vielleicht könnte ja jemand, der genug Zeit und Geduld und Spaß am Lösen von Knobelaufgaben hat ja die Gesamtergebnisse oder den groben Verlauf der Diskussion zusammenfassen....wenn man neu in die Diskussion einsteigen wollen würde, wäre es doch arg mühsam sch durch den Schwust an Meinungen zu lesen...vorallem da ab Seite 12 das ganze irgendwie in zwei Richtungen zu laufen scheint...
Tja, meiner Definition nach hat ein gutes Kunstwerk immer etwas Originäres, etwas nie zuvor dagewesenes und kopiert nicht blind eine Tradition. Der hundertfünfzigste Plastikbonsai im Kiefernstil ist wohl eher eine Reproduktion, ist Kunsthandwerk. Erst wenn der ganz individuelle Stil eines Gestalters und der eigene Ausdruck des Baumes zum gegenseitigen Vorteil zusammenfließen, wird daraus dann Kunst. Die gärtnerische Praxis (das, was Du Basiswissen nennst) einmal vorausgesetzt.
Andrea, da kann ich nur zustimmen.
1) Aber: findet diese Entfaltung im Rahmen der bestehenden Definitionen statt? etwas Neues aber zumindest zum Teil den bestehenden Gesetzen gehorchend? Oder bricht es aus diesen heraus? Wenn ja dann kommen wir auch zum weiteren Dilemma:
2)wenn dies geschieht, also der Gestalter und Baum im vollendeten ( bei Bonsai vorläufig) Kunstwerk Ausdruck erlangen, dann? ja dann? Dann bedarf es doch der Betrachter. Die Frage ist ja auch worauf der Gestalter hinauswill. Angenommen man erreicht ein Niveau, das einen über andere stellt. Dann wäre es doch die Aufgabe des Gestalters, dem Betrachter die neue Facette, den persönlichen, innovativen Teil der von ihm stammt zu erklären. Ich würde mich zum Beispiel sehr freuen, wenn man hier einen Baum zeigen würde, der dann wirklich diskutiert werden würde. So wie Mohan letztens bei ihrem Kreativitätsanfall bei der Beurteilung von..ich glaube es war ein Wacholder. Nicht nach gestaltungtechnischen Aspekten im üblichen Sinne, wie es hier jeden Tag stattfindet. Könnten wir nicht einen von Herrn Palls Bäumen nehmen und daran zeigen, was dort genau Kitsch ist? Den Baum "auseinanderfrimeln"? Zum Beispiel den ersten Ahorn? Besteht Bedarf?
p.s @ Andrea:
Mich allerdings interessieren beide Aspekte. Ich will komplizierte Pfropftechniken genauso beherrschen wie ich die ästhetischen und kulturellen Hintergründe kennenlernen will, ich finde gerade die Verbindung von beidem so spannend. Sonst könnt ich ja auch Goldfische züchten.
wenn da nicht jemand nach Totalität und Harmonie im Sinne der Klassik/des Klassizismus strebt...

p.p.s @ Thomas P. entschuldgung wegen des längeren textes, war mir der Gepflogenheit nicht bewusst.
Gute Nacht alle zusammen