.09.2018, 20:51

Da fällt mir gerade ein: ich hatte früher mal die Bäume über den Winter ohne Schale/Topf im Garten eingegraben. Im Frühjahr hatten die Herrschaften einen recht lockeren Wurzelballen, weil nämlich die Regenwürmer durch gekrochen sind. Die könnten durchaus auch totes Material auffressen und dadurch den Ballen etwas aufzulösen helfen.

Nur als Denkanstoss....

Erwin
sorry, "schalenstudio.de" existiert nicht mehr...neue HP in Vorbereitung

Michael 86
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Re: Kissenfichte - Mammutsprojekt der Jahrzehnte

Beitrag von Michael 86 » 21.09.2018, 20:58

Hallo Erwin

Danke für die Idee. Das ist tatsächlich eine Möglichkeit. Das werde ich sk handhaben.
Ein großes Dankeschön für die Info
Grüße Michael :)

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