Schaut mal auf "Bonsaipflege:Dünger"
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Hallo,
will mir keiner antworten?
Schaut doch mal auf "Bonsaipflege", Frage nach selbsthergestelltem organischem Dünger!
Vorab den Antwortenden ein herzliches Dankeschön!!!!
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Vorab den Antwortenden ein herzliches Dankeschön!!!!
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
- Wolfgang
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Chemiker bin ich zwar keiner, Wolfgang, aber Gärtner mit Grundkenntnissen in Bodenkunde & Düngemittellehre.
Es geht um die genaue chemische Form der Nährstoffe N (Stickstoff), P (Phosphor) und K (Kali). -
Ohne genau auf die chemischen Formeln einzugehen, gibt es
mineralische (anorganische) Dünger (z.B Vollkorn blau etc.) die - wie z.B. Trauben-, Milch-, Fruchtzucker vom Menschen - DIREKT aufgenommen werden können und
organische Dünger (z.B. Hornspäne, Guano, Rapsschrot, Fisch-, Blut- u. Knochenmehl usw.), wo die Nährstoffe in einer für die Pflanze nicht direkt verfügbaren chemischen Form vorhanden sind (vgl. mit Kristallzucker, einem Zweifachzucker, der vom Darm erst "umgebaut" werden muss, um vom Meschen aufgenommen werden zu können). - Das Bodenedaphon (im Boden lebende Kleinstlebewesen und Mykorrhiza-Pilze) bauen diese Nährstoffe - natürlich nicht ganz uneigennützig - in eine für die Pflanzen verfügbare Form um.
Somit kann es mit organischen Düngern kaum (bis nie) zu einer ÜBERdüngung kommen. - Im Gegensatz dazu kann es mit mineralischen Düngern - überdosiert eingesetzt - zu Verbrennungen bei den Pflanzen kommen, einer sogenannten Plasmolyse, bei der die pflanzlichen Zellen durch die außen herrschende Überkonzentration an Salzen (= auch Nährstoffen) / den Überdruck implodieren.
Alle Klarheiten beseitigt?
Es geht um die genaue chemische Form der Nährstoffe N (Stickstoff), P (Phosphor) und K (Kali). -
Ohne genau auf die chemischen Formeln einzugehen, gibt es
Somit kann es mit organischen Düngern kaum (bis nie) zu einer ÜBERdüngung kommen. - Im Gegensatz dazu kann es mit mineralischen Düngern - überdosiert eingesetzt - zu Verbrennungen bei den Pflanzen kommen, einer sogenannten Plasmolyse, bei der die pflanzlichen Zellen durch die außen herrschende Überkonzentration an Salzen (= auch Nährstoffen) / den Überdruck implodieren.
Alle Klarheiten beseitigt?
Zuletzt geändert von Wolfgang am 30.01.2004, 18:50, insgesamt 3-mal geändert.
Grüße! Wolfgang
http://www.yamadori-bonsai.info
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Bei organischen Düngern sind die Nährstoffe in Form von organischen Verbindungen enthalten. Deshalb müssen sie erst durch das Bodenleben (Mikroorganismen)aufgeschlossen werden. Mineralische Dünger sind sofort aufnahmebereit und wirken dadurch schneller (Ausnahme sind spezielle Langzeitdünger). Mineralische Dünger sind Salze, die nach Wasserzufuhr als Ionen sofort von der Pflanze aufgenommen werden können. Deshalb auch Vorsicht: Dadurch kann man mit Ihnen auch Überdüngen.WolfgangU hat geschrieben:Hallo,
Organisch-Mineralisch: Wo ist bitte ist der Unterschied?
Viele Grüße
Detlef
Ein paar weitere Info findest du unter:
http://www.yamadori-bonsai.de/c/05/01/01/00.htm
Viele Grüße
Detlef
Detlef
Hoppla, da waren zwei noch schneller mit dem Absenden als ich.
Hallo Wolfgang,
ich bin zwar kein Chemie-Ing. wie Martin, aber mein Chemie-Abi müsste für die Antwort reichen.
Ich will mich hier aber nicht mit fremden Lorbeeren schmücken. Das Wissen um diese Zusammenhänge habe ich von den "Spezis" wie z.B. Martin, Walter oder Ulf.
Also, du hast Recht: Die Nährstoffe sind größtenteils die gleichen (eigentlich überall ist Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) drin).
Der Unterschied ist folgender:
Bei anorganischem Dünger liegen die Nährstoffe als reine Salze vor, entweder fest oder in Wasser gelöst. Bei anorganischem Dünger kann die Pflanze also sofort auf die Nährstoffe zugreifen, es besteht aber die Gefahr der Überdüngung.
Bei organischem Dünger sind die Nährstoffe in der Biomasse des Düngers (z.B. Blutmehl, Fischmehl, Hornspäne oder Vogelmist) enthalten. Erst im Boden werden die Nährstoffe nach und nach durch Mikroorganismen aus der Biomasse "herausgearbeitet". Da die Mikroorganismen aber nur eine bestimmte Menge an Nährstoffen umwandeln können, ist eine Überdüngung so gut wie ausgeschlossen. Für den Umwandlungsprozess brauchen die Mikroorganismen aber Energie, sprich Wärme. Daher "funktionieren" organische Dünger erst bei Temperaturen so um die 20°C richtig und bei kälteren Temperaturen muss mit anorganischem Dünger gedüngt werden.
Hallo Wolfgang,
ich bin zwar kein Chemie-Ing. wie Martin, aber mein Chemie-Abi müsste für die Antwort reichen.
Also, du hast Recht: Die Nährstoffe sind größtenteils die gleichen (eigentlich überall ist Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) drin).
Der Unterschied ist folgender:
Bei anorganischem Dünger liegen die Nährstoffe als reine Salze vor, entweder fest oder in Wasser gelöst. Bei anorganischem Dünger kann die Pflanze also sofort auf die Nährstoffe zugreifen, es besteht aber die Gefahr der Überdüngung.
Bei organischem Dünger sind die Nährstoffe in der Biomasse des Düngers (z.B. Blutmehl, Fischmehl, Hornspäne oder Vogelmist) enthalten. Erst im Boden werden die Nährstoffe nach und nach durch Mikroorganismen aus der Biomasse "herausgearbeitet". Da die Mikroorganismen aber nur eine bestimmte Menge an Nährstoffen umwandeln können, ist eine Überdüngung so gut wie ausgeschlossen. Für den Umwandlungsprozess brauchen die Mikroorganismen aber Energie, sprich Wärme. Daher "funktionieren" organische Dünger erst bei Temperaturen so um die 20°C richtig und bei kälteren Temperaturen muss mit anorganischem Dünger gedüngt werden.
Gruß,
Nils
AK Braunschweig, Treffen: Jeweils am 1. oder 2. Samstag im Monat, weitere Infos hier
KleineBaeume.De - Links und Infos zum "schönsten Hobby der Welt"
Nils
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- Wolfgang
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Hier noch Tipps von Walter Pall zum Thema DÜNGEN:
(1) Organischer Dünger
Dabei handelt es sich um Dünger, die die Nährstoffe in organisch gebundener Form anbieten. Sie müssen durch Mikroorganismen abgebaut werden um verfügbar zu sein. Der Vorteil ist, dass dieser Abbau langsam vor sich geht und dadurch ein Überdüngung weitgehend vermieden wird. Nachteilig ist, dass viele dieser Dünger schlecht riechen und auch äußerlich auf den Boden aufgebracht werden, wo sie unansehnlich wirken. Außerdem wirken die Mikroorganismen erst ab höheren Temperaturen, so dass die Pflanzen im Austrieb und kurz danach noch gar keine Nährstoffe zur Verfügung haben. Deshalb sollte man im zeitigen Frühjahr und im Herbst auf mineralische Dünger zurückgreifen.
Organische Dünger sind meist sehr einseitig. Sie enthalten die Nährstoffe meist in überhöhter Form. Rapsschrot und Hornspäne enthalten sehr viel Stickstoff, Blutmehl hat einen hohen Phosphatanteil. Ein Nachteil der organischen Dünger ist häufig der schlechte Geruch und die Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes, wenn sie auf der Bodenoberfläche liegen bleiben müssen. Außerdem sind sie regelmäßig spürbar teurer als mineralischer Dünger.
Es gibt jedoch eine Reihe von sehr namhaften Bonsaiprofis, die über den organischen Dünger ganz anderer Ansicht sind. Sie schwören auf alle Arten von „natürlichem“ Dünger und lehnen anorganischen ab. Falls offensichtlich ein Mangel an Spurenelementen bei reiner organischer Düngung entsteht, wird jedoch mit anorganischen Spurenelementen geholfen.
So empfiehlt John Naka Blutmehl, Knochenmehl, Hornspäne, Fischmehl und gut verrotteten Mist.
Arten von organischem und „natürlichem“ Dünger :
· Fester Dünger:
Man mischt zwei Teile Rapsschrot und einen Teil Blutmehl und Knochenmehl zu einem Teig, der elastisch ist. Er darf nicht zu trocken und nicht zu nass sein. Daraus werden kleine Kugeln in der Größe eines Golfballes geformt. Sie werden flachgedrückt und auf die Bodenoberfläche des Bonsai gelegt. Natürlich ist es auch möglich, aus dem Teig andere Formen zu gestalten, die man dann auflegen kann. Die Düngekugeln werden in einem luftdicht verschlossenen Behälter aufbewahrt. Man kann auch ein Insektizid darüber sprühen. Die Haltbarkeit ist nicht sehr groß. Die Düngekugeln, die man in ähnlicher Zusammensetzung auch im Bonsaihandel erwerben kann, werden an jede Ecke der Schale gelegt. Unmittelbar am Stamm nützt er wenig. Die Wurzelbildung wird dort angeregt, wo keine Wurzeln sind. Eine Düngekugel für vier Liter Erde sind gerade richtig.
· Düngemehl, Düngekugeln, Düngekuchen:
Zwei Teile Rapsschrot und ein Teil Blutmehl oder Knochenmehl werden fein gemahlen und vermischt. Das Mehl wird am besten in kleinen Häufchen an den Ecken der Schale gelegt. Dadurch wird vermieden, dass es beim Gießen weggeschwemmt wird. Ein Esslöffel für vier Liter Erde reicht. Juan Camarasa empfiehlt folgendes Rezept: irgendein organischer Dünger, wie ein Gemisch aus Tiermist, Kompost, Holzasche, Fischmehl Hornspäne und ähnliches wird gut gemischt und verrührt, bis eine homogen Masse entsteht. Dann wird die Mischung mit Huminsäure oder Wasser angefeuchtet, bis man mit der Hand Kugeln formen kann, die nicht auseinanderfallen. Diese Kugeln werden in das Nylongewebe aus einem Damenstrumpf so stramm wie möglich eingepackt, das mit Bonsaidraht verschnürt wird. Diese Päckchen werden dann auf die Erdoberfläche verteilt. Je nach Bedarf kann man mehr oder weniger stickstoffhaltige Stoffe beimischen. Man kann auch mineralischen Dünger, wie Magnesiumsalz in der Mitte der Kugel deponieren. Um zu vermeiden, dass das Moos unter diesen Düngekugeln verdirbt, werden sie auf Zahnstocher aufgespießt und knapp über dem Erdboden befestigt. Dabei wird jedoch übersehen, auf welche Weise die Nährstoffe eigentlich an die Wurzeln gelangen. Nur die in Wasser löslichen, das sind dann hauptsächlich mineralische Nährstoffe, werden vom Gießwasser in die Erde gebracht. Die organischen müssen erst zersetzt werden. Dies übernehmen Pilze und Bakterien, die in der Erde leben. Sie ziehen die Nährstoffe aus den Düngekugeln nach unten in die Erde und damit an die Wurzeln. Wenn die Düngekugel auf Zahnstochern steht, wird dieser Vorhang weitgehend unterbunden.
· Baumwollsamenmehl:
Es wird vor allem in den USA angeboten. Die chemische Reaktion ist sauer, weshalb es sehr gut für Pflanzen geeignet ist, die es sauer lieben.
· Kalk oder auch Dolomit:
Es handelt sich dabei um zermahlene Kalksteine. Der Kalkzusatz kann einfach eingeschwämmt werden, oder auch beim Umtopfen in die Bonsaierde gemischt werden. Der Kalk bewirkt, dass sich einige organische Düngemittel besser zersetzten. Kalk wird auch zugegeben, damit der pH-Wert steigt. Das ist manchmal notwendig, wenn besonders viel Torf im Boden ist, der zwar Wasser hält, aber sehr sauer ist.
· Blutmehl:
Es handelt sich um getrocknetes Blut vom Schlachthof, das in Pulverform geliefert wird. Es handelt sich praktisch um reinen Stickstoff, aber auch Phosphor und Spurenelemente.
· Hornspäne:
Man kann sie im Gartenfachhandel regelmäßig beziehen. Sie wirken als Langzeitdünger, weil sie sich nur sehr langsam auflösen. Der sehr sirckstoffreiche Dünger wird am besten in die Erde eingearbeitet, weil er auf dr Oberfläche nicht schön aussieht. Es ist nicht zu befürchten, dass Wurzelschäden durch Verbrennung entstehen. Beim Auflösen entsteht manchmal ein übler Leichengeruch.
· Biogold und andere Fertigdünger:
Im Bonsaihandel werden fertige organische dünner angeboten, wie sie aus Japan importiert werden. Biogold® ist am bekanntesten und wirkt auch besonders gut. Die genaue Zusammensetzung ist Firmengeheimnis. Es wird in Form von kleinen Würfeln angeboten, die einfach auf die Erdoberfläche gelegt werden. Man düngt von April bis Mitte August. Die Dosis kann man grob so abschätzen: auf einen Zentimeter Schalenlänge kommt ein Würfel. Auf eine Schale mit 30 cm Länge werden also 30 Würfle gelegt. Sie sollten möglichst verstreut liegen, so dass alle Wurzelbereiche gedüngt werden. Die zuerst sehr harten Würfel frequentieren nach einigen Wasserzufuhren rasch. Man kann sie dann mit den Fingern zerbröseln und auf das Erdreich streuen. Dadurch vermeidet man auch die starke optische Störung durch die Würfel. Die Geruchsbelästigung ist gegenüber vielen andern Düngern zu vernachlässigen. Auch von Vögeln wird der Dünger kaum umgedreht. Biogold bleibt ca. 3 Monate aktiv und sollte einmal pro Saison erneuert werden. Die Fertigdünger sind nicht billig. Aber auch ansonsten sehr sparsame Bonsaigärtner verwenden sie, weil sie deutlich bessere Ergebnisse damit erzielen als mit sonstigen Düngern.
· Flüssigdünger:
Grundsätzlich besteht kein Unterschied in den Inhaltsstoffen zwischen festem Dünger und Flüssigdünger. Man kann aus den meisten festen Düngern selbst Flüssigdünger machen, indem man sie mit Wasser vermengt. Mineralische Dünger lösen sich dann einfach auf, wenn man umrührt, organische müssen erst einige Tage stehen, bis sie fermentieren. In Gartencentern kann man allerlei flüssigen organischen Dünger erwerben, der dann nach Vorschrift, ev. auch geringer als die Anwendungsanleitung angibt, aufgetragen wird. Ein Rezept ist: 3 Teile Sojamehl, 1 Teil Blut- und Knochenmehl, 1 Teil Geflügelmist, 1 Teil Holzasche, 1 Teil Fischmehl. Das Ganze wird in eine Behälter mit mindestens 4 mal dem Volumen der Ingredienzien gegen und Wasser in vierfacher Menge des Düngegemisches dazugegeben. Das ganze lässt man 3 Monate stehen und füllt dann wieder Wasser nach. Die Brühe wird 1 zu 5 mit reinem Wasser vermischt und die Bäume darin getränkt oder damit gegossen. Man kann auch nach drei Monaten das Wasser ganz verdunsten lasen. Wenn die Brühe dickflüssig geworden ist, wird Weizenmehl dazugerührt, damit der Brei klebt. Dann macht man kleine Kuchen daraus, die in der Sonne getrocknet werden und nach Bedarf auf die Erdoberfläche aufgelegt werden.
· Tierdung:
Er muss gut verrottet sein, bevor er verwendet werden kann. Naka empfiehlt, den Tierdung in einen Sack zu füllen und in einen Wasserkübel zu hängen. mit der Flüssigkeit werden die Bäume gegossen. Ganz wichtig ist es zu beachten, dass der Dünger nicht zu konzentriert sein darf, weil sonst die Wurzeln verbrennen.
· Knochenmehl:
Es ist wegen des hohen Phosphatanteils besonders für blühende Bonsai zu empfehlen.
· Guano:
In Gartencentern erhält man in verschiedenen Gebinden Vogelmist, der ein hervorragender Dünger ist. Allerdings darf man nur in kleinen Mengen, aber dafür öfter düngen. Der anscheinend sehr teure Dünger reicht dann sehr lange.
Mit organischem Dünger darf man nur während der deutlich sichtbaren aktiven Zeit einer Pflanze düngen. nach dem Verpflanzen sollte auch mit organischem Dünger für ca. zwei Monate nicht gedüngt werden. Es ist eher öfter, aber dafür in kleinen mengen zu düngen - mindestens einmal im Monat oder alle zwei Wochen.
Zu saure Erde wird mit Kalksteinmehl, Holzasche oder Holzkohle bestreut.
Bei der Anwendung von organischen Düngern entsteht oft ein sichtbarer weißer fadenartiger Pilz, der sich über den Dünger und teilweise die Bodenoberfläche legt. Es handelt sich um Pilze und Bakterien, die den Dünger in sein Komponenten aufbrechen. Es sieht nicht schön aus, aber es ist genau das, was der Bonsaigärtner braucht, damit der Dünger auch wirken kann. Nach einiger Zeit verschwinden die Symptome von selbst. Dieser sichtbare Effekt tritt besonders unter gespannter Luft, z.B. in Gewächshäusern auf.
(1) Organischer Dünger
Dabei handelt es sich um Dünger, die die Nährstoffe in organisch gebundener Form anbieten. Sie müssen durch Mikroorganismen abgebaut werden um verfügbar zu sein. Der Vorteil ist, dass dieser Abbau langsam vor sich geht und dadurch ein Überdüngung weitgehend vermieden wird. Nachteilig ist, dass viele dieser Dünger schlecht riechen und auch äußerlich auf den Boden aufgebracht werden, wo sie unansehnlich wirken. Außerdem wirken die Mikroorganismen erst ab höheren Temperaturen, so dass die Pflanzen im Austrieb und kurz danach noch gar keine Nährstoffe zur Verfügung haben. Deshalb sollte man im zeitigen Frühjahr und im Herbst auf mineralische Dünger zurückgreifen.
Organische Dünger sind meist sehr einseitig. Sie enthalten die Nährstoffe meist in überhöhter Form. Rapsschrot und Hornspäne enthalten sehr viel Stickstoff, Blutmehl hat einen hohen Phosphatanteil. Ein Nachteil der organischen Dünger ist häufig der schlechte Geruch und die Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes, wenn sie auf der Bodenoberfläche liegen bleiben müssen. Außerdem sind sie regelmäßig spürbar teurer als mineralischer Dünger.
Es gibt jedoch eine Reihe von sehr namhaften Bonsaiprofis, die über den organischen Dünger ganz anderer Ansicht sind. Sie schwören auf alle Arten von „natürlichem“ Dünger und lehnen anorganischen ab. Falls offensichtlich ein Mangel an Spurenelementen bei reiner organischer Düngung entsteht, wird jedoch mit anorganischen Spurenelementen geholfen.
So empfiehlt John Naka Blutmehl, Knochenmehl, Hornspäne, Fischmehl und gut verrotteten Mist.
Arten von organischem und „natürlichem“ Dünger :
· Fester Dünger:
Man mischt zwei Teile Rapsschrot und einen Teil Blutmehl und Knochenmehl zu einem Teig, der elastisch ist. Er darf nicht zu trocken und nicht zu nass sein. Daraus werden kleine Kugeln in der Größe eines Golfballes geformt. Sie werden flachgedrückt und auf die Bodenoberfläche des Bonsai gelegt. Natürlich ist es auch möglich, aus dem Teig andere Formen zu gestalten, die man dann auflegen kann. Die Düngekugeln werden in einem luftdicht verschlossenen Behälter aufbewahrt. Man kann auch ein Insektizid darüber sprühen. Die Haltbarkeit ist nicht sehr groß. Die Düngekugeln, die man in ähnlicher Zusammensetzung auch im Bonsaihandel erwerben kann, werden an jede Ecke der Schale gelegt. Unmittelbar am Stamm nützt er wenig. Die Wurzelbildung wird dort angeregt, wo keine Wurzeln sind. Eine Düngekugel für vier Liter Erde sind gerade richtig.
· Düngemehl, Düngekugeln, Düngekuchen:
Zwei Teile Rapsschrot und ein Teil Blutmehl oder Knochenmehl werden fein gemahlen und vermischt. Das Mehl wird am besten in kleinen Häufchen an den Ecken der Schale gelegt. Dadurch wird vermieden, dass es beim Gießen weggeschwemmt wird. Ein Esslöffel für vier Liter Erde reicht. Juan Camarasa empfiehlt folgendes Rezept: irgendein organischer Dünger, wie ein Gemisch aus Tiermist, Kompost, Holzasche, Fischmehl Hornspäne und ähnliches wird gut gemischt und verrührt, bis eine homogen Masse entsteht. Dann wird die Mischung mit Huminsäure oder Wasser angefeuchtet, bis man mit der Hand Kugeln formen kann, die nicht auseinanderfallen. Diese Kugeln werden in das Nylongewebe aus einem Damenstrumpf so stramm wie möglich eingepackt, das mit Bonsaidraht verschnürt wird. Diese Päckchen werden dann auf die Erdoberfläche verteilt. Je nach Bedarf kann man mehr oder weniger stickstoffhaltige Stoffe beimischen. Man kann auch mineralischen Dünger, wie Magnesiumsalz in der Mitte der Kugel deponieren. Um zu vermeiden, dass das Moos unter diesen Düngekugeln verdirbt, werden sie auf Zahnstocher aufgespießt und knapp über dem Erdboden befestigt. Dabei wird jedoch übersehen, auf welche Weise die Nährstoffe eigentlich an die Wurzeln gelangen. Nur die in Wasser löslichen, das sind dann hauptsächlich mineralische Nährstoffe, werden vom Gießwasser in die Erde gebracht. Die organischen müssen erst zersetzt werden. Dies übernehmen Pilze und Bakterien, die in der Erde leben. Sie ziehen die Nährstoffe aus den Düngekugeln nach unten in die Erde und damit an die Wurzeln. Wenn die Düngekugel auf Zahnstochern steht, wird dieser Vorhang weitgehend unterbunden.
· Baumwollsamenmehl:
Es wird vor allem in den USA angeboten. Die chemische Reaktion ist sauer, weshalb es sehr gut für Pflanzen geeignet ist, die es sauer lieben.
· Kalk oder auch Dolomit:
Es handelt sich dabei um zermahlene Kalksteine. Der Kalkzusatz kann einfach eingeschwämmt werden, oder auch beim Umtopfen in die Bonsaierde gemischt werden. Der Kalk bewirkt, dass sich einige organische Düngemittel besser zersetzten. Kalk wird auch zugegeben, damit der pH-Wert steigt. Das ist manchmal notwendig, wenn besonders viel Torf im Boden ist, der zwar Wasser hält, aber sehr sauer ist.
· Blutmehl:
Es handelt sich um getrocknetes Blut vom Schlachthof, das in Pulverform geliefert wird. Es handelt sich praktisch um reinen Stickstoff, aber auch Phosphor und Spurenelemente.
· Hornspäne:
Man kann sie im Gartenfachhandel regelmäßig beziehen. Sie wirken als Langzeitdünger, weil sie sich nur sehr langsam auflösen. Der sehr sirckstoffreiche Dünger wird am besten in die Erde eingearbeitet, weil er auf dr Oberfläche nicht schön aussieht. Es ist nicht zu befürchten, dass Wurzelschäden durch Verbrennung entstehen. Beim Auflösen entsteht manchmal ein übler Leichengeruch.
· Biogold und andere Fertigdünger:
Im Bonsaihandel werden fertige organische dünner angeboten, wie sie aus Japan importiert werden. Biogold® ist am bekanntesten und wirkt auch besonders gut. Die genaue Zusammensetzung ist Firmengeheimnis. Es wird in Form von kleinen Würfeln angeboten, die einfach auf die Erdoberfläche gelegt werden. Man düngt von April bis Mitte August. Die Dosis kann man grob so abschätzen: auf einen Zentimeter Schalenlänge kommt ein Würfel. Auf eine Schale mit 30 cm Länge werden also 30 Würfle gelegt. Sie sollten möglichst verstreut liegen, so dass alle Wurzelbereiche gedüngt werden. Die zuerst sehr harten Würfel frequentieren nach einigen Wasserzufuhren rasch. Man kann sie dann mit den Fingern zerbröseln und auf das Erdreich streuen. Dadurch vermeidet man auch die starke optische Störung durch die Würfel. Die Geruchsbelästigung ist gegenüber vielen andern Düngern zu vernachlässigen. Auch von Vögeln wird der Dünger kaum umgedreht. Biogold bleibt ca. 3 Monate aktiv und sollte einmal pro Saison erneuert werden. Die Fertigdünger sind nicht billig. Aber auch ansonsten sehr sparsame Bonsaigärtner verwenden sie, weil sie deutlich bessere Ergebnisse damit erzielen als mit sonstigen Düngern.
· Flüssigdünger:
Grundsätzlich besteht kein Unterschied in den Inhaltsstoffen zwischen festem Dünger und Flüssigdünger. Man kann aus den meisten festen Düngern selbst Flüssigdünger machen, indem man sie mit Wasser vermengt. Mineralische Dünger lösen sich dann einfach auf, wenn man umrührt, organische müssen erst einige Tage stehen, bis sie fermentieren. In Gartencentern kann man allerlei flüssigen organischen Dünger erwerben, der dann nach Vorschrift, ev. auch geringer als die Anwendungsanleitung angibt, aufgetragen wird. Ein Rezept ist: 3 Teile Sojamehl, 1 Teil Blut- und Knochenmehl, 1 Teil Geflügelmist, 1 Teil Holzasche, 1 Teil Fischmehl. Das Ganze wird in eine Behälter mit mindestens 4 mal dem Volumen der Ingredienzien gegen und Wasser in vierfacher Menge des Düngegemisches dazugegeben. Das ganze lässt man 3 Monate stehen und füllt dann wieder Wasser nach. Die Brühe wird 1 zu 5 mit reinem Wasser vermischt und die Bäume darin getränkt oder damit gegossen. Man kann auch nach drei Monaten das Wasser ganz verdunsten lasen. Wenn die Brühe dickflüssig geworden ist, wird Weizenmehl dazugerührt, damit der Brei klebt. Dann macht man kleine Kuchen daraus, die in der Sonne getrocknet werden und nach Bedarf auf die Erdoberfläche aufgelegt werden.
· Tierdung:
Er muss gut verrottet sein, bevor er verwendet werden kann. Naka empfiehlt, den Tierdung in einen Sack zu füllen und in einen Wasserkübel zu hängen. mit der Flüssigkeit werden die Bäume gegossen. Ganz wichtig ist es zu beachten, dass der Dünger nicht zu konzentriert sein darf, weil sonst die Wurzeln verbrennen.
· Knochenmehl:
Es ist wegen des hohen Phosphatanteils besonders für blühende Bonsai zu empfehlen.
· Guano:
In Gartencentern erhält man in verschiedenen Gebinden Vogelmist, der ein hervorragender Dünger ist. Allerdings darf man nur in kleinen Mengen, aber dafür öfter düngen. Der anscheinend sehr teure Dünger reicht dann sehr lange.
Mit organischem Dünger darf man nur während der deutlich sichtbaren aktiven Zeit einer Pflanze düngen. nach dem Verpflanzen sollte auch mit organischem Dünger für ca. zwei Monate nicht gedüngt werden. Es ist eher öfter, aber dafür in kleinen mengen zu düngen - mindestens einmal im Monat oder alle zwei Wochen.
Zu saure Erde wird mit Kalksteinmehl, Holzasche oder Holzkohle bestreut.
Bei der Anwendung von organischen Düngern entsteht oft ein sichtbarer weißer fadenartiger Pilz, der sich über den Dünger und teilweise die Bodenoberfläche legt. Es handelt sich um Pilze und Bakterien, die den Dünger in sein Komponenten aufbrechen. Es sieht nicht schön aus, aber es ist genau das, was der Bonsaigärtner braucht, damit der Dünger auch wirken kann. Nach einiger Zeit verschwinden die Symptome von selbst. Dieser sichtbare Effekt tritt besonders unter gespannter Luft, z.B. in Gewächshäusern auf.
Hallo Wolfgang,
um Gotteswillen, so genau wollte ich das gar nicht. Das bringt mich nur in Konflikte im nächsten Frühjahr. Aber die Grundaussage ist klar.
Eine Frage noch an den Gärtner: Mit anorganischem Dünger (Salzen), wohl dossiert (zeitlich und mengenmäßig) kann man die gleiche "Wirkung erzielen (oder nicht)?
Viele Grüße
Wolfgang Unzog
um Gotteswillen, so genau wollte ich das gar nicht. Das bringt mich nur in Konflikte im nächsten Frühjahr. Aber die Grundaussage ist klar.
Eine Frage noch an den Gärtner: Mit anorganischem Dünger (Salzen), wohl dossiert (zeitlich und mengenmäßig) kann man die gleiche "Wirkung erzielen (oder nicht)?
Viele Grüße
Wolfgang Unzog
- Wolfgang
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Na klar doch, Wolfgang. - Das lebt uns doch der Erwerbsgartenbau & die Landwirtschaft Tag für Tag vor .......
Grüße! Wolfgang
http://www.yamadori-bonsai.info
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Hallo Wolfgang,
vielen Dank.
Aber man kann nicht Kalk und Dolomit in eine Topf werfen. Kalk besteht aus CaCO3 und ist mit schwachen Säuren löslich. Dolomit besteht aus (Ca,Mg)CO3, wobei der Magnesiumgehalt bei maximal 5% liegt. Dolomit ist viel schwerer löslich (von Säuren) und hat eine höhere Dichte als Kalk. Damit kann man sie auch unterscheiden (z.B. mit 3%iger Salzsäure, HCl).
Schönes Wochenende
Wolfgang Unzog
vielen Dank.
Aber man kann nicht Kalk und Dolomit in eine Topf werfen. Kalk besteht aus CaCO3 und ist mit schwachen Säuren löslich. Dolomit besteht aus (Ca,Mg)CO3, wobei der Magnesiumgehalt bei maximal 5% liegt. Dolomit ist viel schwerer löslich (von Säuren) und hat eine höhere Dichte als Kalk. Damit kann man sie auch unterscheiden (z.B. mit 3%iger Salzsäure, HCl).
Schönes Wochenende
Wolfgang Unzog
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Wolfgang,
jetzt wird´s aber sehr fachspezifisch ........
Klar ist ein Unterschied zwischen Kalk und Dolomit; der ist jedoch bei der Bonsaikultur nicht so sehr ausschlaggebend.
Bei Alpinen (Steingartenpflanzen) oder Erdorchideen, sieht´s da schon wieder anders aus. - Diese z.T. endemisch vorkommenden Raritäten brauchen ganz bestimmte Bodenverhältnisse - entsprechend ihrem Vorkommen auf Kalk bzw. Dolomit oder auch Urgestein bzw. wie sie sie auch auf ihren Naturstandorten vorfinden - sonst können sie in gärtnerischer Kultur nicht überleben.
Jetzt bin ich von den Bonsai aber weit abgewichen .......
jetzt wird´s aber sehr fachspezifisch ........
Klar ist ein Unterschied zwischen Kalk und Dolomit; der ist jedoch bei der Bonsaikultur nicht so sehr ausschlaggebend.
Bei Alpinen (Steingartenpflanzen) oder Erdorchideen, sieht´s da schon wieder anders aus. - Diese z.T. endemisch vorkommenden Raritäten brauchen ganz bestimmte Bodenverhältnisse - entsprechend ihrem Vorkommen auf Kalk bzw. Dolomit oder auch Urgestein bzw. wie sie sie auch auf ihren Naturstandorten vorfinden - sonst können sie in gärtnerischer Kultur nicht überleben.
Jetzt bin ich von den Bonsai aber weit abgewichen .......
Grüße! Wolfgang
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