Wundkitt: Fachhandel vs. Gartencenter ???

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Marc
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Wundkitt: Fachhandel vs. Gartencenter ???

Beitrag von Marc »

Hallo!

Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen dem Wundkitt oder Baumwundverschlußpaste aus dem Gartencenter, welche ich für meine Obstbäume im Garten benutze und dem jap. Mittel aus dem Bonsai-Fachhandel :?:

Auf was muß ich dabei achten, wenn ich so ein Mittelchen im Gartencenter kaufen will?

Ein sonniges Wochenende wünscht
Marc
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Anja M.
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Beitrag von Anja M. »

Hallo Marc,

im Gartencenter bekommst du eine Paste, die theoretisch nur auf das Holz aufzutragen ist und nicht auf die Rinde, da sie auch kaum wieder abgeht. Bei den kleinen Bonsaischnippeleien nicht immer einfach zu bewerkstlligen. Um die Ecke stand noch vorigen Sommer eine Pappel, an der war das Beispielhaft zu sehen. Nu is' se weg und ich hab kein Bild gemacht. :cry:

Der Wundkit aus dem Bonsaihandel wird über die ganze Wunde gelegt und geht auch wieder ab, wenn der Kallus wächst. Meiner Erfahrung nach sollten besonders die Wundränder geschützt sein und feucht gehalten werden, da die Kambiumschicht schon mal ein Stückchen zurückschwindet, bevor sie anfängt die Wunde zu schließen. Das kann in Natura unbedeutend sein, bei unseren Größenverhältnissen aber eine ganze Menge.

Zur Zeit trage ich selbst einfach Vaseline auf.
73 Anja
Marc
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Beitrag von Marc »

Hallo Anja,

vielen Dank für die schnelle Reaktion!
Wenn du sagst, das der Bonsai-Wundkit wieder abgeht, meinst du damit, das der sich von selber nach und nach ablöst, sobald der Kallus wächst oder sollte man den Kit nach einiger Zeit selbst entfernen?

Das mit der Vaseline ist aber auch ein super Tip!

Viele Grüße
Marc
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Nils O.
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Beitrag von Nils O. »

Hallo zusammen,

also ich habe an meinen Oliven schlechte Erfahrungen mit Vaseline gemacht: Sie verschließt zwar schön die Wunde (sogar wasserdicht) und es können auch keine Pilzsporen mehr an die Wunde kommen, aber sie verschmieren auch die Poren.

Insbesondere an den etwa "bleistiftdicken" Schnittstellen sind meine Oliven stark zurückgetrocknet, obwohl ich immer am Ende des Triebes mindestens ein Blatt (oder Blattpaar) für den Saftfluß drangelassen hatte. Eine weitere Olive, die ich mit Bonsai-Wundkitt behandelt hatte, zeigte diese Reaktion nicht.

Aber sein wir doch mal ehrlich: Der Wundkitt ist echt nicht billig, aber hey, wie lange hält wohl so eine Dose... :?: Im Vergleich zu Akadama oder anderen speziellen Bonsaisachen ist das doch von den Kosten her zu vernachlässigen, oder?

Und wenn man einmal gesehen hat, wie gut das Zeug funktioniert (wird vom Rand zur Mitte hin einfach vom Kalluns "weggeschoben" und fällt dann irgendwann ab), nimmt man auch nix anderes mehr (ich jedenfalls nicht).
Gruß,
Nils

AK Braunschweig, Treffen: Jeweils am 1. oder 2. Samstag im Monat, weitere Infos hier

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Marc
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Beitrag von Marc »

Ja Nils, das mit dem Preis stimmt schon! Außerdem sollte man wahrscheinlich auch nicht an der falschen Ecke versuchen zu sparen!

Viele Grüße
Marc
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

Marc,

den Wundkitt musst du dir wie Knete vorstellen.

Meine Fragen zur Bonsaiknete:
:arrow: Und da er ja komplett wieder abnehmbar ist: Kann man den eigentlich wieder verwenden?
:arrow: Wie lange sollte er drauf bleiben?
:arrow: Kann man mal einfach so die Masse abnehmen und mal schauen, wie die Heilung so von statten geht, oder ist das eher schädlich?

Danke & schönes Wochenende,
Seb
Grüße,
Sebastian
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Martin_S
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Beitrag von Martin_S »

Hallo!

Das folgende habe ich mal zusammengeschrieben und in einem BCD Heft veröffentlicht. Eventuel beantwortet das die ein oder andere Frage.
Gruß
Martin S




"Wundverschlußmittel (bewährtes, bekanntes und alternatives)


Na? Sind sie nach drei Monaten des Wartens mal wieder auf den „grünen Seiten“ des Clubheftes angekommen? Hey! Wissen sie was? Es gibt Leser unter ihnen, die beginnen die Lektüre des Heftes mit eben diesen grünen Seiten! Das wurde mir von der Redaktion mitgeteilt. Ehrlich! Das hat mich wirklich sehr geehrt und riesig gefreut. Welches Kompliment an einen Autor in einer Fachzeitschrift könnte das noch toppen? Vielen Dank dafür!

Wissen sie, wenn ich gefragt werde „Schreiben sie was?...wie viele Seite werden es wohl werden und um was für ein Thema wird es gehen und wann haben wir das und wie viele Bilder sind denn da zu erwarten ...“ dann weiß ich da so auf Anhieb eigentlich nur die Antwort auf die Frage nach den Bildern (ähhh keine?). Weil das ist mal gar nicht so einfach da immer was erwähnenswertes, sinnvolles oder noch besser „brauchbares“ abzuliefern, von dem ich auch denke, daß es mich selbst interessieren könnte wenn ich an ihrer Stelle wäre.
MOMENT!
Jetzt glauben sie eventuell „Jau! Der Schillings kann nicht mehr, der hat sein Pulver verschossen! Ha, ha, ha!! Endlich kehrt hier wieder Ruhe ein.“ und schlagen sich voll Gaudi auf die Schenkel. Denkste Kollege. So schnell nicht. Ich habe meistens noch ein Thema im Ärmel über das man etwas schreiben kann.

Vielleicht haben sie schon in den vorangegangenen Artikeln dieser Kolumne bemerkt, daß ich gerne über Themen schreiben die sie eher selten in einem Buch finden oder wenn da was in den Büchern steht, dann nicht sonderlich weit ausgeführt oder im ungünstigsten Fall sogar falsch von einem anderen Autor abgeschrieben wurde. Der Mythos von „nur der Hälfte der für andere Pflanzen vorgeschriebenen Konzentration an Spritzmittel“ oder „im Rhythmus von drei Monaten verabreichten Düngergaben in eher homöopathischer Dosis“ zum Beispiel sind echte Klassiker an unsinnigen „Tips“ in älteren Veröffentlichungen zum Thema Bonsai.
Und weil ich nicht nur einfach das Papier hier füllen will (auch wenn sie da im Moment den Eindruck haben könnten das ich das nicht wirklich ernst meine) kommt mir dann nach reiflicher Überlegung „was wäre denn angebracht, paßt zur Jahreszeit (über das Überwintern schreibt man nicht im Mai) und ist auch interessant genug um ein anspruchsvolles Publikum entsprechend zu unterhalten und zu inspirieren, die Idee: „Da kann man mal was zu sagen, was auch den begeisterten Bonsaifan interessiert und über das man in Büchern auch so viel nicht gelesen hat.“
Ein solches Thema das in der gängigen Literatur eher stiefmütterlich Behandelt wurde wäre zum Beispiel der

Wundverschluß

Von der Biologie her läßt sich das überwallen und somit erneute schützen des durch mechanische oder krankheitsbedingte Beschädigung der Rinde freigelegte Holz vor Pilz und Schädlingsbefall durch Reorganisation des Cytoplasmas der durch diesen Eingriff gestreßten Zellen erklären. Dabei kommt es zu Vesikel.- und Organellenansammlungen im Bereich der Verletzung und schließlich zur Bildung eines Kallosepfropfens. Gleichzeitig bewegen sich die Zellkerne zur verwundeten Stelle. Für diese Vorgänge spielt das Cytoskelett eine wesentliche Rolle. Klar? Wußten sie eigentlich das die Rolle welche der Glogiapparat dabei spielt bislang zu wenig untersucht ist, um einen direkten Analogieschluß zu anderen Vorgängen zu ziehen. Ich war da etwas überrascht! DAS hat noch keiner hinreichend untersucht? Also da fragt man sich doch, was machen die mit unseren Steuergeldern eigentlich?
Aber der Rest Ist ganz einfach, oder?
Das kennen wir alle! Ganz klar. Schon tausend mal gehört und gelesen.
Ich sage es noch mal etwas einfacher, so mit mehr Bezug zu Bonsai:
man hat da „was“ am Baum abgeschnitten und dann verheilt das wieder. Logisch. Und wenn man das gut und entsprechend sorgfältig weggeschnitten hat, dann verheilt das sogar so schön, daß man das in ein paar Jahren gar nicht mehr oder nur bei genauem Hinschauen sieht. Und wenn man das bei genauem Hinschauen nur wenig sieht dann ist das gut weil man an einem guten Bonsai nach Möglichkeit nur sehr wenig und an einem sehr guten Bonsai überhaupt gar keine Schnittstellen sehen darf oder doch zumindest „sollte“. Und damit das so gut wie irgend möglich verheilt, ist uns jeder Preis für ein geeignetes Mittel zum verschließen der Wunde recht. Und so ein Mittel kommt überhaupt gleich am besten aus Japan, was?! Glauben sie mir. Sie finden auch was aus heimischen Landen im Baumarkt das verwendbar für das verschließen der Wunde ist.

Soviel zur Theorie.
Wie sie jetzt eine Konkav.- oder Knospenzange, einen Stechbeitel, eine Säge oder Zange oder eine Kombination aus all diesen Werkzeugen einsetzten, erkläre ich ihnen nicht. Das finden sie in ihren Büchern. Aber was sie zum Verschließen der Wunde die sie durch den Schnitt am Baum hinterlassen haben machen können versuche ich ihnen anhand der Möglichkeiten die ich persönlich kennen gelernt habe oder von anderen erfahrenen Bonsaifreaks zum testen empfohlen bekam, aufzuzeigen.
Ist so ein bißchen wie in der Medizin. Der Chirurg näht da auch nix zu was er vorher aufgeschnitten hat. Das macht bei denen auch ein anderer. Da waschen sich die Burschen schon die Hände und „setzten sich zu Tisch" während ein anderer versucht den Faden durchs Nadelöhr zu fädeln um die Löcher in ihnen wieder zu stopfen!

Es gibt zum Einsatz von Wundverschlußmitteln bei Pflanzen sehr unterschiedliche Meinungen und Auffassungen. Der eine meint man braucht es nicht der andere schwört darauf und würde es sich nie nehmen lassen hier entsprechend zu handeln. So berichtete Wolfgang Putz (den kennen sie! Der Yamadori Spezialist aus Oberösterreich. Ja. Genau. Der mit den tollen Hostas) von Untersuchungen aus der Schweiz(?), die herausgefunden haben wollten, daß ein Mittel, daß auf die Wunde nach dem Schnitt aufgetragen wird eigentlich nichts bringt, weil die Natur ihren eigenen, oben schon kurz beschriebenen, Mechanismus dazu „evelutioniert“ hat.
Ok.
Wenn man berücksichtigt, daß solche Studien meist von Wald.- und Forstbehörden oder Universitäten erstellt werden, und die dann aus statistischen Gründen gleich in „pro hundert Bäume“ zählen und untersuchen und wir beide auf unsere fünf kleinen Bäumchen auf dem Balkon schauen keines, höher als 25cm und älter als fünf Jahre, dann kann man über die „Anwendbarkeit“ solcher profunder Ergebnisse auf das Thema Bonsai schon mal ins grübeln geraten.
Andere sagen daß der Wundverschluß unbedingt durchgeführt werden muß um das eindringen von Erregern, gleich welcher Art, zu verhindern. Dann gibt es noch die Meinung, daß es von der „beschnitten“ Baumart abhängt. So und das meine ich auch. So würde ich bei einem Ahorn oder einer Buche nie auf das verschließen einer Wunde mit einem entsprechenden Mittel verzichten. Bei Eiben habe ich da wieder weniger Probleme. Faktisch verwende ich aber, wenn ich den nicht gerade zu faul dazu bin eigentlich immer ein entsprechendes Mittel. Es gibt sehr unterschiedliche davon, hier die wichtigsten.

Das wohl bekannteste ist der Lac Balsam. Im Schrebergarten z.B. hat den jeder! „Für nach dem Schnitt am Appelbaum!“ Kaum einen den man in Arbeitsklamotten trifft, der nicht die klassischen grünen Flecken vom Lac Balsam am Hosenboden hat. Der Lac Balsam klebt halt auch sehr stark an den Händen. Er verschließt die Wunde sehr gut und dauerhaft. Der Wirkstoff im Lac Balsam ist das Imazalil in Kombination mit Azaconazol. (Bisschen Chemie schade nie! Merkt sich aber ohnehin keiner, was? Mann kann dann aber auch beim „fachsimpeln“ sagen „Immiazipiliazol oder so! Ja, ja habe ich AUCH(!) schon mal gelesen!)
Die grüne Paste hat allerdings für uns einen entscheidenden Nachteil. Wir kriegen sie über viele Jahre nicht mehr vom Bonsai. Und das sieht oft ausgesprochen blöd aus. Stellen sie sich so eine gut verheilte Schnittstelle vor, die nur noch von einer gammelig aussehenden dunkelgraugrünen Masse umgeben ist! Ich sage ihnen was. Vergessen sie das Zeug. Billig, tauglich aber einfach nicht gut genug für unsere Ansprüche.

Billig und deutlich besser ist die Vaseline. Diese versiegelt die Schnittstelle zwar nicht sehr dauerhaft, schützt aber für die erste Zeit vor den Austrocknen der Kambiumschicht und ermöglicht so den Wundverschluß zunächst einmal ungestört in Gang zu kommen. Für die Pflanze absolut unschädlich und ja auch für das einfetten der unglasierten Bonsaischalen sehr geeignet, kann ich eigentlich nur jedem dazu raten ein Döschen Vaseline (im Supermarkt bei den Körperpflegeartikeln, Preis ca. 1,3 Euro) in die Sammlung an Spritz.- Dünge.- und anderer Hilfsmittel aufzunehmen. Kann man auch gut dazu verwenden, wenn sie ihr Werkzeug im Herbst für die winterliche Zeit reinigen und einlagern wollen. Bisschen mit Vaseline einreiben und schon bildet sich kein oder nur noch sehr wenig Flugrost und die Schneide bleibt scharf.

Einfetten der Schnittstelle ist scheints im Trend. Laut Walter Pall verwendet Nick Lenz (der Bonsaifreak aus Amerika mit den ungewöhnlichsten Gestaltungen die ich je sah, die aber auch irgendwie ausgesprochen ansprechend auf mich wirken,) Wagenschmiere. Na die Amerikaner haben sicher etwas mehr davon unter ihrem „PickUp“ hängen, wie wir unter unserem „Smart“. Werden sie mal mit „was fettigem“ unterm Wagen beim TÜV vorstellig! Da fahren sie aber ganz schnell mit dem Fahrrad zum nächsten Arbeitskreis Treffen. Aber theoretisch funktioniert es natürlich genau wie die Vaseline auch. Schätze mal das Wagenschmiere auch deutlich länger am Baum hält.

Auch nicht uninteressant, sah ich vor kurzem bei einem Bonsaifan in Essen. Kommt aus Japan, sieht aus wie das Zeug aus unseren Nasen das wir im Winter in die Tempos schneuzen, stinkt wie Patex-Kleber von Henkel (Dämpfe nicht zu lange in die Nase „pfeifen“ sonst sehen sie Farben und ihr Hirn bekommt auf Dauer Löcher.) und klebt die Wunde richtig zu. Verkleben tut ja auch der oben bereits erwähnte Lac Balsam. Klar. Nur dieses Zeug können sie in größeren Stücken nach dem die Schnitttstelle verheilt ist wieder Rückstandsfrei abziehen. Auf der Packung waren keine Bonsai abgebildet sondern „normale“ Bäume, was sicherlich auch den eher niedrigen Preis von ca. 10 Euro für eine mittelgroße Tube (ca. 150ml) erklären dürfte. Wenn mir das mal unterkommt (ich gehe gerne mal bei den Bonsai Händlern auf „Gucking Tour“) nehm‘ ich sofort eine Tube mit.

Und jetzt! Natürlich! „Der“ Klassiker unter den bonsaitauglichen Wundverschußmitteln schlechthin! Wer unter uns Bonsaienthusiasten kennt ihn nicht? Der Wundkitt aus Japan!! (Ein leises Raunen geht durch die Leserschaft! Ich kann das hier auf meiner Couch richtig hören! „Aahhhhhhh der Bonsaikitt aus Jap...“)
Dunkelbraun, schwer, zäh und absolut geruch.- und geschmacksneutral kommt er daher. Fest verschlossen in seiner runden Dose oder für die die es gerne ein bißchen größer haben, auch in der flachen Plastikschachtel.
Angeboten in den zwei klassischen Varianten für a) Nadelbäume zu erkennen am grünen Deckel oder in der Variante b) für Laubbäume zu erkennen am weißen Deckel. Teuer aber gut! Von der Zusammensetzung her eher simpel gestrickt. Das ist nicht anders als Olefine gemischt mit Calciumcarbonat. Da sind keine Biozide die das festsetzen von Fäulnispilzen (dunkle bis schwarze Punkte auf den Holz) verhindern. Dafür sorgt hier wohl das Carbonat. Passendes Stückchen aus der vorher wenn möglich leicht angewärmten Dose (in die Jacken.-oder Hosentasche stecken!) „drösseln“ und zwischen den mit Spucke angefeuchteten Fingern ein wenig rollen. Für die die jetzt etwas Ekel für ihre eigene Spucke empfinden (ich habe ja gar nicht gemeint das sie die Spuke eines anderen...): nehmen sie einen Küchenschwamm, oder ein Stück davon, tauchen sie den unter Wasser drücken ihn etwas aus und feuchten sie sich hiermit die Finger an. Egal wie, Hauptsache die Fingerspitzen sind feucht. Anschließend legen sie den Schwamm in die Dose und „gut ist“. Das Material hat die Konsistenz von Knetgummi. Verhält sich auch ähnlich (wird leichter formbar wenn warm). Dann wird es auf die Schnittstelle gedrückt (mittig ist gut) und über die gesamte Schnittstelle gleichmäßig verteilt um schlußendlich die Schnittränder zu überdecken. Dafür sollte man sich die Finger immer wieder ein wenig anfeuchten, sonst reißen sie den Kitt wieder herunter.

Ich habe einmal darüber nachgedacht den Kitt so zu „verdünnen“, daß man ihn aufpinseln kann. Dafür bereitete ich eine „größere Testreihe“ in der heimischen Küche vor. Habe so einiges getestet was man wohl auch in ihren Küchenschränken findet und das sich eignen könnte damit sie „das“, wenn sie es wollen, auch zu hause testen können. Ich habe dabei aber nur heraus gefunden, daß dieser Kitt wahnsinnig gut an der Mikrowelle haftet und man die Verunreinigungen an Eierbecher (zum vermischen des Kitts mit zB. Olivenöl oder Glasreiniger oder was ich auch immer genommen habe) nur mit sehr viel Mühe wieder ab bekommt.

Na. Der Tag wird kommen, da ist mir da noch irgend was praktizierbares eingefallen!

Jetzt wäre dieser Artikel ja auch schon prinzipell von meiner Seite her erledigt, wenn nicht letztens bei einem unserer AK-Treffen ein Bonsaifreund mit einer Schachtel OBO-BETTERMANN Elektro. – Isolier.- und Dichtkitt für Elektroinstallation (Bestllnummer 2340038) unter dem Arm rein gekommen wäre. Davon hatte ich schon gehört. Einfacher Kabelkitt! Ich bekam einen Rolle davon ab zwecks testen. Also. Das muß funktionieren. Der Kitt hat die fast gleiche Konsistenz wie der Japan Kitt (eher etwas weicher). Er haftete (das wurde mir von AK - Kollegen berichtet die den Kitt schon vor längerer Zeit erfolgreich ausprobiert hatten) genauso am Baum wie der aus Japan. Wenn nicht sogar länger. Weil(!), dieser Kitt bleibt weich. Der Kitt aus Japan wird mit der Zeit hart und dieser eben nicht. Trotzdem wird der Kabelkitt mit zunehmender Wundverheilung abgestoßen. Theoretisch könnte man ihn nach dem verschließen der Wunde wiederverwenden. Leider ist er von hellgrauer Farbe!
Wenn sie ihn warm machen und mit einfacher Gartenerde „verkneten“ können sie das ändern, aber eine richtige Farbe bekommen sie so nicht hin. Ist auch eigentlich nicht wichtig. Interessant wird so etwas bei Bäumen die sie noch vorbereiten und die sie nicht zur nächsten Ausstellung bringen wollen. Wirklich! Kein übler Tip und irgendwo schon eine echte, und billigere(!) Alternative zum Kitt aus Japan.

So. Und wieder haben sie es geschafft. Die grünen Seiten sind hier zu Ende und ich „entlasse sie wieder in die Welt da draussen“. Ich hoffe sie hatten ein wenig Spaß und wünsche ihnen alles Gute für den Herbst. Mann. Müssen wir wieder drei Monate warten, was?!
Bis dann.
Ihr Martin Schillings

Ach! Noch was. Wenn ihre Nadelbäume (zB. Fichten aber auch Eiben!) gelbe Nadelnspitzen bekommen haben dann denken sie eventuell sofort an einen Eisenmangel (Cholorose). Kann auch, neben schadhaften Wurzeln, Spinnemilbenbefall oder sonst was anderem, daran liegen. Kann aber auch sein, daß der Baum einen Mangel an Magnesium hat! Dann könne sie folgendes machen:
Sie besorgen sich in der Apotheke „Bittersalz“ (Magnesiumsulfat. 100g kosten 1,80 Euro. Dient als Abführmittel). Davon lösen sie 2g in einem Liter warmen Wasser. Nachdem diese Lösung kalt ist, sprühen sie immer im Abstand von je einer Woche damit über die Nadeln. Das machen sie drei oder vier Wochen lang. Dann haben sie in der Regel einen Magnesiummangel beseitigt. War das der Grund für die Nadelfarbe sollten diese dann wieder erkennbar grüner aussehen."
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