Pfahlwurzel - Wundverschluss

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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zopf
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Pfahlwurzel - Wundverschluss

Beitrag von zopf »

Hallo
Wie handhabt Ihr es wenn große Wurzel z.B. Pfahlwurzeln
gekappt werden. Da in der Schale das Wachstum sehr
begrenzt ist dauert der Wundverschluss teilweise so
lange das beim nächsten umtopfen die Wunde immer
noch offen und bei langsam wachsenden Pflanzen
sogar eine Vergrösserung der Wunde festzustellen ist.
Der einzigen Hinweis den ich bis jetzt erhalten habe
bezieht sich auf LacBalsam welches meiner Erfahrung
nach im Wurzelbereich nicht dauerhaft ist.
Speziell geht es mir um eine Prunus donarium
und im Frühjahr beim Umtopfen weiss ich was mich
erwartet. ( Wunde nicht behandelt )
Für Hinweise oder Ratschläge wäre ich dankbar
mfG Dieter
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hfbonsai
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Beitrag von hfbonsai »

Hallo

Ich verwende Holzkohle, ich nehme ein Stück und reibe es über die Schnittstelle, bis es aussieht als wäre die Schnittfläche schwarz angemalt.
Dann Pflanze ich den Baum in die neue Schale.

Die Holzkohle hat eine desinfizierende Wirkung und begünstigt das verwachsen der Wunde.

Gruß Frank
Gruß Frank

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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Frank
Dem folgend wäre es dann wohl auch
sinnvoll um den Schnittbereich herum
Holzkohle als Substrat zu nehmen ?
Dieter
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Karsten
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re

Beitrag von Karsten »

Hallo
ich verwende bei allen Schnittstellen im Wurzelbereich
zusätzlich zur Holzkohle

"Mittelchen"

ich habe keine Versuchsreihen angelegt
aber die "gefühlte" Wirksamkeit ist SUPER !! :wink:

http://cannabis-archiv.de/wiki/Bewurzelungshormon

http://www.headshop-420.net/headshop/2817.shtml

leider nur für den Export bestimmt,
ich fahre zur Anwendung immer einen Meter außerhalb der EU ! 8) :wink:

schönes WE
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Frank und Karsten
danke für Eure Antworten
Ich weiss es nicht genau , vermute aber das in "Mittelchen"
Indolbuttersäure ist. Das würde zu neuer Wurzelbildung
führen die in diesem Fall nicht erwünscht.
Ich möchte einen schnellen Wundververschluss
grosser unterirdischer Schnittstellen erreichen
und Faulstellen vermeiden.
Ein schönes Wochenende
Dieter
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hfbonsai
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Beitrag von hfbonsai »

zopf hat geschrieben:Hallo Frank
Dem folgend wäre es dann wohl auch
sinnvoll um den Schnittbereich herum
Holzkohle als Substrat zu nehmen ?
Dieter
Hallo

Wie schon in einem anderen thread erwähnt, ist Holzkohle desinfizierend.

Hat aber den Nachteil schnell zu zerfallen, dann entsteht eine schmierige Pampe. Die die Sauerstoffversorgung der Wurzeln behindert.
Eine eingeriebene Schnittstelle ist nicht das gleiche wie das Substrat durch Holkohle anzureichern.

Allerdings sind das nur meine persönlichen Erfahrungen und wenn jemand Holzkohle ins Substrat beimischt, dann ist das für denjenigen OK, ich mache es nicht. :wink:

Mittelchen kenne ich nicht ! :roll:

Gruß Frank
Gruß Frank

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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Frank
Der Baum wird jedes Jahr umgetopft
mit Auflösung des Kernballens, bis die
Sanierung erfolgt ist.
In diesem Zeitraum dürfte der Zerfall
der Holzkohle wohl nicht so schlimm sein ?
mfG Dieter
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hfbonsai
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Beitrag von hfbonsai »

Hallo Dieter

Das verstehe ich nicht ! :shock:

Warum topfst du den baum jedes Jahr um und was willst du damit erreichen :?: :?: :?:

Frank

Einen Bonsai der große Schnittwunden im Wurzelbereich hat, würde ich nicht jedes Jahr umtopfen sondern ihm 2-3. Jahre Ruhe gönnen. Das ist bei mir eine Wurzelsanierung. :wink:
Gruß Frank

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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Frank
Der Baum ist halt in einem Jahr durchgewurzelt.
Viel Wasser und viel Dünger tun das Ihrige dazu.
Vielleicht bin ich ja auch ein Umtopf-Fetischist.
Im Ernst , ich fange erst oberirdisch an wenn
unter der Erde alles in Ordnung an. Dazu forciere
ich das Wachstum (auch für die Vernarbung im
oberirdischen) und daraus resultiert dann halt
eben die Durchwurzelung in einem Jahr.
Da es bei uns sehr regenreich ist benutze ich
grobkörniges Substrat und muss halt auch
viel düngen. Mag sich vielleicht komisch
anhören und ist vielleicht auch nicht so richtig
aber ich mag kraftstrotzende Bäume.
Die Zeichen des Alters und den Verfall
erlebe ich an mir selbst und das reicht.
Ein schönes Wochenende
Dieter
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hfbonsai
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Beitrag von hfbonsai »

Hallo Dieter

Wenns funktioniert ! :o

Ich taufe diese Praxis mal salop : Die Wühlmaustaktik ! :wink:

Im Obstanbau vornehmlich an Apfelbäumen, treten die Wühlmäuse verstärkt im Herbst auf. Sie fressen einen Teil der Wurzeln, dann erholt sich der Baum über das Frühjahr und den Sommer und treibt auch kräftig aus.
Wenn man als Obstbauer nicht aufpasst geht das ein paar Jahre so, bis dann der Baum letztendlich eingeht.
Das kann mit Bäumen passieren die schon etliche Jahre alt sind und auch eine stattliche Größe haben.

Aber, wenn Du mit dieser Praxis gute Erfahrungen gemacht hast, dann mach weiter so, allerdings verstehe ich dann deine Frage wegen der Wundheilung der Wurzeln nicht. :?:

Nichts für ungut

Frank
Gruß Frank

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Tom E.
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Beitrag von Tom E. »

zopf hat geschrieben:Der Baum ist halt in einem Jahr durchgewurzelt.
Hallo!
Das klingt irgendwie nach Dreispitzahorn..., oder?

Warum eigentlich Wundverschluss bei Wurzeln :?: Alles was unter der Erde ist hat bei mir noch nie Wundverschluss bekommen. Das verlief bisher immer ohne Probleme. :)
Viele Grüße,
TOM ENGELN
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Karsten
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Beitrag von Karsten »

zopf hat geschrieben:...... würde zu neuer Wurzelbildung
führen die in diesem Fall nicht erwünscht.
Ich möchte einen schnellen Wundververschluss
grosser unterirdischer Schnittstellen erreichen
und Faulstellen vermeiden...

Hallo Dieter

keine Angst die großen Wurzeln wachsen nicht explosionsartig nach
8)

aber

"......Wurzelbildende Stoffe beschleunigen den Zelldifferenzierungsprozess,
...stimulieren die Bildung undifferenzierter Gewebezellen,
die sich danach schnell zu Wurzelzellen differenzieren."

und DIE fangen IMMER als Haarwurzeln an
und das kann doch nicht unerwünscht sein ?
nur durch Gewebewachstum kann es doch zu einer Überwallung der
Wunden kommen
außerdem soll es auch einen wirksamen Schutz gegen Bakterien und Pilzbefall bieten.

ICH stecke schon lange nichts mehr ohne in die Erde
8) :wink:
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Einstäuben von Wurzelwunden mit Holzkohle kann zwar nicht schaden, aber einen wirklichen Schutz gibt es für verletzte Wunden nicht ...... :?

Vielmehr zeigen Forschungsarbeiten ( :arrow: Versuche, bei denen Wurzeln von freigelegten Wurzelräumen von Alleebäumen bewusst gekappt und wieder zugebuddelt wurden...) verblüffende Ergebnisse: demnach können Bäume Wunden bei Wurzeln um ein vielfaches besser abschotten (Anm.: Shigo lesen...), wie dies bei Wunden im Stamm- und Kronenbereich möglich ist.

Bild

Also ist im Prinzip jeder Wundverschluss im Wurzelbereich zwecklos .....
Werner
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Beitrag von Werner »

hfbonsai hat geschrieben:Hallo Dieter

Wenns funktioniert ! :o

Ich taufe diese Praxis mal salop : Die Wühlmaustaktik ! :wink:

Im Obstanbau vornehmlich an Apfelbäumen, treten die Wühlmäuse verstärkt im Herbst auf. Sie fressen einen Teil der Wurzeln, dann erholt sich der Baum über das Frühjahr und den Sommer und treibt auch kräftig aus.
Wenn man als Obstbauer nicht aufpasst geht das ein paar Jahre so, bis dann der Baum letztendlich eingeht.
Das kann mit Bäumen passieren die schon etliche Jahre alt sind und auch eine stattliche Größe haben.

Aber, wenn Du mit dieser Praxis gute Erfahrungen gemacht hast, dann mach weiter so, allerdings verstehe ich dann deine Frage wegen der Wundheilung der Wurzeln nicht. :?:

Nichts für ungut

Frank

Ich glaube Wühlmäuse wissen nicht wann der Baum genug hat, Zopf schon
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Hallo zusammen!

Was könnte mir mehr einfallen, als das was Wolfgang schon geschrieben hat (schön, daß ich nicht der einzige bin, der mit jenem Buch wedelt).

Tatsächlich habe ich letztes Jahr im Herbst einen Ilex aquifolium aus einem Garten gesammelt. Habe ihn um die Hälfte oben gekürzt und gleichzeitig die dicke Hauptwurzel mit einer Säge geschnitten (Es enstand eine ca 5cm große Wunde). Danach habe ich ihn in reinen Torf gesetzt (Kübel). Er ist fantastisch ausgeschlagen, hatte an den frischen Trieben ein wenig Läuse, die aber verschwanden, sobald der Trieb verholzte. Werde mir im Frühjahr die Wunde genauer ansehen. Alles in allem schon eine sehr drastische Maßnahme, ich werde ihn dieses Jahr aber wohl noch völlig unangetastet lassen. - Es ist halt viel Geduld gefragt.

Schöne Grüße
Holger
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