Carmona microphylla - Fukientee - Baumporträt

Beschreibung der Arten
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Andreas W
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Carmona microphylla - Fukientee - Baumporträt

Beitrag von Andreas W » 07.08.2006, 22:13

Carmona microphylla
Fukientee, falscher Tee, Erethia buxifolia


Kurzbeschreibung


Herkunft:............................ Südchina
Blatt:.................................. glänzend dunkelgrün mit kleinen weißen Punkten
Blüte:................................. kleine weiße Blüten
Früchte:.............................. hellrote Beeren
Rinde:................................ beige - bräunlich

Pflegekalender (Excel-Datei) zum Download

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Austrieb, Blüte, Stammdetail

Standortansprüche:.............. hell im Sommer und Winter
Winterpflege:....................... Winterschutz, nicht winterhart
Eignung als Bonsai:.............. oft von Beginnern gekauft, leider muß man sich an die Pflegehinweise halten

Ausführliche Informationen

Wie ich auch schon bei der Serissa festgestellt habe, findet die erste Begegnung mit Bonsai überwiegend im Baumarkt statt. Ich muß voran stellen, das der Fukientee keine einheimische Pflanze ist. Die, die man hier zu kaufen bekommt, mag sein über den Baumarkt oder andere Discounter sind alle Importbäume. Der Fukientee stammt also wie viele aus den fernen Osten, werden dort zu Massen produziert und anschließend zum Verkauf nach Europa verschickt.

Der Baum wird in den meisten Fällen in einen sehr verdichteten Substrat mit der Weltbekannten rechteckigen, blauen glasierten Schale angeboten. Erfahrungen sagen mir, „Masse“ statt „Klasse“.

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Gesamtansicht

Wie verhalte ich mich nach dem Kauf im Baumarkt oder bei einen Discounter ?

Da der Fukientee ein Indoor, also eine Pflanze die vorwiegend im Winter warm stehen möchte, kann ich daher nur vom Kauf in den Wintermonaten abraten.
Transportschäden zeigen sich dann später, wie bei den meisten als Blattfall.
Dabei darf man das Substrat nicht vergessen, denn die Schalen können auch schnell die Kälte annehmen, somit sind dann die Wurzeln auch geschädigt.

Hat man den erstmal unbeschadet nach Hause gebracht,
wird er erstmal an einen hellen, kühlen Fensterplatz gestellt,( nicht über
die Heizung ) damit sich Baum und Substrat aklimatisieren können.
Am darauffolgenden Tag würde ich mir mal die Bodenfeuchtigkeit genau ansehen. Da diese Schalen sehr durchgewurzelt sind, werden sie verhältnismäßig auch schnell trocken, da sich die Feuchtigkeit nicht lange im Boden hält. Am Anfang würde ich, damit sich der Boden erstmal vollsaugen kann, tauchen. Denn im Baumarkt werden diese Pflanzen sehr gern vernachlässigt.
Aber Achtung : Jedes übermäßige giessen, bewirkt ein Risiko und das Ergebnis zeigt sich schnell. Also, den Boden der Schale auch hier wieder antrocknen lassen. Es muß nicht jeden Tag gegossen werden.
Dünger haben diese Pflanzen schon lange nicht im Boden gehabt. Eine leichte Düngegabe nach und im Abstand von ca: 14 Tagen ( Flüssigdünger in der halben angegeben Dosis ) hilft da erstmal weiter, (normaler Blumendünger genügt). Die Anschaffung von Bonsaidüngern kann da erstmal warten und später erledigt werden. Das erst mal als Soforthilfsmaßnahme.

Standort :

Der Fukientee kann in den Sommermonaten im Freien an einen hellen Platz stehen, er verträgt, wie ich festgestellt habe, auch mal die volle Härte der Sonne. Jedoch erhöht sich hier ernom der Wasserverbrauch. In den kalten Monaten bietet sich ein Platz in einem nicht zu warmen Raum , 12-15°C an, Schlafraum, kühler Hausflur (ohne Zugluft) unbeheizter, heller Keller.
Darauf achten das die Temperaturen auch so in dem Maß bleiben, denn Frost mag er garnicht.

Umtopfen / Substrat :

Wenn die wärmeren Tage ( März/April) kommen, dann kann man den Fukientee aus seiner Umklammerung der zu engen Schale befreien und mit neuen Substrat in eine größere Schale umpflanzen. Wie immer würde ich mir den Wurzelballen genau anschauen und ihn etwas entfilzen. Das läßt sich jetzt gut sagen bzw. beschreiben, aber ich glaub das wird man dann sehen. Anschließend die Wurzeln etwas zurück schneiden und dabei etwas den alten Wurzelballen auflockern. Damit kommt das Giesswasser auch an den inneren Bereich. Teilweise gibt es Bonsai die durch innere Ballentrockenheit eingegangen sind.
Das Substrat sollte wie gewohnt gut luftdurchlässig, nicht zu grob, aber auch das Giesswasser leicht aufnehmen. Bonsaierde*, Akadama*, Bimskies*, Quarzkies, Splitt ( beides im Baumarkt ), Lavagranulat*
( *Bonsaihändler ) sind gute Alternativen. Wobei der größte finanzielle Aufwand beim Akadama liegt. Man kann auch die Bestandteile variieren, wobei ich aber nicht auf das Akadama verzichten würde. Leider gibt es derzeit noch keine Alternativen, die den Eigenschaften von Akadama etwa gleich kommen. ( Kurz: Akadama – importiertes gebranntes Lehmgranulat aus Japan ). Ansonsten stellt der Fukientee kaum besondere Ansprüche daran. Die Mischung der einzelnen Bestandteile verwende ich wie folgt: 50 % Bonsaierde, 20 % Akadama, 20 % Bims und 10 % Splitt. Wenn dann die erste Umtopfaktion geglückt ist, kann man dann den Baum für 2 – 3 Jahre in dem gleichen Substrat belassen.
Angiessen nicht vergessen und vorerst nicht düngen.
Nach dem Umtopfen kann der Fukientee mit leichten Blattfall reagieren, wobei die Blätter sich dunkel- bis schwarzbraun verfärben und dabei bleiben die weißen Punkte erhalten. Das sind in diesen Fall keine Schädlinge, sondern das liegt in der Natur des Blattes.

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Das Substrat und der Stamm

Düngung :

Wie jeder normale Bonsai benötigt der Fukientee auch eine regelmäßige Düngung.
Wie oben erwähnt genügt erstmal der normale organisch-mineralische Blumendünger. Jedoch möchte ich darauf hinweisen, bei zu viel geht Euch die Pflanze unweigerlich durch Überdüngung ( Verbrennungen der Wurzeln ) ein.
Wer etwas Erfahrungen gesammelt hat, kann dann auf festen organischen Dünger ( BIO GOLD ) oder anderen umsteigen. Recherche im Internet bringt hier den besten Erfolg. Man sollte auch den Herstellerangaben folgen.
Eine sogenannte Winterdüngung benötigt der Fukientee nicht.
Eigene Erfahrungen möchte zu diesen Thema noch anführen :
Düngt man den Fukientee mit organischen Dünger ( egal ob nun BIO GOLD oder anderen rein organischen Dünger ) dann zeigen die Blätter einen hervoragenden
Glanz und haben eine satte dunkelgrüne Farbe. Ebenso zeigen sich dann bei älteren Pflanzen eien Unmenge an kleinen weiße Blüten, die einzeln, paarweise oder auch dreifach an einen Blütenstengel sind. Wenn er anfängt zu blühen, dann will er garnicht wieder aufhören. Alte Blüten sollten noch entfernt werden.
Der Fukientee kann sich dann wieder erholen. Düngt man dann im Herbst weniger, läßt die Anzahl der Blüten wieder nach. Auf jedenfall ein wunderbarer Kontrast zu den dunkelgrünen, glänzenden Blättern.

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Blütenansatz

Giessen :

Giessen sollte man wie oben genannt, erst wieder wenn das Substrat angetrocknet ist. Auf jedenfall solange, bis das Wasser aus den Abzugslöchern rinnt. Nicht unbedingt sehr kalkreiches Wasser, aber bei mir hat er mit diesen kaum Schwierigkeiten gemacht. ( Mitlerweile wurde aus meinen kalkreichen
Wasser 32° dH - Mischwasser 11°dH ). Sommer häufiger und im Winter dann weniger giessen. Erstmal reicht eine normale Giesskanne für Zimmerpflanzen. Noch ein Hinweis langsam giessen sonst wird das ganze obere Substrat runtergespült.

Formgebung :

Beim Fukientee zeigen sich schnell lange Triebe, die auf zwei bis drei Blattansätze beschnitten werden sollten. Diese Triebe verholzen im unteren Teil sehr schnell um so länger der Trieb wird. Danach treiben die Blattansätze wieder aus. Drahten kann ich nicht empfehlen, denn die Triebe verholzten würden dann brechen.
Schneiden ist hier die beste Methode ( meine Erfahrungen ). Man benötigt dazu kräftiges Werkzeug ( am Anfang genügen kleinere Rosenscheren ). Später kann man dann mehr in das Werkzeug investieren, wenn es unbedingt sein muß und der Geldbeutel es zuläßt.
Größere Schittstellen sollten eventuell vermieden werden, es dauert eine ganze Weile bis sie überwallt sind.

Schädlinge :

Bekannt und mit denen ich Erfahrungen gemacht hatte ist die weiße Fliege. Es zeigt sich daran, das sich hier die Blätter gelb verfärben und anschließend abfallen.
Im schlimmsten Fall kann das solche Ausmaße annehmen das der ganze Baum verloren ist, wenn man nicht handelt. Komischer Weise traten sie nur in den Wintermonaten auf, wo der Fukientee im kühlen Raum stand. Abhilfe schafft hier das von der Serissa her bekannte feuchte Tablett. Sollte das nicht ausreichen oder den gewünschten Erfolg zeigen, dann kann ich nur auf die „chemische Keule“ hinweisen. Zuvor würde ich mir aber mal Rat bei einen Bonsaihändler holen. Wie gesagt als letzte Alternative.

Der Fukientee ist ein schöner Baum im grossen und ganzen leicht zu pflegen, wenn man sich an einige Regeln hält. Der Erfolg zeigt sich dann in den kleinen weißen Blüten, die in der größere der Serissa gleichen.

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Gesamtansicht 2005Carmona

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Neueres Foto - um den Unterschied zum Vorjahr zusehen

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Foto vom 04.08.2006

Andreas W

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