Anregungen zur Eibe erwünscht.

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
hwolf
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von hwolf »

Andreas Ludwig hat geschrieben: 12.04.2024, 00:02 Stimmt für Eiben, gar nicht für Weiden, bedingt für Azaleen oder Heidelbeeren. Allerhand Beisteller haben auch gerne nasse Füsse und geht man mal eine Woche weg, sind Untersetzter mit Docht zur Schale hin auch nicht ganz blöd. Nie, niemals, immer, nur, ausschliesslich oder absolut sind Begriffe, die in diesem Universum auf Bonsai nur selten zutreffen...
Ist natürlich immer besser, mit Spezialtechniken, die unter spezifischen Bedingungen für versierte Leute sinnvoll sein können anzufangen, anstatt grundlegendes Basiswissen in verträglichen Portionen auf verständliche Weise zu vermitteln. Mein Fehler, Herr Ludwig.
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Gary
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von Gary »

Acelyte hat geschrieben: 12.04.2024, 09:02 Ein solcher Ansatz der "feld-aufzucht" ist mir auch bekannt von Peter Chen, von Herons Bonsai aus England:
https://youtu.be/boY2BbE_Az8?si=UFsafKpt3m5YSOdD
Da spricht er davon Pflanzen im Topf zu belassen und auf einem Kies-Bett wachsen zu lassen. Speziell gebraucht er "pea-shingle" was ich als Flusskies o.ä. ansehen würde.
@Acelyte
shingle = Kies oder Geröll
Unschwer im Video zu erkennen, hier kein runder Flusskies sondern gebrochenes Material.
[Gebrochenes Material rutscht/"rollt" weniger beim Befahren/Begehen, den Pflanzen ist es aber egal ob glatt oder kantig.]
peas = Hier ist Nuss 4 gemeint ein geologischer Begriff für eine Körnung von 6-13 mm. Was der Optik im Video entspricht.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von Acelyte »

@Gary
Danke für die Erläuterung!
Schnelles googlen hat gleich runden Kies ausgespuckt, daher meine Annahme.
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achim73
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von achim73 »

Nimm Lavamulch. Gibts in jedem Baumarkt.
Gruss, Achim
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Andreas Ludwig
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von Andreas Ludwig »

Bei aller Sympathie für Baumärkte: Der Kleinmengenzuschlag ist im Preis oft erheblich. «Kies» gibts auch beim Strassenbauer oder bei grösseren Gartenbauunternehmen, ist man anständig und will nicht zuviel, gegen ein Trinkgeld.
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achim73
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von achim73 »

Da ist man in der Schweiz vielleicht großzügiger, hier in D gibts schon lange nix mehr umsonst :?
Aber bei einem Preis von ca. 30 Cent pro Liter bewegt sich das ganze noch im leistbaren Bereich...vor allem wenn man auf der Suche nach einer Stelle, die evtl. tatsächlich was umsonst abgeben, -zig kM fahren muss bei einem Spritpreis von 1,80€.
Sorry, *back*
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von Derhobbist »

Was genau spricht eigentlich dagegen, ich sag mal "normale" Erde zu benutzen?

Das eine ist halt luftiger und durchlässiger, aber so ganz verstehe ich jetzt einfach nicht, warum
normale Erden so absolut ungeeignet sein sollen.

Da die Bäume ja so in der Natur auch in ganz normaler Erde wachsen, habe ich mir da nie
sonderlich große Gedanken drüber gemacht, wo ich die rein stopfe.

Und ich hab bislang auch immer gedacht, wenn man zu durchlässiges Substrat hat, dann würde der
Topf viel schneller trocken werden.

Oder ist das gar nicht der Fall?
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Andreas Ludwig
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von Andreas Ludwig »

Derhobbist hat geschrieben: 12.04.2024, 17:05Da die Bäume ja so in der Natur auch in ganz normaler Erde wachsen, habe ich mir da nie
sonderlich große Gedanken drüber gemacht, wo ich die rein stopfe.
Ist das so? Schau dir mal eine (Tief-)Baustelle an. Ab wenigen Handbreit ist da meist irgend ein Schotter, die Humusschicht ist nur dünn. Tatsächlich stehen die allermeisten Bäume in Schotter, nicht in «Erde». Im Schotter hast du ganz andere Bedingungen, da sickert das Wasser durch, darin gelöste Gase sind frei verfügbar, während Erde pampt und stockt.
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Immergrün
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von Immergrün »

Ich muss Andreas zum einen Recht geben; zum anderen darauf verweisen, dass sehr, sehr viele Pflanzen ganz besonders gut wachsen, wenn sie fast ausschließlich auf Schotter und Steinen wachsen. Wenn es poröses Gestein ist, kann es nämlich Wasser und Nährstoffe speichern. Ohnehin kommt in einem solchen Substrat viel Luft an die Wurzeln.
(Vor vielen, vielen Jahrzehnten habe ich ehrenamtlich Sicht/Lärmschutzhecken neben Autobahnen gepflanzt. Da haben wir z.T. extra Schotter herangekarrt, damit das Zeug wuchs. Wenn man sich die Vegetation auf stillgelegten Abraumhalden nach ein paar Jahren anschaut - oder die ehemaligen Trümmerberge in Berlin nach WKII, weiß man, was Bäume offenbar sehr lieben.)
LIebe Grüße, Stefan
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achim73
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von achim73 »

Gruss, Achim
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Suikinkutsu
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von Suikinkutsu »

Sehr interessant! Danke für den Link!
Schöne Grüße

Tim
Derhobbist
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Re: Anregungen zur Eibe erwünscht.

Beitrag von Derhobbist »

Ich hab grad noch ne Frage, weil momentan geht die Eibe gut "nach vorn" allerdings nur oben.

Ich möchte sie ganz gern in Richtung Niwaki bekommen. Das ganze dann halt in Zwergform.

Also schon noch etwas höher als jetzt, aber auch kein riesen Teil.

Ja, ich weiß, kein klassischer Bonsai, aber die Techniken wie Drahten, Biegen, Schneiden
sind ja ähnlich.

Die hat jedenfalls auf einer Seite so gut wie keine nennenswerten Zweige.

Da hätte ich aber ganz gerne noch etwas mehr, damit ich später mehr Optionen habe, für
die "Platten" die sich da terrassenförmig bilden sollen, entsprechende Äste auszusuchen.

Wie rege ich sie also an, auch unten neue Triebe anzusetzen?

Und noch was zur Spitze:

Momentan ist es eher eine "Doppelspitze". Würdet ihr die bei der angestrebten Form beide
behalten und bloß etwas drahten oder eine Spitze weg kappen und nur mit einer weiter
nach oben gehen?
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