Diplom Bonsai-Lehrer

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spiritkanu
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Diplom Bonsai-Lehrer

Beitrag von spiritkanu »

edit by andi
Thema wurde von der ursprünglichen Diskussion abgetrennt.


Karl T. hat geschrieben:Aber ich bin mir ziemlich sicher dass er genau wusste was er da macht, ist er doch ein geprüfter Bonsailehrer.
Hallo Karl,

was genau ist ein "geprüfter Bonsailehrer"? Gibt es bei uns tatsächlich eine derartige Ausbildung, oder kann man die nur in Fern-Ost absolvieren?
Servus,
Reinhold

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hfbonsai
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Beitrag von hfbonsai »

Hallo Reinhold

Das ist eine gute Frage. :idea:

Geprüfter Bonsailehrer :lol: das erinnert mich stark an die Meisterschule der Handwerkskammer und die dazu gehörigen Prüfungen.

Wenn ich daran denke dann müsste ich lauthals lachen, wenn es nicht so eine traurige Wirklichkeit währe.

Frank
Gruß Frank

hfbonsai= Heike + Frank-Bonsai

Ein guter Bonsai braucht Zeit, so wie die Natur die uns erschaffen hat.
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Gary
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Beitrag von Gary »

spiritkanu hat geschrieben:Hallo Karl,
was genau ist ein "geprüfter Bonsailehrer"? Gibt es bei uns tatsächlich eine derartige Ausbildung, oder kann man die nur in Fern-Ost absolvieren?
hfbonsai hat geschrieben:Hallo Reinhold
Das ist eine gute Frage. :idea:
Geprüfter Bonsailehrer :lol: das erinnert mich stark an die Meisterschule der Handwerkskammer und die dazu gehörigen Prüfungen.
Jetzt bin ich weder Karl, noch Werner, doch da hier ja schon munter spekuliert wird versuche ich mal die Sache soweit mir möglich zu erläutern.

Karls Titulierung "geprüfter Bonsailehre" zielt auf den Umstand ab, dass es einen solchen Titel und entsprechendes Diplom tatsächlich gibt.

Im vorliegenden Fall war dazu keine Ausbildung in Fernost notwendig, sondern die Kenntnisse und Prüfungen konnten vielmehr in Europa erlernt bzw. absolviert werden.

Es handelt sich dabei um einen Abschluss der renommierten HAMANO-Schule, Japan. Die Ausbildung und Prüfung erfolgt durch einen lizenzierten japanischen Trainer, in diesem Fall Herr Hideo Suzuki, der von einer Übersetzerin unterstützt wird. Herr Suzuki erhielt sein Diplom als "Bonsai-Trainer" bereits 1974. Seit 1982 (#13 SAKUFU) nimmt er alljährlich, und sehr erfolgreich, an der SAKUFU-TEN teil. (SAKUFU-TEN = Ausstellung nur für Profis)

Das Lehrprogramm umfasst 6 Jahre Grundstudium (mit Zwischenprüfungen u. Abschlussprüfung) sowie weiteren 2 Jahren Aufbaustudium fürs "Lehrer-Diplom". Eine entsprechend erfolgreiche Schlussprüfung (schriftlich, mündlich und praktisch) vorausgesetzt.

Alle Absolventen investierten also eine gehörige Portion Zeit, viel Engagement und sicherlich gut 10.000,- €uro an Kosten.

Derzeit gibt es in Deutschland 4 diplomierte Absolventen:
- Werner Busch
- Udo Fischer
- Johannes Kastner
- Hartmut Münchenbach
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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Karl T.
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Beitrag von Karl T. »

Gary, danke für diese Ausführung, ich hätte es sicher nicht so perfekt gekonnt. *daumen_new*
Herzliche Grüße aus Wien!
Ihr seit gerne eingeladen in meine http://www.bonsaiwerkstatt.at/
Karl Thier
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hfbonsai
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Beitrag von hfbonsai »

Hallo

Gary, danke für die Erklärung.

Deine Ausführung bestätigt meine schlimmsten Befürchtungen. :shock: *autsch* *kotz*

Da bin ich ja echt froh, das "noch" jeder Bonsai pflegen, Demos machen,
und ein Geschäft eröffnen darf. auch wenn er nicht dem Herrn Suzuki und seiner Dachorganisation, Geld und Zeit in den Hals wirft.

Eine Frage hätte ich noch, wer hat denn dem guten Herrn sein Diplom gegeben und wer und vorallem aus welchem Grund gibt es eine Lizens zum Bäume pflegen in Japan, als guter letzt warum dürfen nur Bäume auf der Sakafu-ten ausgestelt werden von Menschen die dieses Spiel mitmachen :?:

Es tut mir Leid, aber da kommt meine revolutionäre Seite zum Vorschein, die mir schon oft das leben schwer gemacht hat, solche Umstände können einem den Spass verderben.

Es geht auch hier nur um Machtansprüche, Geld, und einem gewissen Kastenverhalten.

Gruß Frank
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Kelle
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Beitrag von Kelle »

Bald wird wohl noch der Bonsainachwuchs in Hauptschule, Realschule und Gymnasium unterteilt und nur wenn man überdurchschnittlich in Gärtnerwissen, Technik und Gestaltung war (..und das nötige Kleingeld hatte), gibts dann auch das Bonsai-Abitur... :?
Mit freundlichen Grüßen
Kelle
Wer seine Vergangenheit vergisst, verliert seine Wurzeln.
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo
Auf die Gefahr hin, belächelt zu werden, muss
ich gestehen das mir so eine Ausbildung gefallen würde.
Das Diplom interessiert mich nicht, nach meiner Meisterprüfung
lege ich auf Titel ohne Wert keinen Wert mehr.
Aber Neues zu lernen, andere Horizonte zu sehen,
und vieles Andere würde mich schon sehr reizen.
Obwohl ich es gewohnt bin mir alles selbst zu erarbeiten,
weiss ich, das eine geführte, strukturierte Ausbildung,
den richtigen Lehrer vorrausgesetzt, einen weiter bringt.
mfG Dieter

ps das alleine vor sich hin prötteln, lässt einen leider oft in eine
Sackgasse geraten, und das Sclimme ist, das man es manchmal
nicht merkt
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Karl T.
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Beitrag von Karl T. »

hfbonsai hat geschrieben:Hallo

Gary, danke für die Erklärung.

Deine Ausführung bestätigt meine schlimmsten Befürchtungen. :shock: *autsch* *kotz*

Da bin ich ja echt froh, das "noch" jeder Bonsai pflegen, Demos machen,
und ein Geschäft eröffnen darf. auch wenn er nicht dem Herrn Suzuki und seiner Dachorganisation, Geld und Zeit in den Hals wirft.

Eine Frage hätte ich noch, wer hat denn dem guten Herrn sein Diplom gegeben und wer und vorallem aus welchem Grund gibt es eine Lizens zum Bäume pflegen in Japan, als guter letzt warum dürfen nur Bäume auf der Sakafu-ten ausgestelt werden von Menschen die dieses Spiel mitmachen :?:

Es tut mir Leid, aber da kommt meine revolutionäre Seite zum Vorschein, die mir schon oft das leben schwer gemacht hat, solche Umstände können einem den Spass verderben.

Es geht auch hier nur um Machtansprüche, Geld, und einem gewissen Kastenverhalten.

Gruß Frank
Frank, deine Meinung über ein Bonsaiseminar kann dir niemand nehmen, :? aber ich muss dazu sagen dass es schon einen Sinn macht Zeit und Geld in ein Bonsaiseminar zu investieren dass von einem anerkannten lizenzierten japanischen Trainer Herrn Suzuki geleitet wird. Auch ich nehme mir schon seit 2002 die Zeit und die Kohle um von einem sehr bekannten und geachteten Schüler von Herrn Suzuki, Othmar Auer in die japanische Bonsaigestaltung und Pflege zu lernen. Ich denke es muss Schluss endlich jeder für sich selbst entscheiden wie viel er in seine Fertigkeit für unser schönsten Hobby der Welt investiert. Für mich ist wichtig was dabei herauskommt und dass ich es auch umsetzen kann. Mit Machtansprüchen und Kastenverhalten hat das bei mir jedenfalls nichts zu tun, es geht mir persönlich rein um das Lernen und verbessern meiner Bäume und auch um es an Lehrwillige weiterzugeben. Ich denke das ist bei Werner Busch wahrscheinlich auch so, denn nur wegen des Diploms und des Ruhmes hat er sich sicher nicht die Mühe und die Kosten über Jahre gemacht. :roll:
Herzliche Grüße aus Wien!
Ihr seit gerne eingeladen in meine http://www.bonsaiwerkstatt.at/
Karl Thier
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hfbonsai
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Beitrag von hfbonsai »

Hallo

Dieter und Karl, ich respektiere Eure Meinung uind gebe Euch sogar Recht, es ist besser sich in einer Gruppe zusammen zu schließen und voneinander zu lernen.

Alleine führt der Weg oft in eine Sackgasse, aber gerade diese Sackgassen haben den größten Lernefekt, wenn man bereit ist umzudenken und immer wieder von vorne zu beginnen.

Gerade in Asien ist aber ein Kastendenken sehr stark verbreitet und die Menschen werden manipuliert (stärker als in Europa).
Solche Dachorganisationen sind meiner Meinung nach eine Sackgasse denn sie geben den Weg vor und gerade bei Prüfungen ist es nicht erwünscht eigene Wege oder kreatives Denken an den Tag zu legen.
Sondern das gelernte im Sinne der Organisaton wieder zu geben.

Ich habe selbst die Meisterpüfung als Werkzeugmacher und war Ausbilder aber nach inigen Jahren habe ich aufgegeben.
Es war vielleicht ein Fehler oder Schwäche, trotzdem taten mir die kreativen Auszubildenden leid, die nicht einfach annahmen was man ihnen vorkaute sondern hinterfragten und oft genug deshalb an die Wand gefahren sind.

Gruß Frank

P.S. Es liegt mir fern jemanden persönlich anzugreifen nur weil er solch eine Ausbildung genossen hat und sich integriert hat. :wink:
Gruß Frank

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Kelle
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Beitrag von Kelle »

Das Verfeinern der eigenen Techniken halte ich für eine sinnvolle und absolut wichtige Sache!
Warum lernt man dann nicht nur einfach bei einem Meister oder bei mehreren Meistern?
warum muss man noch ein Diplom machen? ein Diplom dient doch dazu den eigenen Wissenstand gegenüber anderen ausweisen zu können, oder?

Gruss Kelle

p.s. ich möchte dabei keinen kritisieren, der ein Diplom gemacht hat, sonst würde ich mir ja ins eigene Fleisch schneiden :wink: :wink:
Mit freundlichen Grüßen
Kelle
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zopf
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Beitrag von zopf »

Hallo
Ich glaube nicht das es den Teilnehmern um das Diplom geht,
sondern das Wissensdurst und die Verbesserung Ihre Fähigkeiten
im Vordergrund stehen.
Wir messen doch eine Gestaltung (hoffentlich) auch nicht nach
irgendwelchen Titeln oder Namen, sondern betrachten Sie mit Unseren
Augen.
mfG Dieter
@Frank, ich kann Dich aus leidvoller Erfahrung sehr gut verstehen
Christiane

Beitrag von Christiane »

Ich finde den Gedanken einer gezielten, über mehrere Jahre gehenden Ausbildung sehr reizvoll.
Das Diplom wäre auch für mich zweitrangig, zeigt aber einem Selbst, das man das Erarbeitete auch sinnbestimmt anwenden kann. Und es bildet einen Schlusspunkt, das ist nach so einer langen Zeit auch irgendwo sinnvoll.
Zeigt es doch, das man auch geistig anwesend war. :wink:
In den bei uns stattfindenden Workshops lernt man irgendwann nichts neues dazu, weil es keinen gemeinsamen Anknüpfungspunkt bei den Teilnehmern ist. So ist es sehr schwer, fortschreitendes Wissen zu vermitteln.
Man fängt irgendwie immer wieder von vorne an, nur die Erfahrungswerte nehmen zu.
Warum ich aber für einen solchen Lehrgang so viel Geld zahlen sollte, ist mir schleierhaft.
Was sind das, 250 € pro Wochenend- Kurs? Das sind mir zu viel. Auch wenn ich dann sehr an Wissen wachsen kann, schneller als es mir im Selbststudium möglich ist.
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Gary
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Beitrag von Gary »

Hallo Leute,

überaus interessant welche Diskussion sich aufgrund meiner Erläuterung hier entsponnen hat.

Zwar kann ich und will ich auch gar nicht für die erfolgreichen Absolventen sprechen, noch über ihre Beweggründe hier spekulieren, doch sicher ist, dass die Zahl der Kursteilnehmer dieser Schulung in den letzten 6-8 Jahren kontinuierlich gestiegen ist. In Deutschland hat dieses Frühjahr gerade der 3. Kurs angefangen, wieder mit 20 Teilnehmern. Dabei handelt es sich vorwiegend um Menschen die eben ihre Kenntnisse erweitern und vertiefen wollen. Das "Abschluss-Diplom" spielt hier sicherlich nur eine untergeordnete Rolle. Dies kann sowieso nur der wirklich nutzen, der in diesem Bereich auch beruflich tätig ist. Für alle anderen ist es sicherlich wie Christiane schrieb einfach nur die erfolgreiche Bestätigung ihres jahrelangen Mühens und Strebens.

Der Kostenaspekt ist bei dieser Aktion sicherlich nicht unbedeutend, doch gibt es eben Nichts umsonst, auch keine gute Ausbildung. Außer den reinen Kursgebühren, die sicherlich auch Herrn Suzuki nicht reich machen, fallen eben auch Fahrt-, Bewirtungs- und Übernachtungskosten an. Investitionen für "entsprechendes Material" gar nicht erst gerechnet.

Eine solch langfristige und durchgeplante Schulung ist nicht mit den sonst üblichen und bekannten Workshops zu vergleichen. "Erstgestaltungen", wie sonst in Workshops üblich, sind überhaupt nicht das Ziel solch einer Schulung. Hier wird vielmehr das von Yami so oft zitierte "pflegende Gestalten" gelehrt und eine bestimmte Philosophie von Bonsai vermittelt.

Diese Schulungen richten sich auch nicht an Anfänger, ein eher fortgeschrittenes Wissen wäre da als Ausgangssituation schon empfehlenswerter. Doch genau in diesem Segment gibt es eine ständig wachsende Anzahl Menschen in Europa, die tiefer in die Materie vordringen wollen und dafür auch bereit sind einiges zu tun.
Und das geht eben kaum im stillen Kämmerchen für sich allein zuhaus!
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary

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spiritkanu
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Beitrag von spiritkanu »

hallo gary und alle anderen,

ich bin auch sehr froh, dass meine frage so ausführlich beantwortet und diskutiert wurde.
nun schreibst du, dass auch in deutschland ein solcher kurs angeboten wird. meine recherchen im netz ergaben nur, dass diese schule in italien angesiedelt ist. ich nahm daher an, dass für diese ausbildung auch die sprache ein kriterium sei. offensichtlich ist es aber so, dass herr suzuki die zu dieser ausbildung gehörenden kurse auch in deutschland für deutschsprachige schüler(innen) anbietet :?:
Servus,
Reinhold

Bonsaiclub Wien
Lindwurm
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Beitrag von Lindwurm »

Gary hat geschrieben: Hier wird vielmehr das von Yami so oft zitierte "pflegende Gestalten" gelehrt und eine bestimmte Philosophie von Bonsai vermittelt.

wie soll das bitte funktionieren in der lächerlich kurzen zeit die man auf diesen seminaren verbringt???
jeder kann für sich doch mal zusammen zählen wieviel zeit er im jahr sich mit bonsai beschäftigt, also aktiv was am baum machen+ "drüber nachdenken etc." wenn man das dann ins verhältnis setzt zu der zeit dieser "ausbildung" ......



der knackpunkt an bonsai ist doch vor allem anderen, das man jeden tag wieder neu anfangen muss, mit giessen,schneiden ,gestalten und "überlegen"...
Antworten