Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Servus Technik-Interessierte,
in ihrem Dreispitz-Beitrag hatte Heike zu Saftumkehr bei Triebablikationen berichtet. Gemeint ist Austrieb am Spenderast für die weitere Gestaltung nutzen zu können. Durch eine einzige Ablaktion könnte links und rechts jeweils Neuaustrieb generiert werden.
viewtopic.php?p=585936#p585936
Zitat: Jetzt nach dem Blattfall habe ich erfreut feststellen können, dass bei allen drei Bohrablaktionen die neuen Äste an den Austrittsstellen dicker waren als an der Eingangsstelle. In einem Fall war der Spenderast sogar in dem Internodium vor der Eintrittsstelle abgestorben. Dort habe ich dann die Abtrennung schon vollzogen, während ich in den anderen beiden Fällen die schlaufenförmigen Spenderäste noch drangelassen habe. Die möchte ich lieber nächstes Frühjahr nach dem Austrieb abtrennen und dann schauen, ob ich noch ein Stück stehen lassen und dadurch zwei neue Äste pro Bohrablaktion bekommen kann. Ich habe in dem Ahornbuch von Andrea Meriggioli gelesen, dass sich der Saftfluss an solchen Stellen umkehren kann. Das finde ich sehr spannend und will es mal probieren.
Liebe Grüße, Heike
Bei Heike schien es so als wären Austriebe an einem Spendertrieb erfolgreich verblieben. Nach Abschneiden der Zuleitung müßte sich der Saftfluß umkehren und in die andere Richtung fließen, um die Blätter weiterhin versorgen zu können. So berichtete es zumindest Andrea Meriggioli in seinem Ahornbuch.
Das musste ich einfach selbst ausprobieren. Und gleich vorweg genommen: es klappt. Nicht immer, doch etwa in jedem zweiten oder dritten Fall. Ich denke die Fotos sind selbsterklärend.
Zu beachten ist:
- Zuführung und Austritt sollten möglichst nicht auf gleicher Höhe sitzen, beim Bohren des Loches vorher überlegen
- an Zuführung UND Austritt sollten stammnahe Knospen vorhanden sein, die extrem vorsichtig zu behandeln sind
- die Triebe mit Klarsichtfolie/ Veredelungsband durch das Bohrloch schieben
- günstigster Zeitpunkt zur Ablaktion ist bei mir Mitte Februar, wenn die Knospen zu schwellen beginnen. Das Zeitfenster ist ca. 1-2 Wochen
- beim Fächerahorn werden die Spenderäste manchmal im 2. Jahr dunkelrot. Die Zuleitung wird nicht mehr gebraucht und trocknet zurück
- Abschneiden der Zuführung frühestens im Juni des Folgejahres. Falls keine Kallusverdickungen am Stamm gewachsen sind auch mal ein Jahr länger
- funktioniert bei Ahorn sehr gut. Bei Ulme und Zelkove sind die Triebe manchmal nach 1-2 Jahren abgestorben
Grüße
Rainer
in ihrem Dreispitz-Beitrag hatte Heike zu Saftumkehr bei Triebablikationen berichtet. Gemeint ist Austrieb am Spenderast für die weitere Gestaltung nutzen zu können. Durch eine einzige Ablaktion könnte links und rechts jeweils Neuaustrieb generiert werden.
viewtopic.php?p=585936#p585936
Zitat: Jetzt nach dem Blattfall habe ich erfreut feststellen können, dass bei allen drei Bohrablaktionen die neuen Äste an den Austrittsstellen dicker waren als an der Eingangsstelle. In einem Fall war der Spenderast sogar in dem Internodium vor der Eintrittsstelle abgestorben. Dort habe ich dann die Abtrennung schon vollzogen, während ich in den anderen beiden Fällen die schlaufenförmigen Spenderäste noch drangelassen habe. Die möchte ich lieber nächstes Frühjahr nach dem Austrieb abtrennen und dann schauen, ob ich noch ein Stück stehen lassen und dadurch zwei neue Äste pro Bohrablaktion bekommen kann. Ich habe in dem Ahornbuch von Andrea Meriggioli gelesen, dass sich der Saftfluss an solchen Stellen umkehren kann. Das finde ich sehr spannend und will es mal probieren.
Liebe Grüße, Heike
Bei Heike schien es so als wären Austriebe an einem Spendertrieb erfolgreich verblieben. Nach Abschneiden der Zuleitung müßte sich der Saftfluß umkehren und in die andere Richtung fließen, um die Blätter weiterhin versorgen zu können. So berichtete es zumindest Andrea Meriggioli in seinem Ahornbuch.
Das musste ich einfach selbst ausprobieren. Und gleich vorweg genommen: es klappt. Nicht immer, doch etwa in jedem zweiten oder dritten Fall. Ich denke die Fotos sind selbsterklärend.
Zu beachten ist:
- Zuführung und Austritt sollten möglichst nicht auf gleicher Höhe sitzen, beim Bohren des Loches vorher überlegen
- an Zuführung UND Austritt sollten stammnahe Knospen vorhanden sein, die extrem vorsichtig zu behandeln sind
- die Triebe mit Klarsichtfolie/ Veredelungsband durch das Bohrloch schieben
- günstigster Zeitpunkt zur Ablaktion ist bei mir Mitte Februar, wenn die Knospen zu schwellen beginnen. Das Zeitfenster ist ca. 1-2 Wochen
- beim Fächerahorn werden die Spenderäste manchmal im 2. Jahr dunkelrot. Die Zuleitung wird nicht mehr gebraucht und trocknet zurück
- Abschneiden der Zuführung frühestens im Juni des Folgejahres. Falls keine Kallusverdickungen am Stamm gewachsen sind auch mal ein Jahr länger
- funktioniert bei Ahorn sehr gut. Bei Ulme und Zelkove sind die Triebe manchmal nach 1-2 Jahren abgestorben
Grüße
Rainer
- Dateianhänge
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- Heikes Dreispitz: die blauen Pfeile zeigen die Spenderäste mit Verzweigungen
- CC289788-446E-4C11-9CA8-795805DC6BB3.jpeg (260.25 KiB) 2387 mal betrachtet
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- Fächerahorn 1: rechts wird der Spenderast nach dem Abtrennen über den Kallus mit Wasser versorgt
- D4B5FADA-1E8C-49B0-8B8D-3D7176BEFF10.jpeg (233.72 KiB) 2387 mal betrachtet
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- 2 Tage nach dem Abtrennen des Spenderastes. Die Verzweigung ist zu weit vom Stamm entfernt, kann nicht sinnvoll genutzt werden. Schlafende Knospen gibt es keine. Ich teste ob der Ast versorgt wird, die Saftumkehr funktioniert
- 8D39B4F3-5928-45BC-9E72-E20C4F36664D.jpeg (218.95 KiB) 2387 mal betrachtet
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- Fächerahorn 2: der Spenderast ist noch nicht abgeschnitten, noch keine Saftumkehr
- AC0BCBD0-E969-4D62-84C3-74E8BFACAEA3.jpeg (245.22 KiB) 2387 mal betrachtet
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- durch Drahten wird der Trieb nach links geführt. Klar ist der kleine Trieb sehr empfindlich. Drahtstärke 1mm
- CCBF2725-437F-4261-AAAE-1EE036063081.jpeg (229.33 KiB) 2387 mal betrachtet
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- Dreispitz:der Spenderast ist noch nicht abgeschnitten
- 9C384347-EC85-4B3C-A7CB-DCCE1CEDD38E.jpeg (242.44 KiB) 2387 mal betrachtet
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- Fließrichtung in Rot, die beiden Verzweigungen wurden umgedreht
- 37E31531-52D0-432F-9483-A0F9E6C2BD4E.jpeg (225.74 KiB) 2387 mal betrachtet
Zuletzt geändert von mydear am 12.06.2022, 10:33, insgesamt 2-mal geändert.
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
- hopplamoebel
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- Registriert: 18.05.2014, 22:08
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Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Moin Rainer,
Du machst Sachen ...
Grüße,
woodman
Du machst Sachen ...
Grüße,
woodman
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Ja, unverbesserlicher Forschergeist
Der praktische Nutzen besteht darin mit einer Ablaktion 2 neue Triebe zu bekommen. Statt einer sichtbaren Schnittstelle einen Extra-Trieb als Alternative.
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Eigentlich genial!
Gruß
Rüdiger
Gruß
Rüdiger
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Ich finde es erstaunlich, wie weit weg von der Eintrittstelle die Verzweigungen noch versorgt werden. Das bedeutet dass wirklich der Saftfluss auf voller Länge in den Gefäßen umdreht, und nicht nur im Neuzuwachs am Wundkallus (welcher ja an sich keine Vorzugsrichtung hat).
Du schreibst sie sollten auf verschiedener Höhe liegen. Hast du beobachten können, ob es vorteilhaft ist wenn der Spenderast von oben reinkommt? Wenn also die neue Fließrichtung von unten nach oben geht?
Eigentlich ändern sich zwei Fließrichtungen, nicht nur das Wasser im Holz, sondern auch der Phloemsaft muss umdrehen.
Woran siehst du wann es angewachsen ist, nimmt die Astdicke zwischen Stamm und den fraglichen Spenderast-Knoten zu?
Du schreibst sie sollten auf verschiedener Höhe liegen. Hast du beobachten können, ob es vorteilhaft ist wenn der Spenderast von oben reinkommt? Wenn also die neue Fließrichtung von unten nach oben geht?
Eigentlich ändern sich zwei Fließrichtungen, nicht nur das Wasser im Holz, sondern auch der Phloemsaft muss umdrehen.
Woran siehst du wann es angewachsen ist, nimmt die Astdicke zwischen Stamm und den fraglichen Spenderast-Knoten zu?
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Gute Fragen Ania.ania hat geschrieben: 12.06.2022, 14:20 Du schreibst sie sollten auf verschiedener Höhe liegen. Hast du beobachten können, ob es vorteilhaft ist wenn der Spenderast von oben reinkommt? Wenn also die neue Fließrichtung von unten nach oben geht?
Woran siehst du wann es angewachsen ist, nimmt die Astdicke zwischen Stamm und den fraglichen Spenderast-Knoten zu?
Unterschiede konnte ich bei den wenigen Fällen noch nicht feststellen. Rücktrocknung war spezifisch beim Fächerahorn nach 1-2 Jahren, vor allem wenn beim Spenderast keine aktiven Knospen entwickelt wurden.
Bei Verdickung des Eingangs-Kallus treiben die vorher passiven Knospen aus. Dann schneide ich mit einem Skalpell einen Rindenstreifen heraus (ca 5 cm vor dem Stammkallus und den umzudrehenden Knospen). Wenn sich am Rindenstreifen in 2 Wochen kein Kallus entwickelt trenne ich ab. Bei planmäßigem Verlauf waren es 15-16 Monate. Danach tat sich praktisch nichts mehr.
Grüße
Rainer
Zuletzt geändert von mydear am 07.11.2022, 11:23, insgesamt 1-mal geändert.
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Bei Fächerahorn 2 sieht man, dass der Rindenstreifen komplett mit Kallus überwallt ist. Der Spenderast bleibt noch weiter erhalten.
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Hallo Rainer,
interessante Technik bei Ablaktionen. Habe bisher noch selber keine an meinen Bäumchen ausprobiert. Ist aber auf jeden Fall mal eine Sache, die ich im Hinterkopf behalten werde und, sofern am entsprechenden Baum auch angebracht, auch mal nutzen werde
.
Bei welchen Bäumen haben Ablaktionen eigentlich die besten Aussichten auf Erfolg? Eher bei Laubbäumen oder auch bei Nadelgehölzen? Wie gesagt, ich habe das ja noch nicht ausprobiert
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interessante Technik bei Ablaktionen. Habe bisher noch selber keine an meinen Bäumchen ausprobiert. Ist aber auf jeden Fall mal eine Sache, die ich im Hinterkopf behalten werde und, sofern am entsprechenden Baum auch angebracht, auch mal nutzen werde
Bei welchen Bäumen haben Ablaktionen eigentlich die besten Aussichten auf Erfolg? Eher bei Laubbäumen oder auch bei Nadelgehölzen? Wie gesagt, ich habe das ja noch nicht ausprobiert
Liebe Grüße
Heiner
Heiner
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Hallo Heiner,Heiner B. hat geschrieben: 12.06.2022, 17:36 Bei welchen Bäumen haben Ablaktionen eigentlich die besten Aussichten auf Erfolg? Eher bei Laubbäumen oder auch bei Nadelgehölzen?
habe ich bisher nur an Ahorn und Ulme probiert, Ahorn geht besser als Ulme.
Grüße
Rainer
“Fais de ta vie un rêve, et d'un rêve, une réalité“ Antoine de Saint-Exupéry
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Hallo Rainer,
danke dir
.
danke dir
Liebe Grüße
Heiner
Heiner
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Hallo Rainer
Gibt's mittlerweile Langzeiterfahrungen bei der erwähnten Technik?
Heike wird sich ja zu ihrem Bäumchen nicht mehr melden. Was machen aber deine Versuchsbäume?
Ich bin bonsaimässig zwar nicht so der Techniker, finde es aber pflanzenphysiologosch einfach spannend.
Die Umkehr der Wasserströmung im Holz ist mir klar, dir Tracheen haben keine Richtung und das Wasser wird rein Passiv durch Kapillarkräfte und Osmosedifferenzen von A nach B befördert ( und zwar 24 h pro Tag, ob Sonne oder Nacht, weshalb die Pflanzen eben auch transpirieren) der Wassertransport ist bei intakten Wurzeln konstant, der Verbrauch resp. die Verdunstung wird über die Spaltöffnungen passiv gesteuert.
Interssanter wirds beim Zuckertransport unter der Rinde.. da muss ich nochmals nachlesen, wie diese Transportleitungen auf zellulärer Ebene ausgebildet sind
Gruss, Roro
Gibt's mittlerweile Langzeiterfahrungen bei der erwähnten Technik?
Heike wird sich ja zu ihrem Bäumchen nicht mehr melden. Was machen aber deine Versuchsbäume?
Ich bin bonsaimässig zwar nicht so der Techniker, finde es aber pflanzenphysiologosch einfach spannend.
Die Umkehr der Wasserströmung im Holz ist mir klar, dir Tracheen haben keine Richtung und das Wasser wird rein Passiv durch Kapillarkräfte und Osmosedifferenzen von A nach B befördert ( und zwar 24 h pro Tag, ob Sonne oder Nacht, weshalb die Pflanzen eben auch transpirieren) der Wassertransport ist bei intakten Wurzeln konstant, der Verbrauch resp. die Verdunstung wird über die Spaltöffnungen passiv gesteuert.
Interssanter wirds beim Zuckertransport unter der Rinde.. da muss ich nochmals nachlesen, wie diese Transportleitungen auf zellulärer Ebene ausgebildet sind
Gruss, Roro
Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Lieber Rainer
Das Thema finde ich sehr interessant. Ich habe erst in den letzten Jahren begonnen, Bohrpfopfungen zu machen und bin immer wieder überrascht wie schnell und einfach das geht.
Auf das Phänomen der Saftumkehr bin ich tatsächlich auch über Andrea Merggioli gestoßen. Mit einer etwas abgewandelten Technik versetzt er damit ganze Äste.
https://m.youtube.com/watch?v=3Rn11C8_6 ... hlcw%3D%3D
Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Habt Ihr damit schon Erfahrungen gesammelt?
Das Thema finde ich sehr interessant. Ich habe erst in den letzten Jahren begonnen, Bohrpfopfungen zu machen und bin immer wieder überrascht wie schnell und einfach das geht.
Auf das Phänomen der Saftumkehr bin ich tatsächlich auch über Andrea Merggioli gestoßen. Mit einer etwas abgewandelten Technik versetzt er damit ganze Äste.
https://m.youtube.com/watch?v=3Rn11C8_6 ... hlcw%3D%3D
Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Habt Ihr damit schon Erfahrungen gesammelt?
- Andreas Ludwig
- Mentor
- Beiträge: 6756
- Registriert: 29.03.2005, 16:50
- Wohnort: Schweiz
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Roro - du hast die ganzen Mechanismen für den primär-aktiven und sekundär-aktiven Transport in Zellen ausgeblendet. Die sind wesentlicher, als man denkt, denn sie schaffen die nötigen Konzentrationsgefälle. Mit Kapillarkraft und Osmose alleine würde das nicht funktionieren.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
(Thoreau)
- Andreas Ludwig
- Mentor
- Beiträge: 6756
- Registriert: 29.03.2005, 16:50
- Wohnort: Schweiz
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Ben - so neu sind diese Erkenntnisse nicht. Ein Elektriker würde sagen: «Wir hängen den Versorgungsast an eine Notstromgruppe, koppeln ihn vom Netz und hängen ihn am Baum 2 wieder an.»BenBonsai hat geschrieben: 08.07.2024, 08:59 Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Habt Ihr damit schon Erfahrungen gesammelt?
Was passiert? Die wesentliche Versorgung wird durch eine Zweitpflanze übernommen, bis Andrea es für verantwortbar hält, die ursprüngliche Versorgung zu kappen. Dann wird der Ast - faktisch autark lebensfähig durch die «Notstromgruppe - frisch in den Baum integriert. Kann klappen, muss aber nicht. Ich habe schon viele verdorrte Ablaktionen gesehen.
Nochmals zur Erinnerung: Ein Baum hat zwar kein zentrales Nervensystem, das bedeutet aber nicht, dass er keinen Werkzeugkasten hat. Er ist bloss befreit von Nachdenken und Labern, einfach gesagt. Aber er kann agieren. Er kann erkennen, dass die Versorgung adaptiert werden sollte. ATP ist da da ein Allerwelts-Tool, Adenosintriphosphat. Knackt man da ein Phosphat weg, hat man etwas Energie, um etwas zu transportieren. Ist die Zellmembran so beschaffen, dass sie flexibel reagiert auf aktive Transporte, hat man schon einiges an funktionierendem Transport. Stehen auch noch komplexe Proteine zur Verfügung, kann man da Molküle andocken lassen und sie weiterschaffen. Solche Proteine hat jede blöde Alge, hochentwickelte Ahorne sowieso.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
(Thoreau)
Re: Saftumkehr an Trieb-Ablaktionen nach Andrea Meriggioli
Schon klar, Andreas, dass es einen Mechanismus gibt, der das möglich macht. Meine Frage bezog sich auf die praktischen Erfahrungen. Bei jeder Methode gibt es ja eine Kosten-Nutzen-Analyse, die mitlaufen sollte.
Normale Bohrpfropfungen klappen bei mir in neun von zehn Fällen. Und wenn es nicht klappt, macht man es halt noch einmal. Bei der anderen Methode kann ich das Risiko noch nicht einschätzen: der Preis ist höher, man verliert möglicherweise einen wertvollen Ast.
Normale Bohrpfropfungen klappen bei mir in neun von zehn Fällen. Und wenn es nicht klappt, macht man es halt noch einmal. Bei der anderen Methode kann ich das Risiko noch nicht einschätzen: der Preis ist höher, man verliert möglicherweise einen wertvollen Ast.
