Meine Strategie, um an meine Bäume zu kommen, ist recht einfach: ich investiere viel Zeit, schaue mich ausgiebig um, fahre schon mal weite Strecken um interessante Baumschulen kennenzulernen. Das ist mir viel lieber, als einen fast fertigen Baum zu kaufen und sehr viel Geld investieren zu müssen.
Oft geht man bei dieser Methode aber leer aus, ich lasse 999 von 1000 Bäume stehen, weil mir keine Zukunftsvision dazu einfallen will. Aber dann gibt es wieder Momente, wo man Licht am Tunnel sieht.
Als ich diesen Baum 1/2019 in einer Baumschule fand, machte ich innerlich Purzelbäume
Los ging die Reise 3/2019 mit dem Abflachen des Wurzelballens, Entfernen der lehmigen Muttererde und der Korrektur des Nebari. Geschnitten habe ich nur wenig, ich wollte den Baum erst mal kennenlernen. Im ersten Jahr wuchs er für einen Kiyohime recht stark, ich habe ihn teilschattiert, gut gedüngt und gewässert, aber ansonsten in Ruhe gelassen. 11/19 habe ich die Krone ein wenig zurückgeschnitten, für mich stimmen die Proportionen fürs erste. Im nächsten Frühjahr werde ich ihn in eine flachere, aber größere Schale pflanzen.
Urwüchsig und erhaben soll er sein und bleiben - das ist ein Baum, der ganz in Ruhe und gemächlich altern darf...
In der Literatur wird vielfach das Problem beschrieben, dass die Sorte baseldominant ist und demzufolge die Krone im Mittelbereich im Laufe der Zeit schwächer werden kann.
Was sind Eure Erfahrungen, um dem Problem Herr zu werden?
Muss ich ansonsten bei der Sorte etwas besonderes beachten, auch im Vergleich mit anderen Ahornsorten?
Baumhöhe: 60cm
Stammdicke: 12cm
Nebari: 24cm
