AlexDuerr hat geschrieben:....Da muss man nur einige Tage warten bis die Bruchstelle antrocknet, wenn dann der Ast noch lebt hat man gute Chancen mit etwas Sekundenkleber den Schaden zu beheben.......
Hallo Alex,
ich widerspreche dir nur ungerne, aber....
Sekundenkleber benutze ich seit Jahren (war sogar schon ein „Tip“ den ich während Pflegevorträgen gegeben habe) für angebrochene Äste und das mit großem Erfolg. Das Zeug sollte in keiner Werkzeugkiste fehlen.
Meine Erfahrungen:
Der Ast darf nicht Abgebrochen sein. Nur Angebrochen.
Hängt er also noch ein einem Streifen Rinde, dann muß man schnell(!) reagieren.
Auf die Bruchstelle, vorzugsweise möglichst mittig auf das (Kern)Holz wird eine möglichst kleine Menge des Klebers aufgetragen und die Teile dann vorsichtig zusammengefügt. Ein „Nachjustieren“ ist nicht mehr möglich, da der Kleber sofort aushärtet, wenn er mit Feuchtigkeit in Berührung kommt.
Für die Chemifritzen unter euch: Sekundenkleber sind Cyanacrylatbasierende Systeme, die erst bei Gegenwart von Wasser (z.B. in Form von Feuchtigkeit) reagieren. D.h. die eigentliche chemische Reaktion die zur Ausbildung der entsprechenden Bindungen führt wird durch Wasser gestartet. Daher reagieren die auch sofort auf die Feuchte eurer Haut und kleben diese sehr dauerhaft zusammen. Sollte dir mal Sekundenkleber über die Finger laufen, dann keinesfalls die Finger zusammenbringen! Weit auseinander spreizten und die Hand unter Wasser halten. Dann härtet der Kleber sofort aus und es fühlt sich an, als wären die betroffenen Hautpartien in Kunststoff gehüllt worden (sind dann auch so milchig weiß). Diese Kleberrückstände gehen in der Regel innerhalb von ein paar Stunden von selber wieder ab. Also nicht dran rubbeln oder sonst was machen.
Da diese Reaktion so schnell abläuft, kann(!) man den Ast nach der Reparatur auch sofort weiter bearbeiten. Das mache ich zB.
Anders: was ist denn passiert?
Mir ist beim drahten der Ast Angebrochen. Ich höre also mit dem Draht vor der entsprechenden Stelle auf und fixiere sie mit dem Kleber. Danach rauche ich eine (um mich von dem Schock zu erholen und weil ich eh ein Idiot bin, der diesen Scheiß nicht lassen kann) und dann geht es weiter mit dem Draht.
Es kann sogar sein, dass die Stelle die so fixiert wurde, härter ist als der Rest des Astes. Hatte ich auch schon! Kein Quatsch jetzt. Da brach mir ein Ast an, ich fixierte ihn, rauchte und drahtete weiter und dann brach mir bei Ausrichten des Astes, der Teil dahinter(!) ganz ab. Da stand ich dann mit dem Ast in der Hand da und nach dem „schimpfen und fluchen“ stellte ich fest, dass dort wo er geklebt war, er sich deutlich besser biegen ließ, als an den nicht geklebten Stellen.
Schauste auch erstmal ganz verdutzt aus der Wäsche, rauchst eine und denkst über eine neue Gestaltung nach
Ergo:
Sekundenkleber immer bei der Hand haben. Gut ist der von Patex. Nicht wegen dem Kleber (da kann man nehmen, was man bekommt). Denn der von Patex hat so eine ganz feine Spitze (ist für den Modellbau gedacht) und damit kannst du „Punktgenau“ auf das Holz auftragen.
Noch etwas aus eigener Erfahrung: jeder(!) Ast der mir AN(!)brach und so repariert wurde, trieb weiter (egal wie dünn der Streifen der Rinde noch war) und ist nach wie vor stabil.
LG
M