Birnengitterrost am Chinesischen Wacholder ! ! !

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
Harald2
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Birnengitterrost am Chinesischen Wacholder ! ! !

Beitrag von Harald2 »

Hilfe ! ! ! Hilfe ! ! !
Ich habe vor ein paar Tagen festgestellt, daß mein chinesischer Wacholder vom Birnengitterrost befallen ist. :cry:
Habe im Internet schon den einen oder anderen Bericht darüber gelesen, aber das macht mich alles nicht wirklich froh, denn die schreiben da, daß es wahrscheinlich das beste ist die Pflanze zu entsorgen, bevor der Erreger auf andere Pflanzen übergreift.

Hat jemand von Euch Erfahrungen in der Behandlung befallener Pflanzen mit Birnengitterrost :?:

Gruß
Harald
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Stefan K.
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Beitrag von Stefan K. »

Ich kann nur sagen was ich immer höre:

Raus aus dem Topf, rein in den Ofen

:cry:
Ich hab Spass !
grüsse aus tirol stefan
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Harald
Ist es eine wertvolle Pflanze - kämpfen.
Ist nur einer Deiner Bäume - Sondermüll.
mfG Dieter
Harald2
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Beitrag von Harald2 »

Hallo Dieter ! ! !

Für diese Pflanze lohnt es sich alle mal zu kämpfen. :twisted:
Hier dreht sich's um ne Halbkaskade von Udo Fischer.

Bloß benötige ich nun Eure Erfahrungen.

Gruß
Harald
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo Harald
Bei einer Behandlung musst Du Dir darüber im klaren
sein das es keine Heilung gibt.
Es ist nur eine Behandlung um die Symptome zu mildern.
1. Teil ist die vorbeugende Behandlung mit Baymat oder ähnlichem
im Frühling und im Herbst. Das wirkt nur reduzierend auf den Pilz.
2. Teil ist die Härtung des Pflanzgewebes mit einem "Stärkungsmittel"
z.B Ackerschachtelhalm, oder HB 101 (ich glaube ienfach mal dran)
oder Kieselgur
3. Teil ist das sofortige Entfernen der Fruchtkörper, nach deren Entstehen.
Nach dem Entfernen ist eine Anwendung mit Baymat o.ä. sinnvoll .
Ansonsten kann ich nur zur bestmöglichsten Pflege Deines Wacholders
raten. Halte Dich mit Gestalten, Pinzieren kurzum mit allem
was die Abwehrkraft des Baumes schwächt zurück. Alles nur in kleinen
Schritten. Einmal Sorgenkind - immer Sorgenkind.
Alles Gute Dieter
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alex-probst
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Beitrag von alex-probst »

Hallo Harald,
sorry, daß ich erst jetzt antworten kann. Hatte bei drei Jun.chin. auch Befall von Birnenrost. Dachte erst, es wäre "Baumschwämme"..., bis ein Fruchtkörper aufplatze. Überträger war ein alter Wacholder im Garten. Maßnahmen: Hab alle Äste, die befallen waren, entfernt - geht nicht anders. Da der Birnenrost nicht, wie oft angenommen, über die Saftbahnen der Wurzel eindringt, kann das die Rettung sein. Allerdings nur in "frühem Stadium".
Nun, drei Jahre später: bei keinem Baum erneute Anzeichen.
Du MUSST den Baum aber isolieren! Wenn die Fruchtkörper aufplatzen, verseuchen die Sporen alles.
Viel Glück,
Alex
Wer es versteht, den Bäumen zuzuhören, dem erzählen sie Bände
gunter

Beitrag von gunter »

Der Birnengitterrost ist wirtswechselnd, d.h. ein Wacholder wird immer von einer Birne angesteckt, nie von einem andern Wacholder. Die Ansteckung geschieht im August/September, man merkt aber erst etwas im nächsten Frühjahr, wenn sich die orangen Quaddel bilden. Jetzt ist es eigentlich noch etwas früh, bei mir zeigt sich der Befall immer erst im Mai.

Man sollte Befallstellen sofort großzügig ausschneiden, damit sich das Geflecht nicht weiter ausbreitet. Wenn Äste befallen sind, am besten den Ast einige Zentimeter unter der Befallstelle abschneiden. Danach ist der Wacholder wieder gesund- bis zum nächsten Herbst, wenn wieder die Sporen zufliegen. Da irgendwo im Umkreis eines Kilometers wohl ein befallener Birnbaum stehen wird, geht das so weiter.

Eigentlich müßte man auch spritzen können, aber nicht wenn der Baum schon befallen ist, sondern nur vorbeugend, im August/September jede Woche mit einem Fungizid. Was man da nehmen sollte, weiß ich nicht . Da das niemand macht, findet man auch nichts dazu.

Meine Erfahrungen kommen von großen Gartenwacholdern und dort ist der jährliche Zuwachs so groß, daß man nach Herausschneiden der Befallstellen den Unterschied nicht sieht. Wenn allerdings der Birnbaum in unmittelbarer Nähe steht, ist die Situation hoffnungslos.

Gruß von Gunter Lind
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norman
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Beitrag von norman »

Hallo Harald,

Jürgen Zaar hat mal in einem BCD Heft von einem sehr schönen Pfitzeriana Wacholder berichtet, der nach seiner Grundgestaltung von Rost befallen wurde. Da der Baum ihm zu schade war zum wegwerfen hat er ihn mit "Aliette", einem Fungizid gegen Wurzelfäule behandelt, und damit Erfolg gehabt. Wenn ich mich rechte erinnere hat er den Schwamm mit dem Fingernagel entfernt, und die befallenen Stellen mehrmals mit einer 0,25 % Lösung mit einem Schwamm abgerieben. In dem Bericht stand, das der Rost an der gleichen Stelle nicht wieder auftrat. Ich weiß nicht ob dir das hilft, aber Versuch macht Klug...


CIao

Norman
Das Ansehen von tausend Jahren kann durch das Verhalten während einer Stunde bestimmt werden.

japanisches Sprichwort
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Erwin
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Beitrag von Erwin »

Ich wills mal so sagen: Ich hatte einige pfitzeriana, unter anderem zwei mit/von Farrand Bloch gestaltete sehr schöne. Sind hin.

Und ob ich nun mit was auch immer behandle oder den Ast wegschneide: hier tritt der Birnengitterrost nicht mehr auf. Aber an anderen Stellen, teilweise direkt am Stamm. Ist wie mit den Rosenblüten: schneidest du die verblühte weg, kommt eine Neue woanders.....

Erwin
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hfbonsai
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Beitrag von hfbonsai »

Hallo

Ich kann nur sagen, das einzige was gegen den Rost am Wachholder hilft ist ihn zu verbrennen :!:
Auch wenn ihn der Kaiser von China, persönlich gestaltet hat. :roll: :wink:

@ Gunter, Nicht der Birnbaum steckt den Wachholder an sondern genau andersrum. :wink:

Beim Birnbaum befällt der Rost nur die Blätter, wenn der Baum die Blätter im Winter abschmeißt ist er Rost frei.
Am Wachholder (Im Wachholder) lebt der Rost das ganze Jahr, nur im Frühjahr wenn es feucht ist bricht er auf und verteilt die Sporen, somit infiziert er wieder die Birnbäume.(die dann im Herbst wieder die Sporen verteilen)

Diese Gartenwachholder und Zuchtformen sind alles keine einheimischen Arten und kommen in der Natur nicht vor, sie sind in Gärtnereien gezüchtet oder eingeführt.
Der einheimische Wachholder wird vom Rost nicht infiziert und verteilt ihn auch nicht auf die Birnbäume.

Wir sollten es machen wie die Schweizer, die Einfuhr für anfälliger Wachholder Sorten verbieten und infizierte Zuchtformen aus den Gärten entfernen. :wink:

Gruß Frank
Gruß Frank

hfbonsai= Heike + Frank-Bonsai

Ein guter Bonsai braucht Zeit, so wie die Natur die uns erschaffen hat.
gunter

Beitrag von gunter »

Hallo Frank,

der Birnbaum steckt den Wacholder an und der Wacholder steckt den Birnbaum an, eben ein Wirtswechsel. Aber nie steckt eine Art dieselbe an.
Wenn man also am Wacholder alles entfernt, ist er gesund. Der Birnbaum ist nach dem Blattfall auch gesund.

Was die Arten angeht: Der heimische Wacholder ist in der Tat kaum gefährdet, sehr stark gefährdet ist hingegen Jun. sabina aus den Alpen. Den müssen die Schweizer dann wohl auch verbieten. Die Baumschulen wissen inzwischen auch Bescheid und viele verkaufen nur noch resistente Sorten.
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Midgard
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Beitrag von Midgard »

Ist es nicht möglich, dass der Baum den Pilz auf Dauer "besiegen" kann und sozusagen "Abwehrkräfte" dagegen entwickelt? :roll:
"it is only through struggle does one cultivate the strength to reach their true destiny" (unknown)
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hfbonsai
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Beitrag von hfbonsai »

Midgard hat geschrieben:Ist es nicht möglich, dass der Baum den Pilz auf Dauer "besiegen" kann und sozusagen "Abwehrkräfte" dagegen entwickelt? :roll:
Hallo

Nein, der Baum kann den Pilz nicht besiegen.

Es ist ein Gitter Rost wie der Name schon sagt gehört er zu den Rostpilzen. Das "Gitter" steht dafür das er beim Wachholder das Holz komplett wie ein Gitter durchzieht.
Der Wachholder stirbt auch nicht an dem Pilz, es kann sein das mal ein Ästchen vertrocknet aber mehr passiert eigentlich nicht.

Beim Birnbaum befällt der Pilz die Blätter, das bringt den Baum eigentlich nicht um aber die Früchte verkümmern werden immer weniger und werden bevor sie Reif sind abgeworfen.
Nach Jahrzehnten ist der Baum dann so geschwächt das andere Umwelteinflüsse das Absterben des Birnbaumes zu Folge haben.

@ Gunter
Natürlich hast Du Recht aber im Hochgebirge stehen keine Birnbäume und daher kommt auch kein Wirtswechsel zu stande.
Die Kontrolle und die Einschränkungen sollen in der Schweiz schon Erfolge zeigen und die kranken Birnbäume werden nach dem Winter nicht mehr so stark infiziert. (So sind zumindest meine Infos durch den Obst und Gartenbau Verein)
Gerade bei uns auf dem Land zeigt sich ganz deutlich das Birnbäume in der Nähe von Ortschaften und Friedhöfen sehr stark infiziert sind und die Früchte immer mehr zurück gehen.

Im Ernst ich glaube nicht das ein Bonsai die Pilz-Plage verschlimmert aber der Rostpilz ist nur bekämpfbar durch vernichten der Wachholderpflanzen ähnlich wie der Feuerbrand bei Obst oder Ziergehölzen. :wink:

Gruß Frank
Gruß Frank

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bonsaifoerster
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Kein Wasser von oben!!

Beitrag von bonsaifoerster »

Hallo

Bei wertvollen Pflanzen kann ich verstehen wenn man kämpft.
Ich selber bin der Meinung, dass es irgendwann etwas geben wir, was dem Pilz den Gar ausmacht.
Was Du tun kannst ist folgendes:
Stelle den Baum trocken und luftig auf!
Ab Mitte Februar bin Anfang Juni bekommt mein Wacholder keinen Tropfen Wasser ab.
Dass Du unten gießen musst ist klar. Aber auch da nicht übertreiben. Bis Juni eher trocken halten.
Mit dieser Methode kannst Du sicher sein, dass kaum Fruchtkörper wachsen geschweige denn aufplatzen.
Sollte doch mal eine braune "Linse" aufgehen abkratzen und mit Fungizide behandeln....

...nach 4 Jahren nimmt der Befall sehr stark ab.

Viel Glück...

Frohe Ostern

Silvio

P.S. Einige unserer eingefleischten Gemeinde sind zwar immer noch der Meinung dass es verboten sein sollte diese Pflanzen weiter zu kultivieren.
Ich kann Dich aber verstehen, wenn Du nicht aufgibst.
Bewerte Deine Erfolge daran, was Du aufgeben musstest, um sie zu erzielen.

Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm.
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Tom E.
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Beitrag von Tom E. »

Hallo Silvio!

Welche Fungizide sind denn deiner Meinung nach empfehlenswert?
Viele Grüße,
TOM ENGELN
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