Ficus religiosa als Felspflanzung

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Thomas G
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Ficus religiosa als Felspflanzung

Beitrag von Thomas G »

Hallo,

hier nun mein erster Beitrag in diesem Forum!
Ich habe im Frühjahr von einem befreundeten Gärtner einen ziemlich runtergewirtschafteten F. religiosa (Steckling) als Urlaubsandenken an meine Nepaltour geschenkt bekommen.
Dort habe ich die Pflanzen an Felsen entlang wachsen sehen, was mir sehr gut gefallen hat. Also sollte es eine Felspflanzung werden. Ich habe den Baum mit Bast entsprechend auf einen Felsen aufgebunden und das ganze in einen grossen Topf mit hochwertiger Blumenerde eingesenkt.
Der Baum ist danach förmlich explodiert; er wächst unglaublich schnell (locker 30cm seit Mai plus neue Verzweigungen) und hat einiges an Dicke zugenommen - was er auch vor der Erstgestaltung noch ein wenig mehr tun soll.
Der Baum steht bei mir im Büro und konsumiert grosse Mengen an Wasser und Dünger.
Spinnmilben hat er allerdings auch schon; Lizetan schaffte Abhilfe.

Bilder folgen!

Gruß aus Ulm
Thomas.

PS Um einem weit verbreiteten Mythos an den Kragen zu gehen: Besprühen von Zimmerpflanzen erhöht die Luftfeuchtigkeit lokal für wenige Minuten und bringt *gar nichts*. Ich beschäftige mich hauptsächlich mit fleischfressenden Pflanzen; hier hat sich die Einsicht mittlerweile durchgesetzt, daß das ganze Sprühen reine Zeitverschwendung ist.

PPS Milben können sehr hartnäckig sein. Vertimec und Kanemite sind sehr potente Milbenmittel, die auch mit Weichhautmilben fertig werden. Mit diesen Viechern hatte mein Kannenpflanzensammlung einige Probleme.
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raga
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Re: Ficus religiosa - schwierig?

Beitrag von raga »

Hallo Thomas,

von einer Felspflanzung kann ich aus eigener Erfahrung nur abraten. Die Wurzeln bleiben Rund und schmiegen sich nicht, wie die anderer Ficusarten, an den Fels an wenn sie nicht mit Gewalt dazu gezwungen werden. Als Bsp. zwei Bilder von meinem größten. Diesen habe ich 1997 als Streichholzdicke Jungpflanze auf einen Felsen gesetzt. Er ist inzwischen fest mit dem Felsen verwachsen und trotzdem wird er nie zu einer glaubwürdige Felspflanzung werden.

1) da sich der Baum immer weiter hoch schiebt hinterlässt die kleine Felsnase eine "Schleifspur" in der Rinde
2) diese Narbe Zeugt von einer Stelle an der er vor über 10 Jahren noch zwischen zwei Felsnasen klemmte. Der Baum hat soviel Druck aufgebaut, dass eine der Felsnasen weggebrochen ist. Der Stamm hatte damals etwa den gleichen Querschnitt wie die Bruchstelle 3) .
4) damit sich die Wurzeln an den Felsen anschmiegen dürfen sie keine Ausweichmöglichkeit haben (z.B. in kurzen Abständen mit dem Fels verschrauben oder sie sind wie im Bild von dreieinhalb Seiten von Fels umschlossen)
P1000425.jpg
P1000428.jpg
Gruß Ralf
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Thomas G
Beiträge: 2
Registriert: 31.10.2014, 11:32

Re: Ficus religiosa - schwierig?

Beitrag von Thomas G »

Hallo Ralf,

vielen Dank für die Information; sehr interessant. Hätte ich nicht gedacht, zumal ich von dieser Art sehr beeindruckende "natürliche Felspflanzungen" gesehen habe.
Ich werde definitiv mal kontrollieren (=ein Stück Fels freilegen) und den Baum ggf. wieder vom Felsen herunternehmen.
Der Baum sitzt oben auf dem Felsen auf, so daß der Wurzelbart von oben über den Fels hängt. Dann habe ich das ganze komplett eng mit Bast umwickelt, so daß die Wurzeln an den Fels gedrückt werden und nur die Spitzen unten raus gucken. Die sollen ja noch länger werden und später in das Substrat wachsen, auf dem der Felsen steht.

Ich stelle am WE mal Fotos rein; auch von einem Baum mitten in Kathmandu.

Gruß
Thomas.
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raga
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Re: Ficus religiosa - schwierig?

Beitrag von raga »

Thomas G hat geschrieben:Hätte ich nicht gedacht, zumal ich von dieser Art sehr beeindruckende "natürliche Felspflanzungen" gesehen habe.
Das glaube ich gerne. Auf Felsen wachsend Exemplare habe ich noch nicht gesehen dafür schon einige die kleine Pagoden mit Ihrem Wurzelwerk fast vollständig verschluckt haben.
Thomas G hat geschrieben:Ich werde definitiv mal kontrollieren (=ein Stück Fels freilegen) und den Baum ggf. wieder vom Felsen herunternehmen.
Lass ihn ruhig ersteinmal so wachsen. Wenn dir in ein paar Jahren das Ergebnis nicht gefällt kannst du ihn immernoch am Wurzelansatz abmoosen und hast mit etwas Glück ein, zwei jahre Später einen Baum mit einem herrlichen Nebari in der Schale.

Ich habe zurzeit bei einem anderen F. religiosa über Stein den Stein und die inzwischen fast Fingerdicken Wurzeln fest mit Fahrradschlauch umwickelt. Im Frühjahr 2016 werde ich mal nachsehen ob das schon reicht um die Wurzeln von ihrer Runden Form abzubringen.
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