Ein Stück weit ist dies die weiter entwickelte (einschliesslich Walters Weiterentwicklung) Anschlussdiskussion, bzw. ein weiterer Punkt von Gunters damaligen Posting.
Ja, ja, es bleibt für uns alle noch viel zu reden/schreiben und zu verstehen.
Ich denke, in naher Zukunft werden wir noch mehr Grund für ähnliche Diskussionen haben.
Nur leider gibt es neben den angesprochenen "Interessierten" auch mindestens eben soviele "Bremser" mit ihren
.Thomas P. hat geschrieben: alljährlich wiederkehrender Disputen.
Früher gab es sie vielleicht noch mehr wie jetzt und irgendwann werden sie vielleicht mal weniger.
sorry, hatte den Beitrag zunächst unter dem Testaccount gepostetgunter hat geschrieben:Vielleicht ist ein Internetforum nicht der beste Ort für eine solche Abhandlung, Die Foren sind schnellebig. Man äußert Zustimmung, Ablehnung, gibt einen Kommentar und nach einigen Tagen ist das Thema erledigt. Walter hat ziemlich viel in den Beitrag reingepackt und einiges davon sollte eigentlich in Ruhe diskutiert und weiterverfolgt werden. Man muß darüber nachdenken, liest vielleicht mal was und hätte vielleicht in zwei Monaten einen weiterführenden Gedanken. Ich würde gern Fragen, die um die "3. Stufe des Verstehens" kreisen, hier im Forum etabliert sehen.
Einige Themen aus Walters Sammlung, die von Interessierten längerfristig, durchaus im Sinn kleiner Forschungsvorhaben weiterverfolgt werden könnten:
1. Der Markt und sein Einfluß auf die Ware Bonsai. Ich glaube nicht, daß er generell innovationsfeindlich ist. Er fördert nur bestimmte Innovationen, kurzfristige Trends.
2. Moden und Dialekte ( zeitliche und räumliche Varianz ), Dynamik von Bonsai. Ich weiß allerdings nicht, wie man das ohne Kenntnisse der chinesischen/japanischen Sprache machen sollte.
3. Innovationsfreudige, westliche und nachahmende, östliche Kunst. Die Sache ist nicht so einfach. Auch in China wird Individualität in der Kunst hoch geschätzt.
4. Asiatische und europäische Landschaftsmalerei. Auch die asiatische kann bunt und voll sein. Das sieht man in fast jedem Chinarestaurant.
5. Bonsai und Alter, ein Thema zum religiösen Hintergrund von Bonsai. Sind in unserer jugendlich-sein- wollenden Welt Alterungstechniken nicht ein Anachronismus?
6. Symmetrie in der asiatischen Kunst. Auch das ist nicht so einfach. In Architektur und Städteplanung ist Symmetrie ein oft eingesetztes Gestaltungsmittel.
7. Besteht zu Kunst und Kitsch eine kulturelle Abhängigkeit? (Nachtrag mohan / 2006)
und, und, und...
Drei kleine kritische Anmerkungen zu Details:
a) Von Walters soziologischem Kunstbegriff áus sind die "Halbgebildeten" keineswegs gefährlich, sondern belanglos. Sie gehören nicht zu den Meinungsbildnern.
b) Der Literatenstil war nicht als Revolution gemeint, sondern als bewußte Rückbesinnung auf die alten (chinesischen) Werte, gegenüber dem damals in Japan modischen Trend.
c) Ich halte Walters Verwendung des Paradigmabegriffs für unglücklich. Aber darüber hatte ich schon mal geschrieben.
Viele Grüße, in der Hoffnung auf eine interessante Diskussion und weiterführende Hinweise,
von Gunter Lind



