Frage an die Azaleen Fraktion

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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bock
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Re: Frage an die Azaleen Fraktion

Beitrag von bock »

Nu - ich denke eher andersrum.

Nee George, nicht rückwärts. ;)

Aber wenn "große" kräftig belaubte Azaleen prosperieren aber kleine mickrige Stecklinge leiden - denke ich eher an Dauernässe, zu wenig Luft an der Wurzel.
Vielleicht sind die in der täglichen Routine auch einfach zu oft gegossen worden. Heike wies vor einiger Zeit mal darauf hin, dass man Azaleen doch lieber etwas trockener halten sollte als gemeinhin angenommen.

Ist natürlich auch immer ein Abwägen von Mikroklima, respiratorischer Oberfläche und Substratvolumen.
liebe Grüße Andreas
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Marc vL
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Re: Frage an die Azaleen Fraktion

Beitrag von Marc vL »

Hallo Andreas,

kannst Du dich noch erinnern in welchem Post Heike dies über Azaleen sagte?

VG

Marc
Grüße aus dem Dorf an der Düssel

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bock
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Re: Frage an die Azaleen Fraktion

Beitrag von bock »

Moin Marc,

ich kann mich leider nicht mehr erinnern.
Aber hier
viewtopic.php?p=448838#p448838
weist sie z.B. darauf hin.
liebe Grüße Andreas
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Heike_vG
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Re: Frage an die Azaleen Fraktion

Beitrag von Heike_vG »

Hallo, Ihr Lieben,

wo ich in diesem Thread erwähnt wurde, kann ich auch mal kurz meinen Senf dazugeben. Nach meinen Erfahrungen muss man recht sensibel den Azaleen im Kanuma den richtigen Mittelweg aus feucht genug, aber nicht zu nass bieten. Das finde ich im Sommer viel einfacher als im Winter. Im Sommer kann man immer tüchtig gießen, sobald das Substrat trocken wird. Da wachsen sie, verbrauchen recht viel Wasser und sind glücklich. Man muss dann nur ggf. aufpassen, dass sich keine dicken Moos- oder Lebermoosschichten bilden, die doch das Substrat zu nass halten können.
Im Winter bleibt das Substrat teilweise sehr lange feucht und wird dann manchmal unbemerkt so trocken, dass man erschrickt, weil man es nicht sofort gemerkt hat und nicht weiß, wie lange die Azalee jetzt schon trocken stand. Dann gießt man mehr und die anderen, in der gleichen Topfgröße, kriegen gleich mal wieder einen Schubs Wasser mit, ohne dass man vielleicht genau geprüft hat, ob die wirklich schon trocken waren. Da überwässert man schnell mal die eine oder andere. Und in der Tat, die kleinen Azaleen in den kleineren Töpfen, bekommen schneller im Winter ein Problem als die größeren. Ich hatte es oft, dass die eine oder andere jüngere Pflanze bis zum Frühjahr ein Problem bekam. Oft hat sich das mit ein bis zwei Gaben Aliette, rausstellen im Frühjahr und wärmeren Temperaturen bald wieder gegeben. Von meinen vielen Stecklingen, die ich früher gezogen habe, sind im Winter aber auch oft mal ein oder zwei plötzlich eingegangen.

Hippo hat geschrieben:
14.05.2020, 14:14
Ich hatte früher ein halbes Dutzend Satsuki, Indica und Sinensis oder wie die alle hiessen, und ab dem Schwellen der Knospen und während der Blüte musste ich sie nass halten und sogar den Topf auch mal im Unterteller nass stehen lassen.
Das ist etwas, was im Hochsommer bei Hitze vielen Bonsai (besonders kleinen) temporär sehr helfen kann, vor allem wenn man nicht den ganzen Tag zu Hause ist. Solange Bonsai, die zu schnell austrocknen und das nicht gut vertragen, bis zum nächsten Wässern oder bis zum nächsten Morgen den Unterteller wieder leer trinken bzw. das Wasser daraus verdunstet ist, werden sie dadurch auch keine Wurzelprobleme bekommen. Mancher kennt das bestimmt, dass so durstige Bäume wie Blauregen, Birke oder Trauerweide als Bonsai oft über die heiße Zeit in Wasserschalen gestellt werden. Es ist aber auch bei anderen Arten und z.B. Shohin und Mame eine gute Möglichkeit. Nur dürfen sie nicht wie Sumpfpflanzen gehalten werden, sondern müssen wie gesagt immer ca. einmal am Tag wieder etwas trocknen.

Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Marc vL
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Re: Frage an die Azaleen Fraktion

Beitrag von Marc vL »

Lieben Dank Heike für die ganzen Hinweise und Andreas für den link. Jetzt habe ich viele wertvolle Hinweise bekommen. Dann schau ich mal wie sich die nächsten Wochen entwickeln. Die Blüte geht langsam los und dann müsste der neuaustrieb starten. Bei den schwachen werde ich wohl die Blüte noch ausbrechen um ihnen Kraft zu geben. Viele Grüße marc
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MaxdogX
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Re: Frage an die Azaleen Fraktion

Beitrag von MaxdogX »

Ich denke, das sind verschiedene Schadbilder an verschiedenen Pflanzen.

Die erste = Sonnebrand, hatte ich bei meiner auch nachdem sie kurz zu trocken war und die Sonne draufgeknallt hat.
Die Gelben Blätter können wie schon genannt wurde als Ursache das Kalkige wasser haben. Ich habe hier die Erfahrung gemacht, das man durchaus mal mit Kalkigem Wasser gießen kann, aber man muss auch zwischendrinn immer wieder Regenwasser nutzen um den Kalk wieder auszuspülen.

Die Roten Blätter = wenn ich mich richtig erinnere Eisenmangel, auch wenn du Eisen gedüngt hast, kann das durchaus sein aufgrund von dem Kalkwasser. Wenn der PH Wert im Substrat zu hoch ist, können die Pflanzen schlechter Eisen aufnehmen.

Meine Empfehlung wäre die Pflanzen für 10 Min in Destiliertes Wasser zu stellen und diesen Vorgang mehrfach zu wiederholen. Das Destilierte wasser "zieht" die Überschüssigen Mineralien raus dadurch sinkt der PH.

Dann Einfach nur Organischen Dünger drauf geben, das Stabilisiert dann auf dauer den PH und das Substrat bleibt auf dauer sauer.

Es könnte helfen die Pflanzen auf einen Untersetzer mit grober Lava zu stellen und den Untersetzer mit Wasser zu füllen. Das Ablaufloch muss unbedingt frei bleiben damit wasser ablaufen kann.

Das Wasser verdunstet sehr gut über die große Oberfläche von den Lava steinen und schafft so ein ein feuchtes Mikroklima um die Pflanze. Die Azaleen mögen das sehr.

Gruß Eugen

Marc vL
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Re: Frage an die Azaleen Fraktion

Beitrag von Marc vL »

Hallo Eugen, vielen Dank für Deine ausführliche Analyse. Ich beobachte die kleinen Azaleen nun besonders und sie scheinen sich (bis auf eine) gut zu erholen.

Was habe ich getan:
- vor einer Woche habe ich ein Sonnensegel aufgehängt und die Azaleen sind darunter. Dadurch ist kaum direkt Sonneneinstrahlung vorhanden bei gleichzeitig wenig Verlust an Helligkeit.
- Eine Runde Aliette
- ne Woche später eine Gabe des Wuxal Eisendünger mit MG
- Ich gieße nun mit Leitungswasser und destiliertem Wasser 1:1

Insbesondere nach der Gabe von Eisen sind die roten Blätter schon wieder leicht ins grün umgeschlagen. Demnach scheint Dein Hinweis auf Eisenmangel korrekt zu sein. Deinen Vorschlag die Pflanzen ins ein Bad von Destilliertem Wasser zu stellen werde ich auch versuchen. Gießwasser scheint zumindest bei den Jungpflanzen ein Problem zu sein. Mit meinen etwas älteren Azaleen habe ich nicht die Probleme. Denen geht es gut. Du

Ich habe immer noch so meine Probleme, das richtige Gießverhalten zu ermitteln. Das sagten ja auch schon andere hier in dem Thread. Oftmals ist es oben hell, dann schiebe ich die oberste Schicht beiseite und sehe noch dunkles Kanuma. Erst wenn ich noch ein wenig puhlen muss um dunkles Kanuma zu finden gieße ich. Das ist ca. alle 2 Tage der Fall. Nun bin ich mir nicht sicher, wo die Lage der Wurzeln ist. Meines Wissens nach eher an der Oberfläche. Somit leite ich mir erstmal her, dass wenn die oberste Substratschicht hell (also trocken) ist, dann könnten da schon ein Teil der Wurzeln leiden. Liege ich da falsch? was kann ich also tun um ein gleichmäßigeres Austrocknen des Substrates zu erreichen. Klein geschnittenes Torfmoos aufbringen? Oder stört das dann den Lufthaushalt? Bei einer überlege ich noch, ob ich sie zur Sicherheit mal unter eine Tüte packe, damit sie den Sommer schafft.

Viele Grüße

Marc
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Heike_vG
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Re: Frage an die Azaleen Fraktion

Beitrag von Heike_vG »

Ein kleiner Hinweis noch: bei rot, lila oder pink blühenden Sorten neigen die Blätter dazu, eher bei Problemen oder im Herbst rot zu werden und bei weiß / hell blühenden Sorten werden sie eher gelb.

Um diese Jahreszeit ist es mit dem Wässern nicht mehr so kritisch wie im Winter. Wenn es warm wird, lieber etwas eher gießen als zu spät.

LG, Heike
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MaxdogX
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Re: Frage an die Azaleen Fraktion

Beitrag von MaxdogX »

Hallo Marc,

der Hinweis von Heike zum gießen ist sehr wichtig. Ich halte es genauso, solange das Substrat gut drainiert und das Wasser gut abfließt kann man die Azaleen fast nicht zu viel gießen.

Für einen guten Feuchtigkeitshaushalt schichtet man das Substrat. Unten grobes Substrat und nach oben hin feiner werdend. Das feinere Substrat hält Feuchtigkeit etwas länger. So ist alles insgesamt etwas gleichmäßiger feucht.

Deine Idee mit dem Spaghnum Moos oben aufzulegen ist gut. Das tue ich auch. Ich verreibe es zusammen mit trockenem Moos und mache eine dünne Schicht auf das Substrat. Dadurch bildet sich auch ein sehr schöner Moosteppich. Bevor du das tust, solltest du aber bereits ein Gefühl haben wie oft die Azaleen an dem Standort wo Sie stehen Wasser brauchen. Es gibt was Moos auf dem Substrat angeht ganz unterschiedliche Meinungen, ich finde es sehr wichtig und versuche auf allen Bonsai einen gleichmäßigen Moosteppich zu erhalten. Zum einen hält es länger die Feuchtigkeit, es hilft den Dünger zu zersetzen weil auch dieser länger feucht gehalten wird und es erhöht das Volumen in das die Wurzeln wachsen können. Der Sauerstoff kommt von unten durch die Drainagelöcher und das gröbere Substrat was auf dem Boden der Schale eingesetzt wird.

Du musst damit deine Erfahrungen sammeln und wirst für dich das richtige vorgehen rausfinden.

Gruß Eugen

Marc vL
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Re: Frage an die Azaleen Fraktion

Beitrag von Marc vL »

Danke Eugen und Heike für den tollen Input. Ich bin mir sicher, dass ich die für meinen Standort passenden Vorgehensweisen herausfinden werde. Manchmal steht man vor lauter Fragen und findet nicht die Richtung. Denke ihr habt mich gut in die richtige Richtung geschubst. Merci
Grüße aus dem Dorf an der Düssel

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