Yamadori Bergung

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Roland.O
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Roland.O »

Danke Herbert für den Hinweis, der leider zu spät ist.
Was kann ich zur Retung beitragen?

LG. Roland.


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Herbert A
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Herbert A »

Roland,

ohne den Baum und deine Vorgangsweise zu kennen ist es schwer einen richtigen Rat zu geben.

Die Rotbuche wird im Austrieb steckengeblieben sein.
Schau dir die Bilder in diesem Thread genau an. Vielleicht kannst du da das selbe Schadbild wie bei dir feststellen.
viewtopic.php?f=9&t=47700&p=551181&hili ... st#p551181
Deine Rotbuche würde ich jetzt nur an einen Standort mit Morgen- oder Abendsonne stellen.

Als letzten Weg zu Rettung eines Baumes mit zu wenig Wurzeln wäre den Baum in gespannte Luft zu stellen.
Wie?

Alle geschädigten und auch die gesunden Blätter abschneiden. Den Baum mitsamt der Schale in einen 240 lt. Müllsack stellen und oben zubinden. Baum schattig stellen. Alle 2 Tage ganz kurz lüften. Hier hat der Baum die Chance neue Wurzeln zu bilden und dann noch einmal auszutreiben. Wenn der Baum allerdings schon zu sehr geschädigt ist, kann das keine Wunder bewirken.

Viel Glück

Herbert
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Roland.O
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Roland.O »

Servus Herbert.

Danke für den Hinweis, denn genau dieses Schadbild, nur viel schlimmer zeigt meine Rotbuche aus.
Werde deinen Vorschlag mit entlauben und Plasticksack sofort umsetzen.
Könnte man den gleichen Vorgang auch beim Pyrus anwenden?

Danke für gie Glückwünsche.

LG. Roland.

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Herbert A
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Herbert A »

Roland, eigentlich macht man das bei frisch ausgegrabenen Bäumen, bei denen man wenig Wurzeln bergen konnte. Damit wird die Verdunstung stark reduziert und der Baum kann die eingespeicherte Energie zur Wurzelbildung und zum Austrieb nutzen.

Bei schon geschwächten Bäumen, die nochdazu schon einen Großteil der Energie für einen Austrieb verwendet haben reduziert sich die Chance deutlich.

Für mich ist diese Methode immer die letzte Option.

Diese unterstützende Maßnahme ist vor allem für Laubbäume geeignet. Bei Nadelbäumen habe ich da keine Erfahrung.

lg
Herbert
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Roland.O
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Roland.O »

Bei einer frisch geborgenen Hainbuche habe ich es vorerst erfolgreich angewandt.

Bei der Rotbuche hätte ich es nicht erwartet, da sie voll mit Laub ausgetrieben hat, war ich der Meinung mit genügend Wurzeln auszukommen. Mann lernt hoffentlich mit jeder Erfahrung dazu.
Jetzt habe ich alle meine Schwächlinge eingesackt und bin am Beten.

LG. Roland.

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Delamitri
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Delamitri »

Bonsai-Abbing hat geschrieben:
22.03.2020, 16:28
Aus Naturschutzgründen aber verlegen die meisten Sammler - mich eingeschlossen - das Ausgraben aus freier Natur nur bis Ende Februar. Ab März bis Oktober ist das für Privatpersonen bundesweit untersagt, siehe Bundesnaturschutzgesetz!
... ähmmm .... das ist so nicht richtig ... vorsichtig ausgedrückt! Gemäß § 39 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz) ist es grundsätzlich verboten, wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen. Aus einer Pflanze einen Bonsai zu machen, stellt keinen vernünftigen Grund dar (für den Bonsai-Liebhaber schon, aber wir zählen da nicht!). Ein vernünftiger Grund wäre z. B. eine bevorstehende Beseitigung der Pflanze aus anderen Gründen. Gemäß § 39 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 BNatSchG dürfen Bäume außerhalb des Waldes, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze im Zeitraum vom 01.03. bis 30.09. nicht angerührt werden. Ausgenommen sind schonende Form- und Pflegeschnitte.

Interessanterweise ist die Rechtslage im Burgenland ähnlich. Nach § 3 lit. a der Allgemeinen Naturschutzverordnung für das Burgenland (in Österreich ist der Naturschutz alleinig Ländersache) ist das Beseitigen von standortgerechten, einheimischen Buschwerken, Hecken und Feldgehölzen verboten. Nach § 4 dieser Verordnung sind Pflegemaßnahmen durch den Grundeigentümer oder sonst Berechtigten nur in der Zeit vom 01.10. bis 01.03.erlaubt.

Da sollte man mal darüber nachdenken ... auch nachdenken sollte man über die Verwendung mancher Begriffe ... Stichwort "Bergung". Der Baum auf dem Bild, der "Yamadori", macht nicht den Eindruck, als müsse er geborgen werden. Wer da die Genehmigung erteilt hat, dürfte recht unintelligent sein ...
Bis bald!

K.

"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."

Roland.O
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Roland.O »

Hallo Delamitri.

Danke für die Aufklärung.
Da du den Standort nicht kennst soltest du auch nicht über die Personen urteilen.
Zu deiner Info. Es war am Rande eines dahinwachsenden Steinbruches.

Gruß. Roland.

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Steki
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Steki »

Einige meiner Nachbarn holen sich öfters junge Lärchen odrr Rotbuchen bei mir aus dem Wald.
Das können sie von mir aus jederzeit machen. Soll nur die Bergungsstelle und der Wald sauber hinterlassen werden.
Was hat das mit unintelligent zu tun?
Menschen, die ständig glauben Anderen den Zeigefinger erheben zu müssen, sollten mal vor ihrer eigenen Tür kehren. Wie fad kann einem doch sein..?
*daumen_new* Stefan

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Delamitri
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Delamitri »

Roland.O hat geschrieben:
24.05.2020, 20:55
a du den Standort nicht kennst soltest du auch nicht über die Personen urteilen.
... ich habe nur von einem "Eindruck" geschrieben!
Steki hat geschrieben:
24.05.2020, 22:40
Menschen, die ständig glauben Anderen den Zeigefinger erheben zu müssen, sollten mal vor ihrer eigenen Tür kehren. Wie fad kann einem doch sein..?
Erläutere doch mal bitte die Begriffe "ständig", "Zeigefinger erheben" und "vor der eigenen Haustüre kehren"! Du kannst sicher davon ausgehen, dass ich vor meiner Haustüre gekehrt habe, dass bedeutet, dass ich diesbezüglich ein absolut reines Gewissen habe. Was soll das? Das war lediglich ein Hinweis auf die Rechtslage! Ist möglicherweise unangenehm ...
Bis bald!

K.

"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."

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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Bonsai-Abbing »

Da ich mit Genehmigung ausgrabe, ist meine oben gemachte Aussage nicht unrichtig.
Und was Steki meinte war wohl, dass niemand Klugscheisser mag, darum sollte man sich nicht wie einer benehmen.
Liebe Grüße
Frank *up*

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Herbert A
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Herbert A »

Nee Frank, Dalmatiri hat schon Recht und es ist auch keine Klugscheisserei.

Ein Bauer wird dir möglicherweise erlauben auf seiner Alm einen Baum auszugraben obwohl es Naturschutzgebiet ist.
Wenn man dann dabei erwischt wird, steht das Naturschutzgesetz über der Zusage des Grundeigentümers.
Und über allem stehen die Bundesgesetze.

Wenn mann dann beim ausgraben eines Baumes erwischt wird, dann darf man sich auch nicht beschweren.

Insbesondere in Österreich wird der Naturschutz immer strenger überwacht und es hat einige Italiener in unserer Gegend finanziell ziemlich hart getroffen.

lg
Herbert
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Steki
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Steki »

Natur und Pflanzenschutzgebiete sind natürlich eine andere Sache.
Das sollte aber auch der Grundbesitzer wissen.

Das war kein Angriff auf dich, Delmitri.
Ich meine einfach, dass wir Alle hier erwachsen genug sind, um in eigener Verantwortung handeln zu können. Und was ich einfach nicht mag, sind diese dauernden "Hinweise" auf Paragraphen und Verbote, von den "Zeigefingererhebern".

Mir ist das doch egal, wie ein Bonsaianer an seine Baum kommt. Solange man keinem Schaden zufügt, soll jeder selbst handeln dürfen. Aber natürlich auch mit möglichen Konsequenzen muss man leben können.

Als Grundeigentümer stört es mich einfach nicht, wenn egal zu welcher Zeit, Bäume ausgegraben werden. Wenn wir mit Seilwinde etc. im Starkholz arbeiten, müssen viel mehr kleine Bäume (leider) dran glauben.

Und wer sich verantwortungslos benimmt im Wald, soll mal trainieren, um schneller zu sein als mein Hund... 8)
*daumen_new* Stefan

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bock
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von bock »

Moin!

Ich habe beim Thema Yamadori nichts sachdienliches beizutragen.

Aber ob Alpenrepublik, Eidgenossenschaft oder Bundesrepublik (ja, Österreich ist auch eine!) - wir alle leben in einer Gesellschaft, in der Gesetze die Regeln für das Zusammenleben festlegen.
Diebstahl ist eine Straftat, und wer eine solche als übliches Vorgehen bezeichnet, outet sich als Dieb und stellt sich damit ausserhalb der Legalität.
Naturschutzgesetze sind zum Schutz der Natur erlassen, und wer dagegen verstößt begeht eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit.

Es ist bedauerlich, dass "Zeigefingererheber", "Klugscheisser" oder "Besserwisser" auf die geltende Rechtslage aufmerksam machen müssen. Wer mit dem Spaten loszieht, sollte sich der juristischen Bedeutung seines Tuns im Klaren sein - und die Verantwortung dafür übernehmen.
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
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Delamitri
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Delamitri »

... weil es gerade passt ... ein praktischer Fall aus dem Bereich Ausbildung (nicht erfunden) ... könnt Ihr ja mal prüfen! Ich bitte um Lösungsvorschläge ...

Allgemeines Verwaltungsrecht

1. Sachverhalt

Auf einem seiner Spaziergänge mit seinem Hund entdeckt der Schornsteinfegermeister und Bonsailiebhaber Robert Rohr im September 2015 auf dem Gebiet der kreisfreien Stadt Remscheid eine kleine „knorrige“ Lärche, die ihm für die Gestaltung als Bonsai sehr geeignet erscheint. Da Rohr über ein gewisses Unrechtsbewusstsein verfügt und ihm bekannt ist, dass man in einem Naturschutzgebiet nicht „einfach mal eben so“ Pflanzen ausgraben und mitnehmen darf, beabsichtigt er, eine Erlaubnis einzuholen.

Noch am selben Abend beantragt Rohr beim Forstamt der Stadt Remscheid per E-Mail die Erlaubnis, die Lärche auszugraben. Zur Erläuterung seines Antrages weist er darauf hin, dass die Lärche, die ungefähr 40 cm hoch ist, forstwirtschaftlich ohne Bedeutung sein dürfte, „verkrüppelt“ gewachsen ist und somit für den Wald keinen Verlust darstellen würde. Da ihm nicht bekannt ist, ob die Zuständigkeit für die Bearbeitung seines Antrages beim Forstamt liegt, bittet Rohr um Weiterleitung seines Gesuches an die zuständige Stelle für den Fall, dass die wichtige Frage „Warum gerade ich?“ von den Mitarbeitern des Forstamtes zu Recht mit „Nein, ich nicht!“ beantwortet werden könnte.

Wochenlang ist eine Reaktion trotz zweimaliger Erinnerung nicht wahrnehmbar. Am 20. Dezember 2015 klingelt bei Rohr abends gegen 20.00 Uhr das Telefon. Der für das Waldstück zuständige Revierförster teilt dem verdutzten Rohr mit, dass er das Bäumchen ausgraben dürfe. Auf den Hinweis, dass er, Rohr, doch gar nichts „Schriftliches“ hätte, reagiert der Förster etwas verärgert. Wenn er, der Förster, das sagt, dann „geht das schon klar“, Rohr könne sich auf seine Aussage berufen.

Im darauf folgenden Frühling ist die Lärche ausgegraben und in ein passendes Behältnis gepflanzt. Anlässlich einer anderen Angelegenheit sucht Rohr am 14.05.2016 die untere Naturschutzbehörde der Stadt Remscheid auf. Im Gespräch mit einem der Abteilungsleiter erwähnt Rohr die Geschichte mit der kleinen Lärche. Der Abteilungsleiter Ben Stiller erklärt dem überraschten Rohr, dass für einen solchen Fall nicht das Forstamt sondern er zuständig sei (diese Aussage trifft zu!) und dass er sich nun überlegen müsse, wie er die Angelegenheit rückgängig machen könne, da er eine derartige Erlaubnis wegen Unvereinbarkeit mit dem geltenden Recht niemals erteilt hätte.


2. Aufgaben

2.1 Prüfen Sie bitte, ob es sich bei der telefonischen „Erlaubnis“, das Bäumchen ausgraben zu dürfen, um einen Verwaltungsakt handelt.

2.2 Prüfen Sie bitte anschließend, ob und gegebenenfalls wie der zuständige Abteilungsleiter der unteren Naturschutzbehörde „die Angelegenheit
rückgängig machen“ kann. Prüfen Sie bitte außerdem, ob eine Aufhebung geboten ist.

2.3 Prüfen Sie bitte, ob der Fall anders zu beurteilen ist, wenn das Bäumchen noch
nicht ausgegraben wäre.


3. Auszug aus dem Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG)

§ 3 Zuständigkeiten, Aufgaben und Befugnisse, vertragliche Vereinbarungen, Zusammenarbeit der Behörden

(1) Die für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörden im Sinne dieses Gesetzes sind

1. die nach Landesrecht für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörden oder

2. das Bundesamt für Naturschutz, soweit ihm nach diesem Gesetz Zuständigkeiten zugewiesen werden.


§ 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen; Ermächtigung zum Erlass von Rechtsverordnungen

(1) Es ist verboten,

1. wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten,

2. wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten,

3. Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.

(2) Vorbehaltlich jagd- oder fischereirechtlicher Bestimmungen ist es verboten, wild lebende Tiere und Pflanzen der in Anhang V der Richtlinie 92/43/EWG aufgeführten Arten aus der Natur zu entnehmen. Die Länder können Ausnahmen von Satz 1 unter den Voraussetzungen des § 45 Absatz 7 oder des Artikels 14 der Richtlinie 92/43/EWG zulassen.

(3) Jeder darf abweichend von Absatz 1 Nummer 2 wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen.

(4) Das gewerbsmäßige Entnehmen, Be- oder Verarbeiten wild lebender Pflanzen bedarf unbeschadet der Rechte der Eigentümer und sonstiger Nutzungsberechtigter der Genehmigung der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn der Bestand der betreffenden Art am Ort der Entnahme nicht gefährdet und der Naturhaushalt nicht erheblich beeinträchtigt werden. Die Entnahme hat pfleglich zu erfolgen. Bei der Entscheidung über Entnahmen zu Zwecken der Produktion regionalen Saatguts sind die günstigen Auswirkungen auf die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu berücksichtigen.

§ 67 Befreiungen

(1) Von den Geboten und Verboten dieses Gesetzes, in einer Rechtsverordnung auf Grund des § 57 sowie nach dem Naturschutzrecht der Länder kann auf Antrag Befreiung gewährt werden, wenn

1. dies aus Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses, einschließlich solcher sozialer und wirtschaftlicher Art, notwendig ist oder

2. die Durchführung der Vorschriften im Einzelfall zu einer unzumutbaren Belastung führen würde und die Abweichung mit den Belangen von Naturschutz und Landschaftspflege vereinbar ist.

Im Rahmen des Kapitels 5 gilt Satz 1 nur für die §§ 39 und 40, 42 und 43.

(2) …

(3) Die Befreiung kann mit Nebenbestimmungen versehen werden. § 15 Absatz 1 bis 4 und Absatz 6 sowie § 17 Absatz 5 und 7 finden auch dann Anwendung, wenn kein Eingriff in Natur und Landschaft im Sinne des § 14 vorliegt.
...

4. Auszug aus dem Gesetz zum Schutz der Natur in Nordrhein-Westfalen und zur Änderung anderer Vorschriften (Landesnaturschutzgesetz - LNatSchG
NRW)

§ 2 Naturschutzbehörden, Grundflächen der öffentlichen Hand

(1) Die für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörden (Naturschutzbehörden) sind:

1. das für Naturschutz zuständige Ministerium als oberste Naturschutzbehörde,
2. die Bezirksregierungen als höhere Naturschutzbehörden,
3. die Kreise und kreisfreien Städte als untere Naturschutzbehörden.

§ 75 Befreiungen und Ausnahmen

(1) Für die Erteilung von Befreiungen nach § 67 Absatz 1 und 2 des Bundesnaturschutzgesetzes ist die untere Naturschutzbehörde zuständig. Der Beirat bei der unteren Naturschutzbehörde kann einer beabsichtigten Befreiung mit der Folge widersprechen, dass die Vertretungskörperschaft des Kreises oder der kreisfreien Stadt oder ein von ihr beauftragter Ausschuss über den Widerspruch zu entscheiden hat.


5. Bearbeitungshinweise

5.1

Gehen Sie weiter davon aus, dass die entsprechende Satzung der Stadt Remscheid die Regelungen des § 39 BNatSchG enthält.

5.2

Sollten Sie im Rahmen der Prüfung zu 2.1 zu dem Ergebnis kommen, dass kein Verwaltungsakt vorliegt, unterstellen Sie im weiteren Verlauf der Prüfung die VA-Qualität.

5.3

Die §§ 41 und 42 VwVfG sowie § 58 VwGO sind nicht zu thematisieren.
Bis bald!

K.

"Was machen Sie da?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich gestalte Bonsai."

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Steki
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Re: Yamadori Bergung

Beitrag von Steki »

gääääääähn, bin ich müde.. *muede*
*daumen_new* Stefan

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