Technik um schlafende Augen zum Austrieb zu bewegen.
Technik um schlafende Augen zum Austrieb zu bewegen.
Ihr kennt es womöglich alle - eurem Bonsai fehlt an einer bestimmten Stelle ein Ast. Dabei würde die Gesamtgestaltung doch so an Ausdruck gewinnen, wenn hier einer wäre.
Veredelnstechniken wie Okulation, Kopulationen, Pfropfungen, Anplatten, Anspitzen, Lochbohrungen u.s.w. sind sicher bekannte und gängige Techniken um solche Fehler zu beheben. Doch es gibt noch eine weit einfachere Methode.
Diese Methode funktioniert allerding nur, wenn an der entsprechenden Stelle ein schlafendes Auge (eine Knospenanlage) liegt.
Um diese Knospe zum Austreiben zu bewegen wird direkt oberhalb ein kleines, die Knospe halb umgebendes, sichelmondförmiges Stück aus der Rinde bis zum Kambium herausgeschnitten. Mit diesem Schnitt wird der Saftfluss der Assimilate von der Krone zur Wurzel unterbunden.
Solange dieser Saftfluss existiert gelangt auch das Phytohormon Auxin, welches in der Krone gebildet wird, an das schlafende Auge. Auxine halten die Apikaldominanz aufrecht, d.h. das Wachstum der Krone wird gefördert, das Wachstum tiefer liegender Bereiche wird gehemmt.
Der Trick ist also, die Auxinzufuhr zum schlafenden Auge zu unterbunden, dann treibt die Knospe aus.
Probiert es aus - es funktioniert!
Veredelnstechniken wie Okulation, Kopulationen, Pfropfungen, Anplatten, Anspitzen, Lochbohrungen u.s.w. sind sicher bekannte und gängige Techniken um solche Fehler zu beheben. Doch es gibt noch eine weit einfachere Methode.
Diese Methode funktioniert allerding nur, wenn an der entsprechenden Stelle ein schlafendes Auge (eine Knospenanlage) liegt.
Um diese Knospe zum Austreiben zu bewegen wird direkt oberhalb ein kleines, die Knospe halb umgebendes, sichelmondförmiges Stück aus der Rinde bis zum Kambium herausgeschnitten. Mit diesem Schnitt wird der Saftfluss der Assimilate von der Krone zur Wurzel unterbunden.
Solange dieser Saftfluss existiert gelangt auch das Phytohormon Auxin, welches in der Krone gebildet wird, an das schlafende Auge. Auxine halten die Apikaldominanz aufrecht, d.h. das Wachstum der Krone wird gefördert, das Wachstum tiefer liegender Bereiche wird gehemmt.
Der Trick ist also, die Auxinzufuhr zum schlafenden Auge zu unterbunden, dann treibt die Knospe aus.
Probiert es aus - es funktioniert!



Ein schlafendes Auge ist eine nicht ausgetriebene Knospe.
Wo befinden sich Knospen?
Die Sprossachse untergleidert sich in Nodien und Internodien. Nodien (Knoten) sind die Stellen, an denen die Blätter sitzen.
Internodien sind die Bereiche der Sprossachse zwischen zwei Nodien.
In jeder Blattachsel findest du eine Knospenanlage für einen Seitentrieb. Diese treibt entweder aus oder nicht. Tut sie es nicht, dann wird sie zu einem schlafendem Auge, ein Meristem in Wartestellung sozusagen.
Schlafende Augen finden sich also immer an Nodien. Nodien erkennst du entweder an ihrer leichten Verdickung oder an den zurückgebliebenen Blattnarben.
manchmal bildern sich auch neue schlafende Augen im Bereich der Internodien. Das kann nach Verletzungen passieren, wenn das verletzte Gewebe reembryonalisiert. Aus reemryonalisierten Zellen kann alles werden, Borke, Bast, Holz, Blatt oder Wurzel und eben auch neue schlafende Augen.
Ich finde es schon irgendwie rührend, über welch verschlungenen Pfade Menschen doch zur Botanik finden. Ich hoffe euch dabei ein paar Türen aufstoßen helfen zu können.
Wo befinden sich Knospen?
Die Sprossachse untergleidert sich in Nodien und Internodien. Nodien (Knoten) sind die Stellen, an denen die Blätter sitzen.
Internodien sind die Bereiche der Sprossachse zwischen zwei Nodien.
In jeder Blattachsel findest du eine Knospenanlage für einen Seitentrieb. Diese treibt entweder aus oder nicht. Tut sie es nicht, dann wird sie zu einem schlafendem Auge, ein Meristem in Wartestellung sozusagen.
Schlafende Augen finden sich also immer an Nodien. Nodien erkennst du entweder an ihrer leichten Verdickung oder an den zurückgebliebenen Blattnarben.
manchmal bildern sich auch neue schlafende Augen im Bereich der Internodien. Das kann nach Verletzungen passieren, wenn das verletzte Gewebe reembryonalisiert. Aus reemryonalisierten Zellen kann alles werden, Borke, Bast, Holz, Blatt oder Wurzel und eben auch neue schlafende Augen.
Ich finde es schon irgendwie rührend, über welch verschlungenen Pfade Menschen doch zur Botanik finden. Ich hoffe euch dabei ein paar Türen aufstoßen helfen zu können.



- Wolfgang
- Ehren-Autor
- Beiträge: 9765
- Registriert: 05.01.2004, 14:19
- Wohnort: Oberösterreich
- Kontaktdaten:
Vielleicht hat´s Ulf auch erst vor kurzem probiert ................
..... und ihm ist noch nicht wirklich ein *pennendes Auge* ausgetrieben .....

Grüße! Wolfgang
http://www.yamadori-bonsai.info
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- Wolfgang
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War doch nur ein Scherz, Ulf.
Mit welchen Baumarten konntest du Erfolge verzeichnen
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Grüße! Wolfgang
http://www.yamadori-bonsai.info
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