Techniken zur Rückknospung bei Äpfeln und Birnen

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Sanne
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Re: Techniken zur Rückknospung bei Äpfeln und Birnen

Beitrag von Sanne »

abardo hat geschrieben: 18.06.2019, 17:08 Sanne,

es geht hier nicht um "viel besser", sondern um "genau so". Um "das-exakt-hier-machen-ergibt-exakt-das-Resultat". Das sollte hier eigentlich ein Fachbeitrag werden und kein "guck-mal-das-geht-auch-irgendwie-so-vielleicht-nach-Gefühl".

Ich schneide meine Bäume nicht nach "Gefühl", sondern mit Wissen. Wer Wissen hat, sollte hier unbedingt reinschreiben.
„Danke“ für Deine Arroganz.

Ich glaube nicht, dass Reiner als anerkannter Bonsailehrer und -Gestalter keine Ahnung hat.
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abardo
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Re: Techniken zur Rückknospung bei Äpfeln und Birnen

Beitrag von abardo »

Mit Arroganz hat das nicht zu tun. Du verwechselt Ahnung oder bekanntes Wissen mit exaktem oder neuem Wissen. Wie im ersten Beitrag bemerkt, wollte ich nur neue Tricks mitteilen und neue Tricks erfahren, nicht alt bekanntes Wissen wiederholen.

Kann man sich auch mal dran halten. Insbesondere wenn ich das dann nochmal wiederholt hatte.

Gleich kommt noch einer mit Heckenschnitt, Ablaktion, seiner Kirsche oder dem Pinzieren von Wacholderlaub. Funktioniert alles, ist hier aber in dem Thread auch nicht gefragt.
Zuletzt geändert von abardo am 18.06.2019, 22:23, insgesamt 2-mal geändert.
Grüße, Frank
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zopf
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Re: Techniken zur Rückknospung bei Äpfeln und Birnen

Beitrag von zopf »

Ein Baum bildet nicht Adventivknospen ( an den Zweigansätzen),
sondern auch Proventivknospen (zwischen den Internodien).
Mfg Dieter
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abardo
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Re: Techniken zur Rückknospung bei Äpfeln und Birnen

Beitrag von abardo »

Richtig, Dieter. Und jetzt weiss ich, wie ich die anregen kann.
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Thorsten1504
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Re: Techniken zur Rückknospung bei Äpfeln und Birnen

Beitrag von Thorsten1504 »

abardo hat geschrieben: 18.06.2019, 17:34 Nochmal nachgefragt: einen Apfel komplett entlaubt (oder nur Teilblattschnitt ?) und alle Triebspitzen gekappt und es gibt sowohl eine Rückknospung mit neuen Knospen, die vorher nicht zu erkennen waren und dazu den normalen Austrieb aus den Blattachseln, deren Blätter man dann abgeschnitten hatte. Und kein Ast stribt ab.
komplett auf 2 Knospen zurückgeschnitten und entlaubt.

Und kein Ast ist abgestorben!!!

Fotos hab ich leider nicht, weil ich ja son bißchen n Dokumentationsmuffel bin. :oops:

Genauso hat Sanne es auch gemeint denke ich...
Thorsten1504 hat geschrieben: 18.06.2019, 17:05 Eine komplette Entlaubung eines Astes oder sogar des ganzen Baumes führt bei Äpfel und Birnen sehr wahrscheinlich zum Absterben von einem oder mehreren Ästen.
ich habe mich halt gefragt, wie Du zu dieser Erkenntnis gekommen bist.
Jeder kann ja durchaus andere Erfahrungen haben. Ist sicherlich auch von vielen Faktoren abhängig.

Aber ist das Wissen oder ne Ahnung???.... *schulter zuck*
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abardo
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Re: Techniken zur Rückknospung bei Äpfeln und Birnen

Beitrag von abardo »

Um mir einen Grundstock an Methoden zu erarbeiten, habe ich im Rahmen der vorhanderen Bäume und diverser Nachzuchten viele, viele Tests gemacht. Bei fast allen Arten weiss ich nun, wie ich gezielt Äste aufbauen, Rückknospung erreichen und Verzweigung wirklich schnell aufbauen kann. Vorher war das immer nur so "Gefühl" oder "was-machen-und-das-Beste-hoffen". So hab ich nicht so bekannte Methoden (wie z.B. Andreas Ludwigs Fichtenschnitt) ausprobiert und für wirklich gut befunden, für diverse Kiefern Mekiri wiederentdeckt (und auch auf Mugos angewendet, obwohl alle behaupteten, dass das nicht geht), die Vollmari-Methode auf andere Sträucher übertragen und meine "Mädchenkiefer-Exlosion" ganz neu entwickelt. Diese Methoden sind meine Grundlage, um demnächst ein System zum Aufbau von Rohlingen vorzustellen, dass etwas anders ansetzt, aber bei den ersten Tests extrem effektiv ist.

Nur Äpfel und Birnen waren mir noch ein echtes Rätsel (fast alle andere Laubbäume reagieren ja zufriedenstellend auf den Schnitt am Triebende, ob nun Heckenschnitt oder gezielt, oder reagieren gut aufs Pinzieren).

... Rücktrocknung und Absterben ganzer Zweige und Äste ist mir bei Testäpfeln regelmässig passiert, sowohl bei Bonsai oder auch zum Test an Gartenäpfeln (Obstbäume schneide ich schon ewig, zumeist "auf Frucht", aber zum Testen halt auch anders. Und Gartenbonsai und Büsche auch schon ewig auf Form). Zuerst hatte ich oft nur die Endtriebe beschnitten, dann kamen zumeist nur die letzten Knospen am Ende. Dann hab ich einige Male Teilblattschnitte gemacht, da sind nur die Knospen in den Blattachseln gekommen (ok, manchmal gabs auch eine Rückknospung, aber irgendwie unsystematisch). Dann diverse Male Komplettentlaubung, mit und ohne Triebschnitt, an ganzen Ästen, mehreren Ästen oder dem ganzen Baum. Brachte auch nicht wirklich sinnvolle Ergebnisse, ausser dass eben auch Zweige und Äste abstarben. Alles zu verschiedenen Zeitpunkten ausprobiert.

Wegen dem Rücktrocknen und Absterben habe ich dann so vor 3-4 Jahren die Endtriebe und letzten Blättern dran gelassen. Abgeguckt von den Mädchenkiefern, die das Kappen der Endkospe auch überhaupt nicht mögen und dann gerne rücktrocknen. Die Idee war einfach, den Saftfluss zu erhalten. Hat immer sehr zuverlässig geklappt, dann später eben auch an Birnen. Keine Teilverluste mehr und gezielte Rückknospung immer kurz vor den letzten beschnittenen Blätter aus dem schlafenden Knospen an den Nodien. Mach ich jetzt seit einer Weile gezielt, klappt bestens.

Es gibt aber noch einen Vorteil: macht man den Blattschnitt wie oben beschrieben, bekommt man sowohl eine Rückknospung als auch eine echte Verzweigung. Gleichzeitig und gezielt. Und kann es jedes Jahr zweimal anwenden (aber nicht an jedem Ast gleichzeitig, das schwächt dann den Baum).

Die Biegemethode habe ich durch Zufall bei Kiefern entdeckt und mich halt gefragt, ob das auch bei anderen Bäumen geht. Ja. Geht. Wie man sieht. Und wie man denn einen nicht gewollten "oberen" Austrieb nutzen kann.
Zuletzt geändert von abardo am 19.06.2019, 05:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Techniken zur Rückknospung bei Äpfeln und Birnen

Beitrag von Thorsten1504 »

abardo hat geschrieben: 18.06.2019, 22:58 Die Biegemethode habe ich durch Zufall bei Kiefern entdeckt und mich halt gefragt, ob das auch bei anderen Bäumen geht. Ja. Geht. Wie man sieht. Und wie man denn einen nicht gewollten "oberen" Austrieb nutzen kann.
Funktioniert auch gut bei Ahornen um die Verzweigung in die waagerechte zu drehen.

Die sogenannte Scheitelpunktförderung ist so neu nicht und schon in einem Buch von 1997 zu finden...

Bild hab ich wieder rausgenommen, wegen Urheberrecht
Zuletzt geändert von Thorsten1504 am 19.06.2019, 16:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Techniken zur Rückknospung bei Äpfeln und Birnen

Beitrag von abardo »

Siehe da. Endlich mal Fachwissen. Und hat sogar einen sinnvollen Namen. Wurde auch hier im Forum ab und zu erwähnt (siehe viewtopic.php?f=8&t=42198). Ist aber nur wenig bekannt, wird wenig genutzt und wird wenig empfohlen. Es muss auch mal betont werden, dass man die Methode nicht nur nutzen kann, um Zuwachs zu erreichen, sondern eben mit dem Ziel hinterher den Ast deutlich einzukürzen. Gezielte Rückknospung.

Nur nutzt es einem nicht wirklich etwas, wenn die neuen Triebe oben auf dem Ast wachsen, deshalb noch das Drehen dazu.
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